Zurück
Fußball an der Castroper Straße ist per se immer etwas anders als an vielen Profi-Standorten in Deutschland. Unter Flutlicht entfaltet sich die Magie des Ruhrstadions dann noch einmal mehr, wenn es eng und stimmungsgeladen ist, wenn der Schein der „Fliegenklatschen“, wie die markanten Flutlichtmasten an den vier Ecken auch gern genannt werden, die Mannen auf dem Rasen erleuchtet. Wenn es dann noch in einem K.-o.-Spiel zur Sache geht, wie am Dienstag gegen Mainz 05 (18 Uhr, Sky), kann man sich sicher sein, dass die Stimmung brodeln wird.
Genau darauf setzt auch Bochums Trainer Uwe Rösler vor dem Duell mit dem Bundesligisten. „Mainz ist klarer Favorit, wir müssen den Heimvorteil in die Waagschale werfen. Wir wollen eine Atmosphäre erzeugen, die uns die Chance gibt, weiterzukommen“, sagte der 57-Jährige am Montagmittag auf der obligatorischen Pressekonferenz.
Dafür braucht es von seiner Mannschaft mindestens solch eine konzentrierte und kämpferische Leistung wie gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Freitag. Das 1:1 sorgte nach zuvor drei Niederlagen in Serie in Bochum für eine Stimmungsaufhellung, wenngleich jeder Fan und jeder Verantwortliche weiß, dass man aufgrund eines Spiels noch lange nicht über den Berg ist. Dafür lief in den vergangenen Wochen zu viel unrund.
Gegen Mainz soll das allerdings keine Rolle mehr spielen. „Ich habe ein gutes Gefühl nach dem Spiel gehabt, die Mannschaft auch“, sagte Rösler. „Das hat sich weiter verstärkt. Die Mannschaft weiß, dass sie mithalten kann, wenn wir alles abrufen. Sie braucht einen Plan und Selbstvertrauen. Wir hätten gegen Wolfsburg sogar gewinnen können – vielleicht sogar müssen.“ Diese Erkenntnis soll das nötige Selbstvertrauen herauskitzeln, um dem klaren Favoriten ein Schnippchen zu schlagen.
Zumal es für den Verein um eine Menge Geld geht. Über 900.000 Euro würde der VfL Bochum allein durch das Weiterkommen am Dienstagabend einnehmen, hinzu kommen die Zuschauer- und TV-Einnahmen aus dem Spiel gegen Mainz. Daran habe Rösler allerdings bislang keinen Gedanken verschwendet, sagte er. „Ich weiß, dass in Deutschland in den ersten Runden viel Geld ausgeschüttet wird. Das war aber kein Thema. Die Begeisterung, sich mit einem Bundesligisten zu messen, sollte groß genug sein. Wir haben eine Chance, wir müssen dran glauben und Glück haben. Das ist unser Fokus“, sagte er.
Das ist als klare Ansage an seine Mannschaft zu verstehen, von der er erneut eine erwachsene Leistung erwartet wie gegen Wolfsburg. Wer da mithalten könne, könne es auch gegen Mainz, ist sich Rösler sicher. Die individuelle Qualität der Wölfe etwa mit Fabian Reese und Muhammed Damar sei ähnlich der eines Bundesligisten. Entsprechend dürfe sich auch keiner seiner Spieler im Vorfeld zu große Gedanken machen.
Zumal ein neuer Zusammenhalt Einzug gehalten hat. „Das Wichtigste war, dass die Mannschaft sich nicht ergeben hat. Meine Mannschaft ist astrein, hat alles probiert und sich mit Intensität und tollem Fußball hereingekämpft. Der Fakt, dass wir die Reihen schließen konnten, ist mir sehr wichtig“, sagte er rückblickend auf die Partie gegen Wolfsburg. Zusammen mit dem Stadion soll das nun für die Pokalüberraschung reichen.