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Biathlon: Geht das jetzt schon wieder los?
Erste Hinweise auf die Form: Beim Loop One Festival im Münchner Olympiapark tragen die Athleten, hier die Schweizerin Aita Gasparin, den sogenannten Super-Sprint aus.
Erste Hinweise auf die Form: Beim Loop One Festival im Münchner Olympiapark tragen die Athleten, hier die Schweizerin Aita Gasparin, den sogenannten Super-Sprint aus.Thomas Bachun/Gepa pictures/Imago

Der nacholympische Winter begann, wie konnte es anders sein, an einem Ort namens Olympiapark. Zum zweiten Mal gastierte die internationale Skijägerschaft hier in München, und man musste nicht in der Olympiaschwimmhalle unter Wasser tauchen, um die Feuchtigkeit zu spüren. Athleten und Zuschauer haben ein nasskaltes Wochenende erwischt, der Oktober präsentierte sich nicht gerade in Galaform. Den Schießstand aber haben die Organisatoren standhaft in den Olympiasee modelliert, die Bedingungen waren für alle gleich, anders als auf dem wankelmütigen Element Schnee. Und so beginnt das erste große Antesten im Rollen, Rutschen und Zielen.

Im trüben Dunst über München war Horns Groll zunächst verraucht, als es am Sonntag abermals auf die Strecke ging. Nach starken Qualifikationsläufen etwa von Voigt (die ihren Vorlauf gewann) sowie Nawrath und Horn (beide Zweite in ihrem Vorlauf) ging dem DSV-Quartett im sonntäglichen Finale die Präzision kollektiv abhanden. Nawrath, Horn, Voigt, Tannheimer und Johanna Puff streuten so wild wie Beschwipfste an der Wiesn-Schießbude. Mit fünf verfehlten Scheiben kam Horn als Siebter ins Ziel, Nawrath (6) wurde Zwölfter. Als beste deutsche Frau lief Johanna Puff (4) als Sechste über den Zielstrich, Tannheimer (6) wurde Siebte, Voigt (3) Neunte. Lisa Vitozzi (3) aus Italien und wie am Vortag Ponsiluoma (2) holten sich jeweils den Sieg.

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:Erster im Blechmedaillenspiegel

Schon wieder knapp am Podium vorbei: Philipp Horn sammelt den vierten vierten Platz der deutschen Biathleten ein. Im Massenstart fliegt der Franzose Fillon Maillet in der Schlussrunde an ihm vorbei.

Beim „Loop One Festival“ wurden keine Weltcuppunkte vergeben, und doch lieferte dieses Showevent erste sportliche Hinweise. Die gute Nachricht: Die Biathletinnen und Biathleten des deutschen Skiverbands (DSV) ließen erahnen, dass sie mit den Weltbesten mithalten können. Die weniger gute: Zu diesen Weltbesten fehlt auch im Oktober 2026 die ein oder andere gefallene Scheibe.

Am Samstag, im sogenannten Super-Sprint auf Skirollern rund um den Olympiasee, schafften je drei DSV-Frauen und -Männer den Sprung ins Finale über fünfmal 1,8 Kilometer. Lediglich Team Norwegen brachte ebenfalls sechs Athleten im Finalsprint unter. Im Wettkampf um die Treppchenplätze allerdings hatten die beiden besten Deutschen das Nachsehen, sowohl Janina Hettich-Walz als auch Philipp Nawrath kamen – mit jeweils zwei Strafrunden – als Vierte ins Ziel. Und wer sich an die Tage von Antholz erinnerte, kam nicht umhin, ein Déjà-vu befürchten zu müssen: Geht das jetzt schon wieder los?

„Wenn wir die ganze Zeit auf Podestkurs laufen, dann muss es einer von uns schaffen“, sagt Philipp Horn

Deutschlands Biathleten waren in Antholz so häufig auf Platz vier gelandet wie keine andere Nation. Philipp Horn (Massenstart), Vanessa Voigt (Einzel) und die beiden Staffeln hatten denkbar knapp Bronze verpasst, die deutsche Mixed-Staffel auf Rang drei rettete die einzige olympische Medaille. In München kam Horn am Samstag als Tagessechster ins Ziel (3 Schießfehler), knapp hinter Justus Strelow (1), der Fünfter wurde. Ein beachtliches Teamergebnis, nur fehlten dem Vierten Nawrath (2) eben eine Skirollerlänge oder auch zwei Zehntelsekunden auf den Franzosen Éric Perrot (2), der hinter dem Norweger Johan-Olav Botn (2) und Sieger Martin Ponsiluoma (3) aus Schweden Tagesdritter wurde.

In der Frauenkonkurrenz gewann Océane Michelon (1) aus Frankreich vor den beiden Schwedinnen Elvira Öberg (2) und Anna Magnusson (1). Die jüngste deutsche Starterin Julia Tannheimer, 21, kam mit vier Schießfehlern als Achte ins Ziel, Vanessa Voigt (5) wurde 13. Voigts und Tannheimers Trefferbild im ersten Liegendschießen erinnerte mehr an eine Saloon-Schießerei, nach zwei beziehungsweise drei Strafrunden zum Start war die Spitze bereits früh enteilt. „Etwas schade“, meinte Tannheimer zu ihren Schießfehlern, zumal sie von allen am schnellsten um den See gerollt war.

Es hätte schlechter laufen können, wie etwa bei der Österreicherin Lara Wagner, die im Qualifikationslauf mit der Norwegerin Karoline Knotten zusammengekracht war und zwei Zähne verlor. Das Ensemble des DSV präsentierte sich indes ohne Schrammen, geschlossen und recht ordentlich. Doch genau das ließ den 31 Jahre alten Horn hadern. „Ordentlich hört sich schlimm genug an, würde ich sagen“, sagte Horn zum Teamergebnis. „Wenn wir die ganze Zeit auf Podestkurs laufen, dann muss es einer von uns schaffen. Das ist ärgerlich.“

Im trüben Dunst über München war Horns Groll zunächst verraucht, als es am Sonntag abermals auf die Strecke ging. Nach starken Qualifikationsläufen ging dem DSV-Quartett im Finale die Präzision dann aber kollektiv abhanden. Nawrath, Horn, Voigt, Tannheimer und Johanna Puff streuten beim Schießen vor 15 000 Zuschauern alsbald wie Beschwipste an der Wiesn-Schießbude. Mit fünf verfehlten Scheiben kam Horn als Siebter ins Ziel, Nawrath (6) wurde Zwölfter. Als beste deutsche Frau lief die Sechste Johanna Puff (4) über den Zielstrich, Tannheimer (6) wurde Siebte, Voigt (3) Neunte. Lisa Vitozzi (3) aus Italien und wie am Vortag Ponsiluoma (2) holten sich jeweils den Sieg. Die frohe Kunde fürs deutsche Team: Auch am Sonntag lief keine Frau annähernd so schnell wie Julia Tannheimer um den Olympiasee.

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