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Keine Tore, kein Siuuu: Wie Ronaldo den perfekten Abschied verbockte
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Das war es für ihn: Cristiano Ronaldo tritt aus der portugiesischen Nationalmannschaft zurück.

Cristiano Ronaldo verpasst die finale Verbeugung - und schlittert in einen Skandal bei der portugiesischen Nationalelf. Sein Abgang via Social Media ist so unrühmlich wie typisch. Dennoch: Obrigado, CR7.

Caralho, was wäre das für ein Abschied gewesen. Mit dem Schlusspfiff kann Cristiano Ronaldo die Tränen nicht mehr zurückhalten, sie kullern unaufhaltsam aus seinen geröteten Augen und münden in kleinen Bächen. 70.649 Fans jubeln ihm zu, selbst die gegnerischen Anhänger zollen ihm Respekt. Zwar ist Portugal soeben im Achtelfinale aus der WM ausgeschieden, aber das tragische 0:1 fällt erst in der Nachspielzeit und immerhin gegen den späteren Weltmeister Spanien.

Ronaldo dreht noch eine Ehrenrunde, die seine finale hätte sein können und sollen im Nationaldress. Großer Applaus brandet im Stadion von Dallas auf, als er ein letztes Mal auf den Leinwänden gezeigt wird. Der 41-Jährige lässt zwar den Kopf fallen und schickt einen leeren, haltsuchenden Bick ins Nirgendwo, aber es wäre der Abschied auf der größte aller Bühnen gewesen. Lamine Yamal, einer seiner Nachfolger in Sachen Superstar, gibt ihm zum Abschluss noch eine Umarmung.

Doch es kommt alles anders, CR7 verpasst den perfekten Moment. In den Katakomben von Dallas, wo die Journalisten aus aller Welt dicht gedrängelt auf den Megastar warten, viele von ihnen tragen das Trikot mit der Nummer 7, erklärt der Portugiese nicht seinen Rücktritt aus der Nationalelf. In der Hand hält er einen großen Cowboy-Hut, im Ohr glitzert ein Brillantohrring.

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Superstar Cristiano Ronaldo tritt aus Portugals Nationalelf zurück

Fußball

Unrühmliches Ende für CR7

Stattdessen gibt es nun den Social-Media-Abschied. Mit einem emotionalen Video sagt Ronaldo "Adeus". "An die Menschen Portugals: Der Tag ist für mich gekommen, das Trikot unseres Nationalteams mit der Nummer 7 zurückzugeben", erzählt er, der 2003 mit 18 Jahren sein erstes Länderspiel machte, untermalt von Musik zu Bildern seiner langen Laufbahn. "23 Jahre lang hatte ich das Privileg und die Verantwortung, es zu tragen, es zu verteidigen und es in die Stadien der ganzen Welt zu bringen."

Angemessen für einen Spieler seiner Größe und seines Einflusses ist das wahrlich nicht. Das Video wirkt vielmehr wie ein letzter Versuch, das unrühmliche Ende ein klein wenig aufzupolieren. Denn Portugals letzte Länderspielperiode wird von einem Eklat überschattet, der bereits als eine Art Aussortierung verstanden wird. Ronaldo dampft über Nacht wutentbrannt von der Nationalmannschaft ab, weil er beim Nations-League-Spiel in Norwegen 90 Minuten auf der Bank schmoren muss und auch vier Tage später gegen Dänemark nicht von Beginn an ran dürfen soll.

Dieses Ärgernis hätte Ronaldo sich ersparen können, hätte er im Sommer in Dallas zur finalen Verbeugung angesetzt. Aber schon länger kämpft er damit, dass er nicht mehr auf dem höchsten Gipfel des Sports thront. Die Gebaren nach der WM zeigen erneut, dass er immer noch nicht weiß, wie er mit seinem Abstieg vom Olymp umgehen soll. Schließlich basiert ein Großteil seiner Identität darauf, dass er einer der besten Fußballer der Welt ist. Wer ist Cristiano Ronaldo, wenn er kein Fußballer mehr ist? Der Nationalelf-Rücktritt ist nun der nächste Schritt, das Unvermeidliche anzuerkennen.

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Cristiano Ronaldo will nie wieder für Portugal spielen

Ronaldos Übersteiger, Ronaldos Reklamieren

Sollte, hätte, könnte. Ronaldo schlittert nach der WM in den unaufhaltsamen und sich bereits lange angekündigten Skandal. Weil er einfach immer weitermachen will. Mit welchem Ziel, das weiß nur er selbst. Mutmaßlich geht es ihm um den 1000-Treffer-Torrekord, den er vor seinem gesamten Karriereende unbedingt knacken will. Das wäre typisch, denn CR7 will zeit seiner Karriere immer mehr. Für Portugal kommen nun keine weiteren Treffer hinzu, nach 234 Länderspielen und unglaublichen 146 Toren ist endgültig Schluss.

Es ist mehr als ein Rücktritt aus der Nationalelf. Hier verabschiedet sich der Spieler, der zusammen mit Lionel Messi den Weltfußball über zwei Dekaden dominiert und die gesamten Träume seiner Nation in dieser langen Zeit geschultert hat. Der drei große Titel gewonnen hat (EM 2016 und Nations League 2019 und 2025), auch wenn er bei Weltmeisterschaften stets blass blieb. Der sich als Figur CR7 in die Unsterblichkeit nicht nur in seinem Heimatland gespielt hat.

Ronaldos Tore, seine Übersteiger, selbst sein Reklamieren - wer wird sie nicht vermissen in den großen Stadien Europas, da der Stürmer nun nur noch in Saudi-Arabien zu sehen ist. Vor seiner Arbeitsmoral, seinem Killerinstinkt, seiner Gier, immer besser zu werden - nein: der Beste zu sein -, muss ein jeder den Hut ziehen. Zwar macht sich CR7 auch im roten Portugal-Trikot mit dem wohl größten Ego, das die Fußballwelt je gesehen hat, stets selbst zur Zielscheibe für Kritik. Aber genauso wie Millionen ihn verabscheuen, himmeln ihn Millionen als Ikone an.

Obrigado, Cristiano

Statt eines ehrenvollen Abtretens bei der WM gibt es also den letzten Versuch, noch halbwegs nach den eigenen Bedingungen Abschied zu nehmen und das angekratzte portugiesische Erbe zu retten. Der hochtalentierten portugiesischen Mannschaft wird der Schritt guttun und möglicherweise einer Befreiung gleichkommen. Ronaldos Torrekord in der Nationalelf dürfte aber noch lange Bestand haben.

Obrigado, Cristiano.

Verwendete Quelle: ntv.de

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