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Der Formel 1 droht womöglich ein unliebsames Saisonende. Sowohl das Rennen in Katar als auch jenes in Abu Dhabi könnte abgesagt werden, was auch dem Gesamtführenden Kimi Antonelli nicht schmecken dürfte.
Die angespannte Lage in der Region könnte zur Folge haben, dass der junge Italiener auf seine Krönung zum Weltmeister beim F1-Saisonabschluss verzichten muss und sich den Titel "auf der Couch" sichert. Politikexperten gehen nämlich davon aus, dass sich die angespannte Situation nach den Midterms in den USA wieder verschärfen könnte.
Gleichwohl hatte sich der Boss der Motorsport-Königsklasse, Stefano Domenicali, kürzlich zuversichtlich ob eines Stattfindens der Rennen gezeigt. "Das ist die Richtung, die wir auf der Grundlage der uns vorliegenden Informationen und Zusicherungen eingeschlagen haben - und die wir natürlich unbedingt brauchen, das versteht sich von selbst", sagte er gegenüber Sky Italia und betonte: "Diese Strategie werden wir bis zum Jahresende verfolgen."
Antonelli hat derweil beste Chancen, sich schon vorher zum Weltmeister zu küren. Der Vorsprung des 20-Jährigen von Rennstall Mercedes auf seinen engsten Verfolger George Russell beträgt aktuell 102 Punkte. Baut er den Abstand auf seinen Teamkollegen beim Rennen in Austin am nächsten Wochenende (25. Oktober) auf mindestens 125 Zähler aus, ist ihm der Titel bei noch fünf ausstehenden Grand Prix nicht mehr zu nehmen. Passiert das allerdings nicht und ein Rennen müsste ersatzlos gestrichen werden, würde er abseits der Kameras triumphieren. Zweifellos ein Super-GAU für die Formel 1 in Sachen Inszenierung und Vermarktung.
Das Rennen in Katar ist für den 29. November angesetzt, ehe der Tross eine Woche später in Abu Dhabi halten soll, um die Saison gebührend zu beenden. Mit Spannung wird deshalb erwartet, ob die MotoGP am 8. November - und damit kurz nach den Zwischenwahlen - fahren wird. Andererseits gibt es einen Ausweichplan, wonach die Formel 1 das Saisonfinale am 6. Dezember in Imola austragen könnte. In diesem Fall könnte sich Antonelli sogar vor heimischer Kulisse feiern lassen.
Verschärft wird der Konflikt zwischen den USA und dem Iran indes seit einigen Wochen durch die Situation in Saudi-Arabien, welches direkt an Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate grenzt. Zuletzt übernahmen die Huthi-Milizen, eine aus dem Norden des Jemen stammende Guerillagruppe, die Verantwortung für mehrere Raketenangriffe auf Saudi-Arabien. Laut eines Sprechers der schiitischen Rebellen seien auch der internationale Flughafen King Khalid und eine Aramco-Raffinerie in Riad in Mitleidenschaft gezogen worden. Er kündigte weitere Operationen auf saudischem Gebiet an.
Während Saudi-Arabien darauf bedacht ist, die Lage herunterzuspielen, wird mit einer weitaus höheren Zahl an Opfern als angegeben gerechnet. Aramco ist derweil nicht nur einer der größten Ölkonzerne der Welt und wichtiger Geldgeber der heimischen Regierung, sondern auch Hauptsponsor und Partner von F1-Team Aston Martin.