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Mehr als 30 Ausfälle belasten den HSV schon. Warum die Verantwortlichen trotzdem nicht in Aktionismus verfallen.
Die Anzahl der Ausfälle beim HSV häufen sich immer mehr, Sportchef Claus Costa ist genervt. Wie gehen die Hamburger mit der Seuche um – und wann wird sie gefährlich?
Claus Costa suchte nach dem Pokal-Aus keine Ausreden, aber dennoch nach zwei passenden Worten, um das Verletzungspech des HSV zusammenzufassen. Schließlich fand er sie: „Es nervt.
“ Die weitsichtige Kaderplanung zahlt sich aus – doch es gibt Grenzen. Die Seuche sollte nicht zur Dauer-Belastung werden. , er wäre nicht aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Der Auftritt in der ersten Hälfte war überzeugend, zumal in Nicolai Remberg, Bilal Nadir, Nicolás Capaldo, Jordan Torunarigha, Yussuf Poulsen und Fábio Vieira ein Sextett mit Stammplatz-Anspruch im Kader fehlte.
– zu viel des Schlechten. Der Kopftreffer gegen den Abwehrchef war ein Unfall. Ihn hat es nicht schlimmer erwischt, auch wenn er am Donnerstag vorsichtshalber individuell trainierte. Bornauw soll am Sonntag bei der Liga-Revanche in Frankfurt spielen.
Der Schreckmoment um ihn warf dennoch sofort die Frage auf, wie schlimm es den HSV noch treffen soll. Die Seuche lässt sich mit Zahlen untermauern. Verletzungsbedingt mehr als 30 Ausfälle für die einzelnen Pflichtspiele hatte Merlin Polzin in dieser Saison insgesamt bereits zu beklagen. Alexander Røssing-Lelesiit verpasste fünf Partien aufgrund der Nachwirkungen seiner schweren Knöchelverletzung.
Bei Miro Muheim waren es vier Duelle. Remberg fällt wohl bis Saisonende aus, er musste bislang dreimal zusehen – genau wie Torunarigha , Bakery Jatta , Warmed Omari und Patson Daka . Dieses Quartett ist wieder fit. Dafür fehlen Vieira und Nadir wochenlang und Poulsen sowie Capaldo mindestens noch in Frankfurt.
Auch Albert Sambi Lokonga, Kofi Amoako und Albert Grønbæk wurden wegen kleinerer Blessuren seit diesem Sommer bereits ausgebremst. Wie ist die Häufung zu erklären? Dieser Frage geht man auch im Volkspark nach.
„Wir arbeiten das intern auf“, versprach Coach Polzin, „und betreiben Ursachenforschung. “ Man könnte aus diesem Satz des Trainers radikale Maßnahmen ableiten, tatsächlich aber verfallen die Chefs trotz des Ärgers über die Verletzungsflut nicht in Aktionismus. Detaillierte Analysen mit allen Arbeitsbereichen gibt beim HSV zweimal im Jahr – einmal im Sommer, dazu im Winter. Dann geht es auch mit der medizinischen und athletischen Abteilung um Aufarbeitung, Erkenntnisse und Schlussfolgerungen.
Zuletzt unterstrich Polzin: „Wir haben großes Vertrauen in diese Bereiche.
“ Er hätte auch das Beispiel Poulsen nennen können. Hatte der Däne in der Vorsaison nur einmal in der Startelf gestanden, vertraut er jetzt voll dem Rat der HSV-Ärzte und ‑Physios. Sie mussten den Körper des Stürmers kennenlernen und haben Erfahrungen gesammelt. Nur deshalb konnte PoulsenAuch andere Profis haben eine Verletzungsvorgeschichte mit nach Hamburg gebracht.
Bei Sambi Lokonga passt der HSV immer besonders auf. Bei Nadir und Terem Moffi, die vor ihrem Wechsel kaum mehr gespielt hatten und die Costa andernfalls kaum für wenig Geld hätte verpflichten können, befindet man sich noch im Prozess des Verstehens: Wann ist zu viel Belastung schädlich? Urteil von Lothar Matthäus – einen HSV-Profi trifft der Pokal-K.o. besonders hart Moffi hat zwei geschwächte Knie und keine 90 Minuten im Tank, bisher jedoch kein Pflichtspiel verpasst.
Nadir war nach Rembergs Unfall plötzlich gefragt und kassierte einen nicht völlig überraschenden Rückschlag. Der HSV dreht deshalb nicht durch, sondern vertraut dem weiterhin breit aufgestellten Kader und setzt auf viele individuelle Maßnahmen – damit die Seuche nicht doch zur größeren Gefahr wird. Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns über Ihren Beitrag und einen respektvollen Austausch. Um Kommentare verfassen zu können, benötigen Sie ein MOPO+ Abo.
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