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Saarbrücken-Profi Florian Pick übt nach der 2:3-Niederlage in Havelse heftige Kritik am Schiedsrichter. Er stellt sogar den Vorwurf der Spielmanipulation in den Raum.
Auf dieses Ergebnis hatten vermutlich nur die wenigsten gesetzt. Beim abgeschlagenen Drittliga-Schlusslicht TSV Havelse verlor der 1. FC Saarbrücken völlig überraschend mit 2:3 (1:1) – auch, weil der Schiedsrichter gleich drei Elfmeter für Havelse pfiff. Das veranlasste Florian Pick nach dem Spiel dazu, schwere Vorwürfe gegen den Unparteiischen zu äußern. Der 31-Jährige stellte in den Raum, „ob das Match Fixing war“ – also Spielmanipulation. Einen solchen Verdacht hatte es vor zwei Jahren in der 3. Liga ganz konkret gegeben.
Die Worte, die Pick nach der Niederlage seiner Saarbrücker in Havelse wählte, waren deutlich. „Ich muss aufpassen, sonst platzt mir hier der Kragen“, sagte der frühere Zweitliga-Profi (101 Einsätze) bei MagentaSport sichtlich frustriert. „Wir müssen mal darüber sprechen, was der Schiedsrichter hier veranstaltet hat. Das darf man nicht unkommentiert lassen. Ich kann nur hoffen, dass da heute zugeschaut wurde, ob das Match Fixing war. Ich kann mir das nicht erklären.“
Adressat von Picks Ärger: Maximilian Lotz, der 25 Jahre junge Schiedsrichter aus Bauerbach (Kreis Marburg/Hessen), der seine erste Saison in der 3. Liga pfeift. Er entschied nicht einmal, nicht zweimal, sondern gleich dreimal auf Elfmeter für den Außenseiter aus Havelse – und nahm damit entscheidenden Einfluss darauf, dass der Tabellenletzte seinen erst zweiten Saisonsieg feierte.
Vor allem die ersten beiden Pfiffe waren dabei „kleinlich“, wie es Saarbrückens Trainer Argirios Giannikis professionell besonnen einordnete. Kai Brünker hatte zunächst den gebürtigen Hamburger und Ex-St. Pauli-Nachwuchsspieler Kwasi Wriedt mit einem leichten Schubser zu Fall gebracht (37.), später dann war Daniel Gleiber mit einer ähnlichen Situation der Verursacher eines Strafstoßes (47.). Zwei Szenen, die mindestens strittig waren.
„Wenn es gegen mich gepfiffen werden würde, würde ich genauso sagen: Da muss man weiterspielen lassen. So ehrlich müssen wir sein“, räumte Havelses Coach Samir Ferchichi nach der Partie ein. Und Johann Berger, der beide Elfmeter dankend verwandelte, kommentierte die Szenen im Nachgang kurz und knapp: „Ich kann den Unmut der Saarbrücker da verstehen.“
Schließlich hatte es ähnliche, fast sogar deckungsgleiche Szenen auch auf der Gegenseite gegeben – etwa bei einem vermeintlichen Foul an Brünker (3.) oder an Kaan Caliskaner (81.). Beide Male gab es hier jedoch keinen Pfiff von Schiri Lotz. „Wenn er schon so kleinlich pfeift, muss er die auf der anderen Seite auch geben“, ärgerte sich FCS-Trainer Giannikis.
Als Saarbrücken kurz vor dem Ende dann noch einmal auf 2:3 verkürzt und am Ausgleich schnuppert, zeigt Lotz sogar noch ein drittes Mal auf den Punkt. Diesmal ist das Foul von Torhüter Matteo Bignetti an Havelses Angreifer Alexander Guiddir aber unstrittig. Dass Guiddir den dritten Foulelfmeter links neben das Tor schießt (90.+3), fällt am Ende nicht mehr ins Gewicht. Havelse bringt den knappen Vorsprung erfolgreich über die Zeit.
Bei allem Ärger über den Unparteiischen übte Pick dann auch Selbstkritik. „Nichtsdestotrotz haben wir heute hier schon auch eine Scheiße gespielt“, konstatierte er. Das änderte allerdings nichts an seiner grundsätzlichen Auffassung des Spiels. „Keine Ahnung, was das heute war und ob das schon Match Fixing ist“, sagte er kopfschüttelnd.
Die Aussagen wecken Erinnerungen an die Ereignisse im September 2024. Vor zwei Jahren hatte die MOPO exklusiv enthüllt, dass 17 Spiele in Deutschland unter Manipulationsverdacht stehen. Der MOPO waren damals Chatverläufe zugespielt worden, in denen die korrekten Ergebnisse von einem Anbieter aus dem Darknet zuverlässig vorhergesagt worden waren, auf die zahlende Kunden dann (erfolgreich) wetten konnten. Zu den verdächtigen Partien zählten damals auch sieben Begegnungen der 3. Liga.