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An der Unterstützung von den Zuschauerrängen hat es nicht gelegen, dass die Borussia auch nach dem achten Spieltag der Fußball-Bundesliga weiter auf den ersten Heimsieg wartet. Bis in die Nachspielzeit gab es vor allem aus der Nordkurve den totalen Support, den hatten sich die Spieler von Alexander Blessin nach dem Katastrophenstart mit sechs Niederlagen zuletzt durch ein überraschendes Auswärts-3:2 in Stuttgart und einen souveränen Pokalerfolg gegen den Karlsruher SC erarbeitet.
Dass die VfL-Fans das Stadion dann aber doch enttäuscht verließen, hatte sich Gladbach selbst zuzuschreiben - mit einer rätselhaft passiven, mutlosen und von vielen Ungenauigkeiten geprägten Vorstellung im zweiten Durchgang.
Dabei sagten die Statisken vor dem Anpfiff gegen den Relegationsaufsteiger eigentlich aus, dass die Borussen verstanden hatten, was in ihrer Situation gefragt ist: Mit 101 Fouls und 22 Gelben Karten waren die Fohlen jeweils Tabellenführer und mussten sich demnach zumindest nicht vorwerfen lassen, sich ohne Widerstand ihrem Schicksal zu ergeben.
Der Start in die Partie gegen Paderborn verlief auch einigermaßen vielversprechend. In der 19. Minute feierte Innenverteidiger Daiki Hashioka einen gewonnenen Defensiv-Zweikampf gegen Paderborns Stefano Marino so, als hätte er gerade ein Tor erzielt. Der sonst eher zurückhaltende Japaner ballte Faust, drehte sich triumphierend zur Nordkurve und bekam auch sofort gestenreich Zuspruch von Ersatzkapitän Philipp Sander.
NRW-Sport 31.10.2026 1 Min. 53 Sek. Verfügbar bis 30.10.2028 WDR Online
Im weiteren Verlauf dieses Durchgangs versprühten die Borussen dann zwar auch keinen spielerischen Glanz, arbeiteten sich aber auf Augenhöhe und hatten in den 20 Minuten vor dem Seitenwechsel durch Robin Hack, Joe Scally, Lukas Ullrich, Wael Mohya und Fabio Chiarodia mehrere Möglichkeiten heraus, um in Führung zu gehen. "In dieser Phase haben sie uns wirklich Probleme bereitet", gab SCP-Trainer Ralf Kettemann später zu. "Wir haben dann in der Pause etwas umgestellt und hätten am Ende auch durchaus gewinnen können."
Kettemanns Entscheidung, nach dem Wechsell die Gladbacher Außenbahnen zuzustellen und den überragenden Torwart Nahuel Noll mit langen Schlägen immer wieder das kopfballschwache Mittelfeld der Borussen überbrücken zu lassen, erwies sich als wirkungsvoll. Im zweiten Durchgang fand der Gastgeber so gut wie gar kein Mittel mehr, sich Torchancen herauszuspielen: Ein einziger Sololauf von Mohya über die linke Seite, den der Youngster dann etwas zu hektisch abschloss - das war es.
Dazu kam aus Sicht der Borussia eine allenfalls mit dem Tabellenstand erklärbare Angst, auch noch diesen einnen Punkt zu verspielen. Schon im ersten Durchgang lag Paderborn beim Ballbesitz knapp vorn, am Ende wies die Statistik einen fast schon peinlichen Wert von 43,46 Prozent aus - in einem Heimspiel vor über 51.581 Fans gegen einen Aufsteiger.
"Das darf uns einfach nicht passieren", gab Gladbachs Mittelfeldspieler Jens Castrop, der nach einer Schulter-Operation sein Comeback nach drei Monaten Pause feierte, nach der Partie im Gespräch mit WDR.de zu. "Ich verstehe es auch nicht, gerade weil wir am Ende der ersten Hälfte richtig gut im Spiel waren. Das müssen wir jetzt vor dem Spiel in Hamburg dringend aufarbeiten."
Auch Hack, der mit einem Heber knapp am leeren Tor vrobei in der 33. Minute die größte Chance der Gladbacher vergeben hatte, ärgerte sich auf WDR.de-Nachfrage: "Das war einfach nicht gut genug von uns nach der Pause. Wir waren zu inaktiv, haben uns viel zu tief hinten reindrängen lassen."
Ein weiterer Grund dafür, dass die Borussen am Ende tatsächlich noch froh über das torlose Remis sein mussten, lag in der kollektiven Unsicherheit beim Passspiel. Dass es kaum mal längere Ballbesitzphasen gab, die für Beruhigung und Neuausrichtung des Angriffsverhaltens hätten sorgen können, lag daran, dass fast jeder vierte Ball beim Gegner landete: Nicht mal 78 Prozent angekommene Zuspiele sind ähnlich wie die Ballbesitzquote Werte, mit denen die Gladbacher in absehbarer Zeit nicht aus dem Abstiegskampf herauskommen können.
Schon am Freitag (06.11.2026) können die Borussen beim Auswärtsspiel beim Hamburger SV (ab 20.30 Uhr live in der Radio-Reportage beim WDR) nun zeigen, ob sie aus der Paderborn-Enttäuschung die richtigem Lehren gezogen haben. Manager Rouven Schröder versprach jedenfalls: "Wir werden in Hamburg auf Sieg spielen, das ist klar."
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Unsere Quellen:
Sendung: WDR.de, "Audiohighlights Borussia Mönchengladbach - SC Paderborn", 1.11. 21.29 Uhr