Zurück
Bei Eintracht Frankfurt hat mit dem Abschied von Markus Krösche eine Ära geendet. Der langjährige Sportvorstand wurde auf eigenen Wunsch von seinen Aufgaben entbunden und hinterlässt nun eine große Lücke, die laut Einschätzung von Lothar Matthäus nur "schwer zu schließen ist".
"Da geht es nicht nur um seine Kontakte, das Sportliche, spektakuläre Transfers oder die Erlöse, sondern auch um seine menschliche Seite", ergänzte der TV-Experte gegenüber der Bild. "Ich bedauere es für ihn und Frankfurt. Krösches Nachfolger steht vor einer Herkulesaufgabe. Es ist ein spannender Job, aber er wird sehr schwierig."
Krösche war in Frankfurt zuletzt immer mehr in die Kritik geraten, da er nicht nur mit der Trainerwahl von Albert Riera komplett daneben gegriffen hatte. Auch der Kader der Eintracht war nicht so gut aufgestellt, wie man das aus den Vorjahren gewohnt war.
"Natürlich war in den letzten Monaten nicht alles perfekt", meinte Matthäus, sagte aber auch: "Bei dem, was er für den Verein geleistet hat, hat mich das Ausmaß der Kritik aber verwundert. Selbst in München hat man Spieler verpflichtet, die letztlich nicht das gebracht haben, was man erwartet hatte. Trotzdem sind die Verantwortlichen, die sie verpflichtet haben, immer noch da."
Dass Krösche um die Trennung bat, ist daher für Matthäus nachvollziehbar: "Er war mit ganzem Herzen dabei und hat wahrscheinlich auch gemerkt, dass das Vertrauen nicht mehr da war, das man braucht, um solche Dinge mit voller Überzeugung zu machen."
Der TV-Experte ist der Meinung, dass die Beziehung zwischen Krösche und Eintracht Frankfurt "einfach nicht mehr funktioniert" hat. "Dazu passt die ganze Unruhe, die teilweise – das befürchte ich – von anderen Leuten aus dem Verein kam."
Laut übereinstimmenden Medienberichten steht Markus Krösche nun vor einem Wechsel zur AC Mailand, wo er als Head of Football weitreichende Kompetenzen erhalten soll. Für Lothar Matthäus ein guter Schritt: "Wenn er nur annähernd so gut arbeitet wie in Frankfurt, ist Markus Krösche für jeden Verein ein großer Gewinn. Für AC Mailand wäre er das in der aktuellen Situation umso mehr."
Mit Blick auf seine eigene Vergangenheit bei Inter Mailand fügte Matthäus aber ebenfalls hinzu, dass Krösche mit Milan "die Lücke hoffentlich nicht zu schnell schließen" werde. In der Serie A liegen die Rossoneri derzeit vier Punkte hinter Inter; am Ende der vorangegangenen Spielzeit trennten die beiden Mailänder Klubs sogar 17 Punkte.