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Bundesliga-Fünferpack: EAV tritt in Elversberg auf
Der beste Leverkusener in einem instabilen Team: Ibrahim Maza gegen den VfB Stuttgart.
Der beste Leverkusener in einem instabilen Team: Ibrahim Maza gegen den VfB Stuttgart.Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images

Die Kopa-Trophäe für den auffälligsten Nachwuchsstar ist der kleine Bruder des Goldenen Balls, über ihre Vergabe dürfen nur ehemalige Ballon-d’Or-Gewinner abstimmen. Bayer Leverkusens Spielmacher Ibrahim Maza, 20, gehörte zu den zehn Spielern, die der Veranstalter France Football zur Auswahl gestellt hatte, und wenn er auch bloß auf dem neunten Platz gelandet war und lediglich eine Stimme erhalten hatte, so fühlte er sich doch geehrt. Denn das einzelne Votum stammte von Lionel Messi höchstpersönlich. Sollte Messi in Miami am Samstagmorgen um 9.30 Uhr vor dem Fernseher gesessen und die Partie zwischen Bayer 04 und dem VfB Stuttgart geschaut haben, dürfte er nicht enttäuscht gewesen sein. Maza war der beste Spieler seines Teams. Sein Treffer in der 75. Minute blieb allerdings nebensächlich, es war das 2:4. Bayer hatte sich gegen einen sehr effizienten VfB zu viele Abwehrfehler geleistet. So bleibt Maza neben dem Torjäger Patrik Schick – siebtes Tor im achten Ligaspiel – die einzige zuverlässige Größe im defensiv konstant instabilen Bayer-Team.

Spielentscheider in Teilzeit

In sieben von acht Bundesligaspielen des SC Freiburg ist Vincenzo Grifo schon zum Einsatz gekommen, aber zur Stammbesetzung gehört der 33-Jährige nicht mehr. Die 28 Minuten, die er jetzt im Spiel beim FC Augsburg mitwirkte, ergaben die längste Einsatzdauer, die ihm bisher vergönnt war. Doch auch als Einwechselspieler hat Grifo starken Einfluss. Ohne seine einzigartigen Flanken hätte der SC Freiburg zwei Tore weniger geschossen und somit vier Punkte weniger auf dem Konto, denn beide Treffer führten spät zu Erfolgen: beim 2:1 gegen Schalke vor drei Wochen und nun beim 2:1 in Augsburg. Auch im Pokal wäre der Sport-Club vielleicht nicht mehr vertreten, wenn Grifo am Mittwoch nicht das Ausgleichstor gegen Wolfsburg vorbereitet hätte. War es gegen den VfL noch ein relativ profaner Eckstoß, so war seine Methodik am Samstag wieder besonders sehenswert. Aus dem Stand servierte er die Flanke, die Cyriaque Irié kurz vor Schluss zum 2:1 nutzte. Für Grifo ist das aber auch ein Problem: Wenn er als Einwechselspieler so wertvoll ist, dann bleibt er auch einer.

Torschütze dringend gesucht

Besonders ausdrucksstark und klangvoll kam Dirk Oberschulte-Beckmann zuletzt rüber, wenn er ein Tor von Kenan Karaman ansagte. „Keeeeenaaan“, rief er melodiös (es hörte sich ungefähr an wie Riiiicolaaa), und das Publikum antwortete KA-RA-MAN. Keine Frage: Oberschulte-Beckmann, genannt „der Quatscher“, wird sehr vermisst auf Schalke, seit er sich im September aus gesundheitlichen Gründen vom Job des Stadionsprechers verabschieden musste. Fast 30 Jahre hatte er Schalkes Glanz und Elend mit seiner enormen Stimme begleitet. So wie den Quatscher vermissen die Fans in der Veltins Arena allerdings auch die Stimme seines Nachfolgers Kevin Gerwin beziehungsweise ein Tor von Kenan Karaman oder einem seiner Mitspieler. Auch bei seinem vierten Heimspieleinsatz durfte Gerwin keinen Treffer ansagen, RB Leipzig gewann 2:0. Dabei hatte Schalkes Trainer Miron Muslic das System gewechselt und die Abwehrordnung zugunsten der Offensive gelockert. „Wir können uns nicht von 0:0 zu 0:0“ retten, erklärte der Trainer später. Ein paar Gramm Verzweiflung waren nicht zu überhören.

Mainzer Kopfwaschtag

Das 1:4 in Elversberg dem Gegner zuzuschreiben, auf diese Idee kam Niko Bungert gar nicht erst. „Mit der Leistung heute hätten wir, glaube ich, gegen die restlichen 16 Teams in der Liga auch genau null Punkte geholt. Das liegt komplett an uns“, meinte der Sportdirektor des FSV Mainz 05. „Es ist völlig unerklärlich, wie wir innerhalb von wenigen Tagen aus einer Situation, in der wir ein gutes Gefühl und Selbstbewusstsein hatten, komplett ohne Selbstvertrauen auftreten.“ Der frühere Profi Bungert versuchte dann doch, das Unerklärliche zu erklären. Es sei „ganz eindeutig ein Kopfthema“, meinte er: „Es wirkt, als hätte uns kopfmäßig jemand den Stecker gezogen.“ Was hilft gegen die erste „allgemeine Verunsicherung“ der Saison? Bungerts Idee: „Wir müssen die Köpfe noch einmal zusammenstecken, hoffentlich ordentlich einmal waschen und dann anders in die nächsten Partien gehen.“ Also: Nur nicht den Kopf verlieren, ihn gut waschen und dann den Stecker kopfmäßig wieder reinstecken. Aber vorher ordentlich trocknen – sonst droht ein Kurzschluss.

Toll, Noll!

Nach dem 0:0 in Gladbach wurde der Paderborner Torwart Nahuel Noll als Man of the Match ausgezeichnet. Im Fachblatt Kicker ist der 23-Jährige aktuell einer der bestbewerteten Torhüter der Bundesliga. Bereits als fünfjähriger Bub war Noll nach Barcelona gewechselt – aber nicht des Fußballs wegen. 2003 in München geboren, zog er mit der spanischen Mutter und der Schwester in einen Vorort der katalanischen Stadt. Dort begann er das Fußballspielen beim FC Atletic Sant Just. Nach der Rückkehr nach München spielte er bei der FT Gern und beim TSV 1860, bevor er 2019 zur TSG Hoffenheim wechselte. In der Saison 24/25 wurde Noll an die SpVgg Greuther Fürth ausgeliehen, 25/26 an Hannover 96 und momentan ist er auf Leihbasis beim SC Paderborn. Wer wissen will, ob dieser Torwart, Enkel des olympischen Ruder-Silbermedaillengewinners Helmut Noll 1952 in Helsinki, seinem Fürth-Vorgänger Jonas Urbig und seinem Paderborn-Vorgänger Dennis Seimen irgendwann Konkurrenz im Kampf ums Nationalmannschaftstor macht, muss sich bloß die Highlights vom Samstag in Gladbach anschauen.

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