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Mit einer Zeit von 2:54,29 Stunden hat Dirk Joos bei der Masters-Marathon-Weltmeisterschaft in Zagreb (Kroatien) die Silbermedaille in der Mannschaftswertung gewonnen. In der Einzelwertung der Männer zwischen 45 und 49 Jahren belegte der Sportler aus Friedrichshafen-Fischbach den 16. Platz. Spanien gewann die Mannschaftswertung, Deutschland wurde Vize-Weltmeister vor Portugal auf Rang drei.
Für die Mannschaftswertung werden die drei schnellsten Läufer einer Nation gewertet. Joos war der zweitschnellste Deutsche und leistete damit einen wichtigen Beitrag zum Gewinn der Silbermedaille in der Kategorie M45. Die Masters-WM findet alle zwei Jahre statt und ist für alle Sportler ab 35 Jahren geöffnet, die dort in Fünfjahresschritten eingeteilt um die Titel kämpfen.
Die Vorbereitung von Dirk Joos verlief zunächst alles andere als optimal, da Joos erst ab Mitte August wieder vernünftig trainieren konnte. Danach lief es jedoch umso besser. Sein Wunschziel für Zagreb war eine Zeit von 2:55 Stunden, als Minimalziel hatte er sich die Drei-Stunden-Marke gesetzt. Mit seiner Endzeit unterbot er seine Wunschzeit sogar knapp.
Dabei war der Start in Zagreb für den erfahrenen Läufer auch eine Rückkehr auf die Marathondistanz nach langer Pause. Seinen letzten Marathon hatte Joos vor mehr als zehn Jahren beim Bienwald-Marathon in Kandel absolviert. Seine persönliche Bestzeit von 2:40,19 Stunden war er bereits 2010 beim Berlin-Marathon gelaufen. Nach der langen Pause wollte er endlich wieder einen Marathon laufen und das besondere Gefühl dieses Wettkampfs erneut erleben.
Der Rennverlauf war anfangs ideal: Die ersten vier Kilometer führten bergauf, anschließend ging es vier Kilometer bergab, und der übrige Teil der Strecke war überwiegend flach. Eine zusätzliche Herausforderung stellte die Rundenaufteilung dar. Nach einer großen Halbmarathonrunde folgten zwei weitere Runden über jeweils ein Viertel der Marathondistanz. Gerade in den Schlussrunden musste Joos immer wieder langsamere Läufer überholen, was den Rhythmus erschwerte.
Ab Kilometer 33 machten sich zudem starke Verkrampfungen in den hinteren Oberschenkeln bemerkbar. Joos nahm deshalb etwas Tempo heraus, um den Marathon sicher ins Ziel zu bringen. Das gelang ihm erfolgreich - und mit einer Zeit, die seine Erwartungen sogar leicht übertraf.
Unterstützung erhielt er von seiner Familie, die ihn nach Kroatien begleitet hatte und an der Strecke anfeuerte. Bei trockener Witterung und Temperaturen zwischen 15 und 17 Grad wurde der Wettkampf auch abseits der Strecke zu einem besonderen Erlebnis - sogar im kroatischen Fernsehen war Joos kurz zu sehen.
Nach einer schwierigen Vorbereitung und mehr als zehn Jahren ohne Marathon-Wettkampf ist die Freude über den Vize-Weltmeistertitel mit der deutschen Mannschaft nun entsprechend riesig.