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Pflichtsieg, aber kein Befreiungsschlag: Stars und Fans rätseln über BVB – nur Kovac ist begeistert

Der BVB gewinnt in der Champions League, doch der Auftritt sorgt für Diskussionen. Nach Abpfiff zeigen sich bemerkenswerte Unterschiede.

BVB-Spieler jubeln.
Borussia Dortmund schlägt Sabah.

Drei Punkte, endlich wieder ein Sieg – und trotzdem jede Menge Fragezeichen. Borussia Dortmund hat seine Negativserie in der Champions League beendet, beim 2:1 gegen Sabah FK aber den erhofften Befreiungsschlag verpasst. Gegen den krassen Außenseiter aus Aserbaidschan machte sich der BVB das Leben wieder unnötig schwer.

📌 Sabah – Dortmund

Guirassy rettet dem BVB den Sieg

Dabei hatte alles nach einem entspannten Abend ausgesehen. Dortmund begann druckvoll, Guirassy staubte bereits nach zehn Minuten zur Führung ab. Der BVB erspielte sich weitere Möglichkeiten, ließ aber die nötige Konsequenz vermissen. Auch Fabio Silva vergab aussichtsreiche Chancen.

Statt einer deutlichen Führung stand plötzlich das 1:1 auf der Anzeigetafel. McCarthy traf in der 39. Minute per Kopf. Guirassy brachte Dortmund kurz nach Wiederbeginn erneut in Führung (53.). Doch weil weitere Hochkaräter ungenutzt blieben, durfte Sabah bis zum Schlusspfiff auf einen Punkt hoffen. Ein knapper Sieg gegen einen Gegner, der erst seit 2017 existiert und erstmals Champions League spielt.

Kobel spricht BVB-Probleme offen an

Gregor Kobel war anschließend vor allem über die verpasste Vorentscheidung enttäuscht. „Ich glaube, es war am Ende vielleicht auch wirklich schwerer, als es hätte sein müssen“, erklärte der Torwart. Der BVB habe sich immerhin „sehr, sehr viele Chancen herausgespielt, sicherlich die meisten in den letzten Wochen“.

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Genau darin liegt aber auch das Problem. „Wenn du nur mit einem Tor führst, riecht der Gegner bis zum Ende, dass da noch was geht“, sagte Kobel. Mit besserer Chancenverwertung hätte Dortmund seiner Meinung nach drei, vier oder sogar fünf Treffer erzielen können. Die enorme Reisebelastung wollte er nicht als Entschuldigung gelten lassen. Sie sei zwar „sehr anstrengend“, dürfe aber „als Ausrede“ nicht zählen.

Guirassy vermisst beim BVB Konstanz

Doppeltorschütze Guirassy war nach seinem persönlichen Erfolg ebenfalls nicht restlos zufrieden. Zwar freute sich der Angreifer über die wichtigen drei Punkte, sprach aber auch die vergebenen Möglichkeiten an. Vor allem bei der Frage, was dem BVB derzeit fehlt, wurde er deutlich.

„Ich würde sagen, vielleicht die Konstanz“, erklärte Guirassy. „Das ist der Unterschied auf höchstem Niveau, bei den besten Spielern: Konstanz, jede Woche.“ Daran müsse die gesamte Mannschaft arbeiten, ausdrücklich auch er selbst. Sein Fazit: „Wenn wir alle konstant spielen, können wir in dieser Saison viel erreichen.“

Ein bemerkenswerter Befund nach einem Sieg gegen einen Gegner, den Dortmund eigentlich klar beherrschen sollte. Guirassy traf zwar zweimal, sieht aber weiterhin ein grundsätzliches Problem.

Fans reagieren mit Frust und Unverständnis

Auch unter den Anhängern löste der Auftritt keineswegs nur Erleichterung aus. In einer Diskussion unter BVB-Fans im Netz schrieb ein Nutzer nach Abpfiff: „Das fühlt sich wie eine Niederlage an.“ Ein anderer hatte bereits während der Partie die Chancenverwertung kritisiert: Dortmund hätte längst vier Tore erzielen müssen, bekomme den Ball aber einfach nicht konsequent ins Tor.

Allerdings gab es auch positivere Stimmen. Ein Fan lobte die besseren Kombinationen und den erkennbar verbesserten Offensivplan. Der Sieg sei zwar weniger deutlich ausgefallen als verdient, spielerisch habe Dortmund aber Fortschritte gemacht. Von einer einhelligen Fan-Wut kann deshalb keine Rede sein. Gerade die gegensätzlichen Reaktionen zeigen, wie schwer dieser BVB aktuell einzuschätzen ist.

Kovac ist vom BVB begeistert

Einer hatte dagegen besonders viel Lob übrig: Niko Kovac. „Wir haben heute offensiv aber ein richtig gutes Spiel gemacht, finde ich“, erklärte der Trainer. Seine Mannschaft habe zahlreiche Chancen herausgespielt. Bei besserer Verwertung wäre ein Sieg mit drei oder vier Toren Unterschied möglich gewesen. „Das hat mir gefallen.“

Dass Dortmund nach einer starken Anfangsphase erneut den Faden verlor, führte Kovac auf Ballverluste und Unkonzentriertheiten zurück. „Das darf nicht passieren“, räumte er ein. An seinem positiven Gesamturteil änderte das allerdings wenig: „Ich bin trotzdem mit der Leistung sehr zufrieden.“ Auch die vielen Offensivaktionen nach der anstrengenden Auswärtstour stimmten ihn glücklich.

Viel Zeit zum Nachbessern bleibt nicht. Am Samstag wartet Eintracht Frankfurt, danach Werder Bremen im DFB-Pokal. Gegen diese Gegner dürfte sich der BVB derart viele Nachlässigkeiten kaum erlauben können. Die drei Punkte aus Baku sind wichtig. Ob sie tatsächlich eine Wende einleiten, lässt sich aus diesem Auftritt noch nicht erkennen.

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