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Als Lille-Bror Nasenius im Januar 1966 bei Opel unterschrieb, ahnte wohl niemand, wie erfolgreich die Zusammenarbeit werden würde. Der Schwede hatte seine Motorsportkarriere auf zwei Rädern begonnen und sich anschließend bei regionalen Rallyes einen Namen gemacht. Nun erhielt er die Gelegenheit, mit einem Opel Rekord B um die Europameisterschaft zu kämpfen.
Das Einsatzfahrzeug war denkbar unspektakulär. Unter der Motorhaube arbeitete ein 1,9-Liter-Vierzylinder mit 90 PS, das Leergewicht betrug lediglich 990 Kilogramm. Der damals neue CIH-Motor sorgte für ordentliche Fahrleistungen, während die robuste Konstruktion des Rekord gerade auf langen Rallyes ihre Vorteile ausspielen konnte.
Große Umbauten waren ohnehin nicht erlaubt. Abgesehen von anderen Reifen und Stoßdämpfern entsprach der Rekord 1900 S weitgehend dem Serienmodell. Nasenius nutzte die zweitürige Limousine sogar privat als Familienauto.
Die Kombination erwies sich als äußerst erfolgreich. Noch im selben Jahr gewann Nasenius mit dem Opel Rekord B die Rallye-Europameisterschaft der Gruppe 1 für Serientourenwagen und sicherte sich außerdem den schwedischen Rallyetitel in dieser Kategorie.
Eine Rallye-Weltmeisterschaft existierte damals noch nicht. Die erste WM-Saison wurde erst 1973 ausgetragen. Entsprechend hoch war der sportliche Stellenwert der Europameisterschaft, die in den 1960er-Jahren zu den wichtigsten internationalen Rallyewettbewerben gehörte.
Nasenius blieb Opel treu und wechselte 1967 auf den neuen Rekord C. Der wog trotz größerer Karosserie nur 1.025 Kilogramm und verfügte über eine verbesserte Hinterachse. Daneben setzte der Schwede gelegentlich den sechszylindrigen Opel Commodore A ein. Am Saisonende wurde er Vize-Europameister.
1968 folgte der Umstieg auf den leichteren Rallye Kadett 1900 S. Gleich vier Gesamtsiege gelangen Nasenius mit dem kompakteren Fahrzeug. Ab 1969 bildete er mit Beifahrer Björn Cederberg ein erfolgreiches Gespann, das bis einschließlich 1971 drei schwedische Meisterschaften in Folge gewann. Insgesamt holte Nasenius mit Opel fünf nationale Rallyetitel.
In seinen letzten beiden Vertragsjahren 1972 und 1973 setzte Nasenius den Opel Ascona ein. Zu seinen damaligen Konkurrenten gehörte auch der junge Walter Röhrl, der den Schweden später als ausgesprochen hilfsbereit beschrieb. Trotz der sportlichen Rivalität habe zwischen beiden ein kollegiales, beinahe freundschaftliches Verhältnis bestanden.
1977 kehrte Nasenius noch einmal in den Rallyesport zurück und bestritt sieben Meisterschaftsläufe mit einem Opel Kadett C 1200 S. Zweimal gewann er dabei seine Klasse. Seine Karrierebilanz umfasst elf Gesamt- und 35 Klassensiege. Neun Gesamterfolge und 31 Klassensiege erzielte er mit Opel.
Für den Hersteller aus Rüsselsheim war der EM-Titel von 1966 der Auftakt einer erfolgreichen Zeit im internationalen Rallyesport. Den größten Erfolg feierte Opel schließlich 1982, als Walter Röhrl und Christian Geistdörfer im Ascona 400 die Rallye-Weltmeisterschaft gewannen.