Zurück
Trotz Hitze und Wassermangel: Hüttenwirte im Landkreis Miesbach blicken auf eine erfolgreiche Saison zurück. Ein Verbot sorgte für Ärger.
Landkreis Miesbach – Ein heißer, trockener Sommer hat den Berghütten im Schlierseer Land (Landkreis Miesbach) einiges abverlangt. Wie Merkur-Reporterin Doris Schmid berichtet, mussten mehrere Hüttenwirte wegen akuter Wasserknappheit kurzfristig reagieren. Trotz der Extreme ziehen die Betreiber zum Saisonende eine positive Bilanz.
Dominik Schumacher führt das Rotwandhaus oberhalb des Spitzingsees erst seit Juni. Der gebürtige Rheinländer zieht dennoch ein rundum positives Fazit seiner ersten Saison. Bis Ende August war die Hütte mit ihren 69 Betten fast durchgehend ausgebucht. Vereinzelt seien Wanderer trotz Buchung nicht gekommen. „Aber im Großen und Ganzen hat es gepasst“, sagt der 37‑Jährige.
Der Landkreis Miesbach liegt in Oberbayern und reicht bis an die Grenze zu Österreich am Alpenrand.
Der Hitzesommer bescherte ihm viele Gäste, vor allem in den Ferien war die Hütte auf 1737 Metern gut besucht. Trotzdem sei es oben gut auszuhalten gewesen: „Es ist immer ein Wind gegangen“, erzählt Schumacher. Weil selbst in dieser Höhe im August das Wasser knapp wurde, stellte er die Duschen für Gäste ab. Bis zum 15. November kann im Rotwandhaus noch übernachtet werden. Anschließend sind Tagesgäste willkommen. „Die Gastronomie hat geöffnet, es wird eine kleine Karte geben“, kündigt der gelernte Koch an.
Auch Claudia Essendorfer, die seit zehn Jahren die Schönfeldhütte auf 1400 Metern betreibt, blickt zufrieden zurück: „Es lief sehr gut, gottseidank“, sagt die 47‑Jährige. Im August verhängte sie ebenfalls ein Duschverbot, um Wasser zu sparen. Bei manchen Gästen sorgte das für Unverständnis, obwohl es weiterhin warmes Wasser zum Waschen gab. „Das hat mich stutzig gemacht“, berichtet Essendorfer.
Neben der Wasserknappheit setzen ihr steigende Preise und Bürokratie zu, besonders bei Energie und Lebensmitteln. „Ich will den Leuten noch Bodenständigkeit bieten“, sagt sie, auch wenn das zunehmend schwerer werde. Allein für Heizöl zahlte sie in diesem Jahr 3500 Euro für 2000 Liter. Bis zum 8. November ist die Hütte noch geöffnet. Nach der Pause geht es dann am Zweiten Weihnachtsfeiertag weiter.
Auch Sophia Mpalampanis und Franz Kinnigkeit übernahmen in diesem Jahr neu das Taubensteinhaus nahe dem Spitzingsee. Kinnigkeit zieht ein positives Fazit der ersten gemeinsamen Saison: „Wir können schon zufrieden sein“, sagt der 64-Jährige. Statt Wasserknappheit bereitete hier der ausgetrocknete Boden Probleme, da er Regenwasser schlechter aufnahm und filterte. Dadurch musste die Filteranlage der Hütte deutlich häufiger gewartet werden. Noch bis zum 8. November hat die Hütte auf 1567 Metern geöffnet, bevor die Winterpause beginnt. „Auch wenn es stressig ist, wir machen weiter“, verspricht Kinnigkeit.