flag
back Zurück
Ski-Weltcup 2026: Holdener staunt über Shiffrins Verzicht
  • Die Weltcup-Saison 2026/2027 startet am Samstag mit dem Riesenslalom der Frauen in Sölden.
  • Camille Rast wird als Kandidatin für den Gesamtweltcup gehandelt, nennt ihn aber «kein Ziel».
  • Mikaela Shiffrin lässt die ersten beiden Slaloms aus, Wendy Holdener könnte im Kampf um die Slalom-Kugel davon profitieren.

Am Samstag startet die Weltcup-Saison 2026/2027. Traditionell mit dem Riesenslalom der Frauen in Sölden (10 / 13 Uhr, live bei uns) – mit dabei sind auch zehn Schweizerinnen. Zwei davon sind natürlich Camille Rast und Wendy Holdener.

Die beiden sind wohl unsere heissesten Eisen am Samstag, auch wenn sie viel lieber durch den Stangenwald tanzen als Riesenslaloms zu fahren. Im Vorfeld haben Rast und Holdener in einer Medienrunde ausführlich über den kommenden Winter gesprochen.

Verzichtet Holdener künftig auf den Riesenslalom?

Holdener steht bereits zum 13. Mal in Sölden am Start – zum ersten Mal 2010, vor 16 Jahren. Viel verändert habe sich in dieser Zeit nicht, erzählt sie. «Das ist irgendwie auch schön. Es geht nach wie vor um die Zeit und nicht darum, wie schön du den Berg runterfährst.»

Richtig warm wurde sie mit dem Rettenbachgletscher nie. Holdeners bestes Ergebnis in Sölden ist ein sechster Rang 2018. Generell hat ihr der Riesenslalom in letzter Zeit Mühe bereitet. Ob es für sie je zur Debatte stand, den Riesenslalom komplett sein zu lassen? «Ja, diese Frage habe ich mir auch gestellt. Ich denke aber, einen Disziplinenwechsel drin zu haben, tut mir gut.»

Camille Rast hingegen wird sich solche Gedanken sicher nicht gemacht haben. Im letzten Winter gewann sie den Riesen in Kranjska Gora, wurde zweimal Zweite und dreimal Vierte. In den übrigen Rennen klassierte sie sich mindestens in den Top Sechs – ausser in Sölden.

Das Ski-Mekka im Ötztal und die Walliserin sind noch keine Freunde. Sechsmal stand Rast am Start, nur dreimal schaffte sie es in den zweiten Lauf. Ihr bestes Ergebnis ist der zwölfte Rang 2024. Wobei auch gesagt werden muss, dass sie immer wieder von Verletzungen geplagt wurde.

Da denke sie aber nicht gross dran. «Hier braucht man auch ein wenig Glück mit dem Wetter. Nur ganz wenig Sonnenschein oder Dunkelheit mehr (im Vergleich zu anderen Fahrerinnen, Anm. d. Red.) macht einen riesigen Unterschied», so die 27-Jährige.

Rast trainierte mit Dominik Paris

Bei Holdener war die Frage, ob eine Disziplin wegfallen könnte, bei Rast, ob noch eine dazukommen könnte – der Super-G. «Momentan habe ich noch viel Potenzial im Slalom und Riesenslalom. Auch der Spass an den beiden Disziplinen ist noch zu gross, als dass ich den Super-G hinzunehme.»

Sie fügt aber an: «Wenn ich den Super-G mal trainiere, habe ich grossen Spass daran. Ende der letzten Saison war ich drei Tage mit Dominik Paris unterwegs, das war sehr cool. Auch wenn die Super-G-Strecken mit ihm eher wie Abfahrten ausgesehen haben», erzählt sie und lacht.

Auch ohne dritte Disziplin wird sie als Kandidatin für den Gesamtweltcup gehandelt. «Es macht mich stolz, wenn ich im Zusammenhang mit dem Gesamtweltcup genannt werde. Das bedeutet, dass ich ziemlich gut Ski fahre (schmunzelt).»

Aber um die grosse Kugel mit zwei Disziplinen zu gewinnen, müsse man in beiden abliefern. «Gleichzeitig müssen diejenigen, die drei oder sogar vier Disziplinen fahren, eine weniger gute Saison haben», erklärt Rast. Das könne sie nicht beeinflussen, «darum ist der Gesamtweltcup kein Ziel für mich. Ich fokussiere mich einfach auf meinen Weg.»

«Hoffe, dass wir diese Chance nutzen können»

Nicht bei der grossen Kugel, dafür beim Slalom-Kristall könnte Wendy Holdener ein Wörtchen mitzureden haben. Denn: Überfliegerin Mikaela Shiffrin lässt die ersten beiden Slaloms sausen. In der letzten Saison belegte die 33-Jährige den dritten Rang in der Slalom-Wertung, hinter Shiffrin und Rast.

«Ich habe es zuerst gar nicht geglaubt, dass Mikaela die ersten zwei Slaloms auslässt», sagt Holdener. «Das wird sicher spannend. Aber über die kleine Kugel habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht.» Traurig darüber, dass Shiffrin in den Slaloms von Levi und Gurgl fehlt, ist die Innerschweizerin natürlich nicht. «Ich hoffe, wir können diese Chance nutzen.»

Traurig darüber, dass Shiffrin in den Slaloms von Levi und Gurgl fehlt, ist die Innerschweizerin natürlich nicht. «Ich hoffe, wir können diese Chance nutzen.»

Wie bewertest du Wendys Chancen auf die Slalom-Kugel ohne Mikaela Shiffrin in den ersten beiden Rennen?

Sehr gut, jetzt kann Holdener die Lücke nutzen.

Eher gut, aber dafür muss sie sehr konstant fahren.

Ausgeglichen, es hängt vor allem von ihrer Form ab.

Eher schlecht, Shiffrin fehlt nicht das ganze Jahr.

Gar nicht, ich rechne mit einem anderen Namen an der Spitze.

Nino Vinzens

Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise verteilt sich hauptsächlich auf die Sportarten Fussball, Ski Alpin und Eishockey.

Könnte Ihnen gefallen

„Dann höre ich auf“: Deutsches Biathlon-Juwel zieht Grenze

Merkur.de vor 5 Stunden

Lindsey Vonn verkündet nächste Hiobsbotschaft

Merkur.de vor 2 Stunden

Olympia-Starterin gab unmittelbar vor dem Saisonauftakt ihren Rücktritt bekannt

Tiroler Tageszeitung Online vor 5 Stunden

Ski alpin: Sieg mit klarem Vorsprung – Aicher tritt Nachfolge von Preuß an

Merkur.de vor 2 Tage

Nächste OP für Lindsey Vonn steht an

SPORT1 vor 2 Stunden

15-Jährige aus Nördlingen seit Mittwoch vermisst

donau-ries-aktuell vor 4 Stunden