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Wegen Lennart Karl: Ballack attackiert Bayern-Bosse
Der Jungstar des deutschen Rekordmeisters sah sich zuletzt Kritik auch aus dem eigenen Klub ausgesetzt. Michael Ballack wird dazu deutlich.
Michael Ballack hat die Verantwortlichen des FC Bayern für ihre Äußerungen zu Lennart Karl scharf kritisiert – und dabei besonders Sportvorstand Max Eberl ins Visier genommen.
"Dass Max Eberl nun, nachdem Lennarts Leistungskurve wieder klar nach oben zeigt, ihm ein sportliches Loch attestiert, geschmückt mit Fehltritten, ist vom Zeitpunkt her unverständlich und inhaltlich zumindest mal zu hinterfragen", sagte Ballack vor dem Bundesliga-Topspiel der Münchner gegen Borussia Dortmund am Samstagabend. Der 50-Jährige ist Berater von Jung-Nationalspieler Karl.
Ballack betonte weiter: Der Jungstar habe nicht nur fußballerische Qualitäten, sondern auch Charakter. "Dass er mit diesem wahrscheinlich noch das eine oder andere Mal in seiner Karriere anecken wird, ist zu erwarten."
Eberl hatte unter der Woche die Aktivitäten des Teenagers abseits des Platzes infrage gestellt: "Da ist es eben heute so, dass der eine oder andere Fehltritt dabei ist, der jetzt aber nicht schlimm ist und für mich auch nicht ausschlaggebend für die Leistung ist." Weiter sagte der Bayern-Funktionär: "Er soll sich auf den Fußball konzentrieren." Eberl nahm Karl in die Pflicht: "Lenny muss auf dem Platz zeigen, dass er wieder herauskommt aus diesem Loch."
Ballack betonte nun: Dass Karl auf Social Media sehr aktiv ist und sich auch sonst extrovertiert präsentiert, sei für ihn an sich kein Problem. "Lennart ist 18 Jahre jung. Wo wart ihr mit 18? Genauso wie er sich auf dem Platz ausprobiert, tut er das auch außerhalb des Platzes."
Auch weitere Vereinsgrößen nahm Ballack von seiner Kritik indes nicht aus: "Jeder darf sich darstellen, wie er möchte. Dass man dabei nicht alles richtig macht, ist auch klar. Aber man darf seine sportliche Entwicklung nicht damit vermischen. Und genau das macht der FC Bayern", erklärte Ballack weiter. "Dass Uli Hoeneß diese Außendarstellung kritisiert, ist legitim. Aber dass er Lennart damit öffentlich zur Zielscheibe erklärt, ist auch klar."
Bayerns Ehrenpräsident Hoeneß hatte zuvor angedeutet, der 18-jährige Karl habe die Bodenhaftung verloren. "Ich habe mir vorgenommen, ein ernstes Gespräch mit ihm zu führen. Er ist noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut", sagte Hoeneß vor wenigen Tagen in einem Interview der "Welt am Sonntag". Nach Ansicht des 75-Jährigen haben die Lobeshymnen dem Senkrechtstarter der vergangenen Saison ein wenig den Kopf verdreht. Er habe sich "vorgenommen, ein ernstes Gespräch mit ihm zu führen", kündigte Bayerns Ehrenpräsident an.