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Realistisch gesehen wird es für den VfB Stuttgart trotz Unterstützung des heimischen Publikums in der MHP-Arena sehr schwer werden, im Champions-League-Duell mit Atlético Madrid Punkte einzufahren.
Die Formkurve spricht zurzeit deutlich für die Spanier: Das Team von Diego Simeone reist mit sechs Siegen in Folge an den Neckar. Unter anderem Real Madrid (2:1), Real Sociedad (3:0) und in der Königsklasse Manchester United (2:0) konnte Atlético in den letzten Wochen bezwingen.
Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und der VfB wird gegen Atlético auch nicht ganz chancenlos sein. Hier sind drei Gründe, weshalb.
Bitter für Atlético, gut für den VfB: Abwehr-Boss Cristian Romero wird Madrid im Ländle nicht zur Verfügung stehen. Der argentinische Weltmeister hat sich jüngst eine Adduktorenverletzung zugezogen, die ihn bis Ende Oktober außer Gefecht setzt.
Romero trägt die Simeone-DNA in sich, wie kein zweiter Innenverteidiger im aktuellen Kader. Der 28-Jährige verkörpert Leidenschaft und absolute Kompromisslosigkeit, wobei er auch gerne an oder über der Grenze des Legalen geht.
Interessant: Atlético hat mit Romero auf dem Feld bislang in dieser Saison erst vier Gegentore kassiert, ohne ihn waren es bereits sechs. Und das, obwohl der Argentinier meistens startet.
In den ersten zwei Champions-League-Spielen hat Demirovic schon vier Treffer erzielt. Zwar hießen die Gegner "nur" Viking Stavanger und Slovan Bratislava, aber trotzdem sind das sehr beeindruckende Zahlen, mit denen der Bosnier zum VfB-Rekordtorschützen in der Königsklasse wurde.
Während Medo in der Bundesliga große Chancen aktuell teils kläglich vergibt, trifft er in der Champions League in ähnlichen Abschlusssituationen den Kasten. Manchmal sind solche Dinge im Fußball einfach nicht zu erklären.
Aber wieso sollte sein Lauf nicht auch gegen Atlético seine Fortsetzung finden? Bei Stürmern ist es häufig Kopfsache und Demirovic könnte sein Selbstvertrauen aus der CL auch gegen die Spanier zu Gute kommen. Ganz nach dem Motto: Anderer Wettbewerb, anderer Demirovic.
Zugegebenermaßen hat Atlético im Angriff deutlich namhaftere Optionen. Aber: Jonathan David, Julian Álvarez und Alexander Sørloth konnten in dieser CL-Saison noch keinen einzigen Treffer beisteuern. Im direkten Duell hat also Demirovic die Nase vorn – obwohl das natürlich mit einem kleinen Augenzwinkern zu bewerten ist.
Schaut man auf die Ligaphase des VfB in der vergangenen Europa-League-Saison fällt auf: Stuttgart hat alle Heimspiele in der MHP-Arena gewonnen. Celta Vigo (2:1), Feyenoord Rotterdam (2:0), Maccabi Tel Aviv (4:1) und Young Boys Bern (3:2) hießen ihre Opfer.
Und auch in der CL hat sich die Serie bereits fortgesetzt. Der 3:1-Erfolg gegen Viking Stavanger könnte ein Vorgeschmack auf weitere Heimsiege in der Königsklasse gewesen sein.
In Madrid wäre es wohl nochmal schwieriger, Zählbares mitzunehmen. Aber mit dem Heimpublikum im Rücken können Kräfte freigesetzt werden, die über jegliche Logik hinweg gehen. Im Stuttgarter Kessel kann es dann auch für Atlético unangenehm werden.