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Kimi Antonelli kann in Mexiko Formel-1-Geschichte schreiben. Nach einem schwierigen Qualifying setzt Mercedes auch auf einen strategischen Vorteil.
Ausgerechnet vor dem wichtigsten Rennen seiner Karriere zeigt Kimi Antonelli Nerven. Der 20-jährige Mercedes-Pilot kann am Sonntag (ab 21 Uhr, ORF 1 und im Sport24-Liveticker) beim Großen Preis von Mexiko-Stadt als jüngster Fahrer der Geschichte Formel-1-Weltmeister werden. Doch nach einem enttäuschenden Qualifying musste der Italiener Fehler eingestehen. Mercedes hat für den entscheidenden Grand Prix allerdings noch einen Trumpf in der Hinterhand.
Antonelli startet von Platz vier, nachdem er im Qualifying zunächst nur die fünftschnellste Zeit gefahren war. Von Max Verstappens Startplatzstrafe profitiert der WM-Spitzenreiter jedoch und rückt eine Position nach vorne.
Dabei hatte sich Antonelli deutlich mehr erhofft. Im entscheidenden dritten Qualifying-Abschnitt fand er nicht genügend Grip, leistete sich mehrere Fehler und blieb 0,193 Sekunden hinter Pole-Mann Lewis Hamilton.
Nun könnte ihm eine strategische Entscheidung helfen: Mercedes hat für Antonelli einen zusätzlichen Satz weicher Reifen aufgespart. Damit stehen dem Italiener im Rennen weitere Möglichkeiten bei der Reifenstrategie offen.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff erklärte nach dem Qualifying, dass die optimale Vorbereitung der Reifen besonders schwierig gewesen sei. Während George Russell ohne zusätzliche Aufwärmrunde seine schnellste Zeit fuhr und nur neun Tausendstelsekunden hinter Hamilton Zweiter wurde, wählte Mercedes bei Antonelli einen anderen Ansatz.
Wolff räumte ein, dass das Team überprüfen müsse, ob die Herangehensweise beim WM-Spitzenreiter optimal gewesen sei.
Dazu kommt ein weiteres Problem: Auf der mehr als 2.200 Meter hoch gelegenen Rennstrecke ist die Kühlung von Bremsen und Antriebseinheit besonders schwierig. Mercedes sieht das Temperaturmanagement deshalb als einen der entscheidenden Faktoren im Rennen.
Auch Antonelli selbst sucht keine Ausreden. Er habe im Qualifying nicht gut genug gearbeitet und sich am gesamten Wochenende angespannter als gewöhnlich gefühlt.
Besonders schwierig sei es gewesen, seine Emotionen vor der möglichen Titelentscheidung unter Kontrolle zu halten. Der Italiener will sich deshalb ganz auf das Rennen konzentrieren.
Trotz des Rückschlags ist seine Ausgangsposition komfortabel. Antonelli führt die Weltmeisterschaft mit 123 Punkten Vorsprung auf Teamkollege Russell an. Bereits ein neunter Platz genügt ihm in Mexiko, um sich unabhängig vom Ausgang des Rennens den Titel zu sichern.
Gelingt das, wäre der Mercedes-Pilot mit 20 Jahren der jüngste Formel-1-Weltmeister der Geschichte. Den bisherigen Rekord hält Sebastian Vettel, der 2010 im Alter von 23 Jahren erstmals Weltmeister wurde.