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Joshua Kimmich bekommt derzeit viel Wind entgegen. Trotz vieler guter Leistungen beim FC Bayern und auch für das DFB-Team schwebt immer wieder die Frage im Raum, ob der 31-Jährige tatsächlich Weltklasse auf dieser Position ist.
Und das, obwohl Kimmich seit der Saison 2015/16 nicht nur die meisten Pässe in der Geschichte der Champions League gespielt hat, sondern laut dem Statistik-Anbieter "statmuse" auch im Vergleich zu den anderen zentralen Mittelfeldspielern in puncto Assists (25), Schüsse aufs Tor (47) und Ballberührungen (mehr als 10.000) Spitzenwerte aufweist.
Trotzdem wird selbst seine Zukunft in der Nationalmannschaft immer wieder infrage gestellt. "Ich glaube, dass Kimmich da schwer unter Druck kommt und dass sich die Kapitänsfrage dann irgendwann von selber erledigt, weil andere spielen", sagte etwa Ex-Bayern-Profi Dietmar Hamann bei "Sky 90".
Ganz anders sieht das Lothar Matthäus, der sich seinerzeit in der Mittelfeldzentrale zweifelsohne das Prädikat "Weltklasse" verdient hat. "Kimmich steht die ganze Zeit zur Diskussion. Ich weiß nicht warum. Ich weiß nicht warum. Schaut euch an, wie er spielen kann. Er muss da spielen, wo er stark ist. Du darfst deinen Leader nicht aus dem Zentrum rausnehmen. Der gehört ins Mittelfeld", sagte Matthäus, lobte anschließend die DFB-Kollegen Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha, doch fügte an: "Nmecha - bester Box-to-Box-Spieler, Pavlovic - Ballmaschine. Aber der Kimmich! Ohne den wären sie nicht diese Spieler." Matthäus' Fazit: "Ich finde es ungerecht, wie man mit Kimmich umgeht. Er ist einer, der Verantwortung trägt."
Generell blickt Matthäus sehr optimistisch auf das Mittelfeld des FC Bayern und erklärt im BR24Sport-Interview, dass die Mittelfeldachse der Münchner im internationalen Vergleich mithalten kann. "Selbstverständlich. Sie haben zwei deutsche Nationalspieler", sagt er und fügt an: "Tom Bischof wurde jetzt auch nominiert."
Auch dem 21-Jährigen stellte er ein hervorragendes Zeugnis aus: "Bischof kann noch ein bisschen lernen. Aber er hat so viel Qualität. Es war ein Traumtransfer für den FC Bayern. Bischof ist nicht nur ein toller Fußballspieler, sondern auch charakterlich ein Teamplayer. Er übernimmt in seinen jungen Jahren Verantwortung. An ihm wird der FC Bayern noch sehr viel Freude haben."
Doch auch bei der Jagd des FC Bayern auf drei große Titel wird der deutsche Rekordmeister Bischof benötigen, sagt Matthäus: "Wenn mal ein Spieler eine Pause braucht, ist der sofort da." Mit der Mittelfeld-Achse Kimmich-Pavlovic-Bischof blickt Matthäus optimistisch auf die großen Ambitionen der Münchner: "Ich traue diesen Dreien ein tolles Jahr zu. Es ist ein wichtiges Jahr für den FC Bayern." Der zweite Champions-League-Titel in der Karriere von Joshua Kimmich wäre wohl ein gutes Argument, das er seinen Kritikern entgegenstellen könnte.