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Der FC Bayern begeistert unter Vincent Kompany mit offensivem Fußball, aggressivem Pressing und einer enormen Dominanz. Doch ausgerechnet die mutige Spielweise des deutschen Rekordmeisters könnte sich gegen europäische Spitzenmannschaften als Problem erweisen. Der ehemalige Bundesliga-Profi Erik Meijer hat das System der Münchner genauer unter die Lupe genommen und dabei eine mögliche Schwachstelle ausgemacht.
Die Bayern präsentieren sich in dieser Saison vor allem offensiv in beeindruckender Verfassung. Mit Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz verfügt Kompany über eine Angriffsreihe, die nahezu jeden Gegner vor große Probleme stellen kann.
Zuletzt demonstrierten die Münchner beim 6:1-Erfolg gegen RB Leipzig eindrucksvoll ihre Offensivstärke. Allerdings zeigte bereits das 3:3 gegen Viking Stavanger, dass die Mannschaft defensiv nicht immer sattelfest ist.
Für Meijer liegt das vor allem an der offensiven Ausrichtung des Bayern-Spiels.
Im Interview mit Tribuna erklärte der ehemalige Liverpool-Profi, warum die Münchner trotz ihrer Dominanz verwundbar bleiben. „Eine Mannschaft, die so offensiv spielt, wird im Umschaltspiel immer angreifbarer. Wie ist ihre Restverteidigung organisiert? Und wie geht man als Gegner damit um? Welche Spieler lässt man vorne und spekuliert auf den Konter?“, analysierte Meijer.
Der 57-Jährige sieht vor allem die Räume hinter der weit aufgerückten Bayern-Mannschaft als möglichen Ansatzpunkt für gegnerische Teams. „Bayern spielt nun einmal mit sehr vielen Spielern offensiv. Das ist vielleicht die ganz kleine Schwachstelle dieser Mannschaft.“
Gerade gegen Gegner, die nach Ballgewinnen schnell umschalten, könnte diese Spielweise zum Risiko werden.
Mit dem FC Arsenal wartet am Mittwochabend ein Gegner, der über die individuelle Qualität verfügt, solche Situationen auszunutzen.
Für Kompany wird es deshalb entscheidend sein, die Balance zwischen offensiver Dominanz und defensiver Absicherung zu finden.
Trotz seiner kritischen Analyse ist Meijer von der Arbeit des Bayern-Trainers begeistert.
Besonders beeindruckt ihn, wie es Kompany gelungen ist, selbst die größten Stars der Mannschaft in die Defensivarbeit einzubinden. „Kompany hat es geschafft, dass alle Stars bereit sind, für die Mannschaft zu arbeiten und ihren Teil beizutragen. Harry Kane oder Olise sind sich nie zu schade, Defensivarbeit zu leisten. Wenn man das als Trainer schafft, ist man ein ganz Großer“, schwärmte der Niederländer.
Damit hebt Meijer einen entscheidenden Faktor für den bisherigen Erfolg der Münchner hervor.
Kompany verlangt von seinen Offensivspielern nicht nur Kreativität und Torgefahr, sondern auch konsequentes Gegenpressing und die Bereitschaft, nach Ballverlusten sofort nach hinten zu arbeiten.
Dass selbst etablierte Superstars wie Kane und Olise diese Aufgaben übernehmen, spricht aus Sicht des ehemaligen Profis für die Autorität des Bayern-Coaches.
Die Herausforderung bleibt allerdings bestehen: Je offensiver die Münchner agieren, desto wichtiger wird die Absicherung gegen schnelle Gegenangriffe.
Ob Arsenal diese vermeintliche Schwachstelle ausnutzen kann, wird sich am Mittwochabend in der Allianz Arena zeigen.