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Positive Bestärkung ist legitim, doch BVB-intern braucht es Klartext
BVB-Trainer Niko Kovac reicht Marcel Sabitzer die Hand.© dpa | Uncredited

Grenzenloser Jubel? Naja. Eine üppige Reaktion haben die Profis von Borussia Dortmund nicht gezeigt, als Schiedsrichter Javier Alberola Rojas am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr Ortszeit in seine Pfeife pustete. Das gegenseitige Abklatschen und der Gang vor die Gästekurve nach Abpfiff waren stattdessen geprägt von Erleichterung.

Diese Bilder im Olympiastadion von Baku sagten vielleicht auch mehr aus als die Worte, die nach dem 2:1-Arbeitssieg gegen den großen Champions-League-Außenseiter Sabah FK gewählt worden sind. Die BVB-Verantwortlichen waren da voll des überschwänglichen Lobes. Trainer Niko Kovac sah „richtig guten Fußball“, war sehr zufrieden mit der Art und Weise, man habe sich viele Chancen herausgespielt. Sportdirektor Ole Book beobachtete spielerisch einen „deutlichen Schritt nach vorne“. Und überhaupt: Über das Wort Krise habe man sich nach drei sieglosen Spielen „gewundert“.

Nur ein BVB-Sieg genügt den Ansprüchen

Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Ja, der Ergebnisdruck in Aserbaidschan war hoch. Und ja, dieser Arbeitssieg nach fünf Flugstunden in der dritten Auswärtspartie innerhalb von sieben intensiven Tagen tat gut. Doch, und das wissen sie in Dortmund ja: Ausschließlich drei Punkte genügten im Duell der Gegensätze (Marktwertunterschied: knapp 580 Millionen Euro) den Ansprüchen des BVB. In Baku sprach man hingegen lieber nicht darüber, dass der Bundesligist bis zur letzten Minute um den Sieg zittern musste, dass Sabah die Abwehr in Umschaltmomenten gehörig ins Straucheln brachte und, dass so eine Leistung nicht reichen würd, um gegen die Top-Teams in Deutschland und Europa zu bestehen.

Nach dem Ausgleich durch Aden McCarthy durfte Sabah im Duell mit dem BVB auf mehr hoffen.© AFP | ARJEVANIDZE

Positive Bestärkung ist ein probates Motivationsmittel im Fußball. So päppelte Trainer Kovac die im Februar 2025 am Boden liegende Mannschaft öffentlich wieder auf. Die Profis dankten es dem erfahrenen Fußballlehrer mit Leistung. Viel wichtiger ist allerdings, was intern besprochen wird. Und da darf man davon ausgehen, dass der eine oder andere auch nach diesem wichtigen Sieg in der Königsklasse den Finger in die Wunde legt.

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