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(Motorsport-Total.com) - Während Marc Marquez (Ducati) im Freitagstraining für den Grand Prix von Malaysia die Bestzeit aufstellte, kühlte sich sein WM-Konkurrent Jorge Martin (Aprilia) in einem kleinen Pool hinter der Box das rechte Handgelenk.
Marc Marquez betont, dass er dem medizinischen Protokoll vertraut Zoom
Martin beendete das Nachmittagstraining nach drei Runden vorzeitig. Im Vormittagstraining konnte er insgesamt zwölf Runden fahren und erhielt von MotoGP-Chefarzt Dr. Angel Charte die Freigabe für das restliche Wochenende.
Nach dem vorzeitigen Abbruch des zweiten Trainings wird am Samstagmorgen erneut evaluiert, ob Martin trotz eines Bruchs des rechten Handgelenks wieder auf seine Aprilia steigen und Qualifying sowie Sprint bestreiten kann.
Marquez will sich nicht konkret zur Situation seines WM-Konkurrenten äußern. "Ich werde mir darüber kein Urteil erlauben, weil ich nicht genau weiß, was er hat", so der Ducati-Fahrer nach dem Training.
"Ich weiß nicht, ob die Speiche komplett gebrochen ist oder ob es sich um einen Haarriss handelt. Ich weiß es schlichtweg nicht und will mich da nicht einmischen. Aber ich vertraue auf das medizinische Protokoll", betont Marquez.
"Wenn sie sagen, dass er fit ist, dann sind die Schmerzen zwar da, aber das Risiko gilt als vertretbar. Natürlich müssen die Schmerzen heftig sein, und wie man sieht, ist Martin ein harter Kerl, aber heute quält er sich sichtlich."
Mit Blick auf die WM, in der Martin zehn Punkte Rückstand hat, spielt die Situation Marquez in die Karten. Aber mit der Bestzeit untermauerte der 33-Jährige, dass er auf Angriff fährt und die Siege im Sprint und im Grand Prix ins Visier nimmt.
"Ja, mir ist das egal", sagt er über die Gesamtsituation im WM-Kampf. "Ich befinde mich in der Meisterschaft in einer Position, in der ich es selbst in der Hand habe. Ich versuche also, so nah wie möglich an die 37 Punkte heranzukommen."
"Es war genau die Art von Sepang, von der ich gestern gesprochen habe. In manchen Jahren fühle ich mich hier von Beginn an wohl, in anderen tue ich mich von Anfang an schwer und das gesamte Wochenende wird komplizierter."
"Aber heute passte das Gefühl schon ab der Aufwärmrunde, und auch mit dem Medium-Hinterreifen war das Feedback gut. Am Nachmittag war, abgesehen von dem kleinen Sturz in Kurve 15, wo ich mehr riskiert habe, der Rest perfekt."
Seit den Überseerennen fährt Marquez wieder auf Angriff und attackiert auf jeder Strecke, um das maximal Mögliche herauszuholen, auch wenn es in Indonesien im Grand Prix nur ein sechster Platz wurde.
Hat sich seine Herangehensweise verändert, weil seine körperliche Verfassung besser wurde, oder liegt es am WM-Kampf? "Weil der Zeitpunkt dafür gekommen ist", antwortet Marquez auf diese Frage.
Der amtierende Weltmeister hat in den Angriffsmodus geschalten Zoom
"Es stimmt schon, dass die körperliche Verfassung etwas besser ist. Wenn du dich mitten in der Saison aber physisch nicht gut fühlst, baust du auch schneller einen schweren Sturz, so wie es mir im ersten Saisonteil passiert ist."
"Ich hatte heftige Stürze in Austin, in Jerez und in Le Mans. Da war es an der Zeit, Ruhe zu bewahren. Ab Indonesien habe ich mir dann gesagt, dass ich, wenn ich diesen Punkt erreiche, voll auf Angriff gehe und das Risiko eingehe."
Sein erster Verfolger war Bruder Alex Marquez (Gresini-Ducati). Der Vorjahressieger lag im Qualifying-Versuch nur um 0,109 Sekunden dahinter. Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) verbesserte sich zum Schluss noch auf Platz drei.
Marco Bezzecchi fehlten 0,475 Sekunden, was für den Aprilia-Werksfahrer im Tagesergebnis Platz sechs bedeutete. In der WM muss Bezzecchi 50 Punkte auf Marquez aufholen, was in Sepang schwierig werden könnte.
"Generell sind viele Ducatis extrem schnell. Das war zwar noch nie eine unserer stärksten Strecken, aber die Fortschritte, die wir erzielt haben, sind vielversprechend", denkt Bezzecchi an das vergangene Jahr.
Aprilia hat die Aerodynamik bei der Hinterradschwinge erneut überarbeitet Zoom
Vor zwölf Monaten kamen Ogura und Bezzecchi im Grand Prix auf den Plätzen zehn und elf ins Ziel. Auf der anderen Seite zählt Sepang für Ducati neben Spielberg und Motegi zu den erfolgreichsten Strecken im MotoGP-Kalender.
"Ich glaube", meint Bezzecchi über den Unterschied zwischen Ducati und Aprilia in Sepang, "es liegt gar nicht so sehr am Streckenlayout, sondern vielmehr an den Grip-Verhältnissen dieses Kurses."
"Wegen des Wetters und vieler anderer Faktoren ist das Grip-Niveau hier sehr speziell. Ich denke, es liegt eher daran, aber ich habe auf diesem Motorrad schlicht noch nicht genug Erfahrung, um mir ein eindeutiges Urteil zu erlauben."
"Auf dieser Strecke waren sie schon immer sehr, sehr viel stärker. Jetzt sind wir vielleicht etwas näher dran, aber der Unterschied war hier schon immer riesig", so Bezzecchi, der nicht damit rechnet, gegen Ducati gewinnen zu können.
Das sieht KTM-Fahrer Pedro Acosta ähnlich. Die österreichische Marke erlebte einen sehr guten Trainingsfreitag. Acosta wurde mit 0,380 Sekunden Rückstand Vierter und auch die Tech3-Fahrer Enea Bastianini und Maverick Vinales zogen ins Q2 ein.
Auch für Acosta ist Marquez der Mann, den es zu schlagen gilt: "Morgen und an jedem anderen Tag des Jahres, so wie es aussieht. Er hat nach seinem Sturz eine richtig starke Pace gezeigt."
"Wir sind nicht weit weg, besonders bei der Rennpace sind wir besser aufgestellt als erwartet. Wenn ich es im Qualifying-Versuch nicht übertreiben muss, funktioniert das Motorrad etwas besser. Für mich geht es morgen eher darum, das richtige Gefühl aufzubauen, und nicht primär um die Rundenzeit."