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(Motorsport-Total.com) - Kimi Antonelli krönte sich in Mexiko am Sonntag zum neuen Formel-1-Weltmeister, doch Ferrari sorgte fast für die noch größeren Schlagzeilen - zumindest in negativer Hinsicht. Denn gleich in der ersten Runde verschenkten Charles Leclerc und Lewis Hamilton durch ein internes Duell eine Doppelführung und damit womöglich auch den Sieg.
Muss sich Lewis Hamilton etwas zurücknehmen? Zoom
Während Hamilton anschließend seinen Teamkollegen kritisierte, sieht Experte Ralf Schumacher die Situation etwas anders. Im Podcast Backstage Boxengasse von Sky sagt er, dass Leclerc im Zweikampf der beiden in der Anfahrt auf Kurve 4 die bessere Linie gehabt habe.
Der Monegasse setzte sich dort außen neben Hamilton, doch dieser sei "obwohl er wusste, dass er die Kurve nicht kriegen kann, einfach da reingefahren", so Schumacher. Tatsächlich kamen beide Ferrari-Piloten in der Situation von der Strecke ab.
"Lewis Hamilton hat in Kauf genommen, dass sie, wenn Charles Leclerc nicht rüberfährt, crashen. Das ist Absicht", so Schumacher, der ergänzt: "Charles Leclerc hatte überhaupt gar keine Möglichkeit, diese Kurve zu fahren. [...] Die beiden wären ja gecrasht."
"Er war auf der sauberen Linie, also er hat nichts falsch gemacht. Er konnte halt einfach nur nicht einlenken, weil sein Teamkollege da war", betont der Experte, der klarstellt: "Ich habe auch damit kein Problem, weil es eine Rennsituation ist. Jeder entscheidet sich, spät zu bremsen und will seine Position nicht abgeben."
Ein Problem habe er allerdings "mit dem Drama, was danach kam", so der sechsmalige Grand-Prix-Sieger. Denn am Funk forderte Hamilton durch die Blume eine Strafe für seinen Teamkollegen. "Macht man nicht", stellt Schumacher in diesem Zusammenhang klar.
Tatsächlich bekam Leclerc für das Verlassen der Strecke eine Fünf-Sekunden-Strafe, durch die er die Führung später an Max Verstappen verlor. "Die beiden haben sich da gegenseitig das Rennen kaputt gemacht. Die hätten das Rennen gewinnen müssen", so Schumacher.
Der Ferrari sei in Mexiko "das schnellere Auto" gewesen, stellt er klar und betont, als Teamchef würde er beiden Fahrern "die Leviten lesen und ihnen erklären, wie das bei Ferrari zu funktionieren hat". Vor allem Hamiltons Verhalten ist für Schumacher problematisch.
"Aus meiner Sicht geht da der Hund mit dem Herrchen spazieren im Moment", sagt er metaphorisch und erklärt: "Lewis Hamilton stellt sich aus meiner Sicht über die Marke, stellt sich nach außen hin und macht mehr auf Teamchef als auf Fahrer."
"Er ist in dem Moment, finde ich, zu selbstbewusst und muss sich selber mal die Frage stellen, was er überhaupt will. Geht es um ihn oder geht es um den Erfolg des gesamten Teams? Und man hat manchmal das Gefühl, ehrlicherweise, dass es sich nur um ihn dreht", so Schumacher.
"Natürlich wird auch Charles Leclerc versuchen, besser zu sein. Aber diese Rivalität, die ist einfach einen Schritt zu weit gegangen. Das wissen wir jetzt seit mehreren Rennen", sagt der Experte und stellt klar: "Da muss jetzt dringend was geändert werden."
"Ich würde es nicht tolerieren", sagt er über Hamiltons Verhalten, das Team und Leclerc "öffentlich" zu kritisieren. "Es kann ja nicht sein, dass Ferrari darunter leidet, dass beide Dickschädel sind", sagt der Experte, der sich vom Management nun ein härteres Durchgreifen wünscht.
In dieser Hinsicht sind er und Hamilton sich übrigens einig. Auch der Rekordweltmeister selbst deutete bereits mehrfach an, dass interne Schwierigkeiten in seiner Zeit bei Mercedes deutlich besser gehandhabt worden seien als aktuell bei Ferrari.