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FC Bayern: Harry Kane träumt von magischem Ballon-d'Or-Abend
Videoclip • 06:34 Min
Die Startelf gegen Arsenal machte die fehlenden Alternativen der Bayern überdeutlich. Und es gibt noch einige Rivalen in der Champions League, die genauso gut, wenn nicht besser als die Engländer sind. Ein Kommentar.
Beim ersten Blick auf die Aufstellung des FC Bayern gegen den FC Arsenal am Mittwochabend wurden bei manchen Erinnerungen an Carlo Ancelottis letztes Spiel bei den Münchnern wach.
Der Italiener hatte sich in der Champions-League-Vorrunde 2017 beim Spiel bei Paris St. Germain mit seiner Startelf so dermaßen vercoacht, dass er nicht nur das Prestigeduell gegen die Franzosen mit 0:3, sondern in der Nacht danach auch seinen Job verlor.
Vincent Kompany kann noch nicht auf solch eine glanzvolle Trainerkarriere wie Ancelotti zurückschauen, aber in München ist er schon jetzt wesentlich erfolgreicher als sein prominenter Vorgänger.
Gegen Arsenal hatte der Belgier sicherlich mit einigen umstrittenen Personalentscheidungen einen Anteil daran, dass es nicht zum durchaus möglichen Sieg reichte.
Allerdings waren viele seiner Umstellungen weniger auf fragwürdige Geistesblitze nach Art seines Mentors Pep Guardiola zurückzuführen, der bekanntlich oft in wichtigen Partien alles umstellte und damit immer wieder böse auf die Nase fiel.
Denn die meisten Entscheidungen Kompanys waren nachvollziehbar: Etwa die beim enttäuschenden 3:3 in Stavanger vor einer Woche schwachen Jonathan Tah und Lennart Karl auf der Bank zu lassen und dem defensiv stärkeren Josip Stanisic den Vorzug vor Nathaniel Brown zu geben.
Ebenso wie das Vorschieben von Alphonso Davies auf Linksaußen, weil es bei Leipzig-Matchwinner Luis Diaz verletzungsbedingt nicht für die Anfangsformation reichte – zumal Torschütze Davies gegen die Londoner neben den überragenden Harry Kane und Dayot Upamecano zu den besten Münchnern gehörte (ran-Note 2).
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Vielmehr schrieben die Personalprobleme des FCB Kompany die Mannschaftsaufstellung weitgehend vor: Nach der Sperre von Michael Olise, den Zwangspausen von Diaz und Jamal Musiala sowie dem kurzfristigen Ausfall von Joshua Kimmich wegen eines Trauerfalls in der Familie hatte er kaum noch Alternativen zum Komplettumbau.
Deshalb konnte er auch kaum mit gezielten Einwechslungen reagieren, weil dem Chefcoach nicht mehr die passenden Spieler zur Verfügung standen. Gerade als dem Team beim Stand von 2:1 in der Schlussphase die Luft ausging.
Somit fällt den Bayern schon sehr früh in der Saison die Tatsache auf die Füße, dass der Kader für allerhöchstes Niveau offensichtlich zu dünn ist. Kommt es wie im Moment zu mehreren Ausfällen, können formschwache Youngster wie Karl oder Talente aus der eigenen Jugend die Lücken nicht gleichwertig schließen.
Der wegen der Verantwortung für die Transfers von Olise und Diaz so hochgelobte Sportvorstand Max Eberl hat – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks des Aufsichtsrats um Uli Hoeneß – im Sommer bewusst auf einen für die Dreifachbelastung bis Saisonende benötigten Puffer im Kader verzichtet bzw. verzichten müssen.
Es fehlt ein Backup für den unverzichtbaren Harry Kane als Mittelstürmer, es fehlt ein Diaz-Ersatz, nachdem das dafür vorgesehene Eigengewächs Arijon Ibrahimovic fortgeschickt wurde, und es fehlen defensivstarke Außenverteidiger auf internationalem Toplevel.
Es spricht daher für die Widerstandsfähigkeit der geschwächten Bayern, dass sie gegen einen der Titelfavoriten wie Arsenal auf Augenhöhe waren. Es gibt aber einige weitere Rivalen in der Champions League, die mindestens genauso stark sind, wenn nicht stärker – wie aktuell Titelverteidiger PSG.
Wenn die Münchner also wirklich bis zuletzt um den Henkelpott mitspielen wollen, brauchen sie den gesamten Kader in Bestform, möglichst wenig Verletzungspech – und auch ein bisschen besseres Coaching als am Mittwoch.