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(Motorsport-Total.com) - Zu Beginn des Nachmittagstrainings für den Grand Prix von Australien ereignete sich ein bemerkenswerter Unfall. Marco Bezzecchi fuhr mit seiner Aprilia dicht hinter der Gresini-Ducati von Alex Marquez.
Marco Bezzecchi erhielt für den Unfall mit Marquez keine Strafe Zoom
In der schnellen Linkskurve 3, die nach Casey Stoner benannt ist, fuhr Alex Marquez innen neben dem Randstein. Bezzecchi wählte seine Linie etwas weiter. Beide drifteten spektakulär durch die schnelle Kurve.
Als sie am Kurvenausgang ihre Motorräder aufrichteten, hatte Bezzecchi einen Geschwindigkeitsüberschuss. Er versuchte nach außen zu ziehen, aber es kam zu einer Berührung.
Die Front von Bezzecchis Motorrad berührte die Gresini-Ducati seitlich rechts hinten. Verkleidungsteile flogen durch die Luft, hauptsächlich von der schwarzen Aprilia, wo sich viel gelöst hatte.
Anschließend konnte Bezzecchi sein Motorrad vor der Jack-Miller-Haarnadel nicht mehr richtig verzögern und stürzte auf der Wiese. Obwohl sein rechtes Bein unter dem Motorrad eingeklemmt wurde, zog sich der Italiener keine Verletzungen zu.
Wie ist es überhaupt zu diesem Unfall gekommen? "Keine Ahnung, fragt ihn", antwortet Alex Marquez auf diese Frage. "Ich lag vorne. Ich war auf der normalen Linie und in meinem gewohnten Rhythmus."
Der Spanier bestätigte, dass er in diesem Moment nicht das Gas zugedreht habe, sondern eine normale Runde gefahren sei. Das belegt auch die Sektorzeit. Alex Marquez fuhr in dieser Runde den ersten Sektor in 23,273 Sekunden, Bezzecchi in 23,254.
"Ich glaube", meint Alex Marquez, "sein Plan war es, mich an dieser Stelle zu überholen, weil er schneller war als ich, aber er hat sich etwas verschätzt. Es ist aber nichts passiert, also ist es okay. So läuft es eben, Schwamm drüber."
Auch Bezzecchi will die Situation nicht überbewerten: "So etwas kann schon mal passieren. Wir waren sehr nah beieinander, er hat an einer Stelle gebremst, an der ich es nicht erwartet hätte. Ich habe ihn nur leicht gestreift, bin dann aber ins Gras geraten und gestürzt."
Hat eventuell der Windschatten eine Rolle gespielt? Denn schon oft saugten sich Motorräder durch die Aerodynamik an, sodass der Hinterherfahrende kaum eine Chance hatte, darauf zu reagieren.
"Nun, der Wind wehte stark", sagt Bezzecchi. "Es war sehr windig, und als ich nah dran war, konnte ich kaum noch ausweichen. Deshalb habe ich sein Bein berührt, aber am Ende war es nichts Dramatisches. Es ist in Ordnung."
Das Training wurde kurz unterbrochen, um die Strecke von den Verkleidungsteilen zu säubern. Währenddessen untersuchten die Rennkommissare den Unfall. Sie werteten den Vorfall als Rennunfall und sprachen keine Strafe aus.
Bezzecchi konnte das Training mit seinem zweiten Motorrad fortsetzen und stellte am Ende die Tagesbestzeit auf. Alex Marquez beendete die Session auf Rang sechs, womit beide Fahrer direkt für Q2 qualifiziert sind.