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Einer, der sich das aus der Nähe angesehen hat, ist Sebastian Vettel. Er besuchte Diniz im November 2021 auf seiner Farm und sprach später im Formel-1-Podcast „Beyond the Grid“ begeistert davon: „So etwas braucht die Welt.“
Der viermalige Weltmeister erinnerte sich noch an Diniz' Zeit im Rennsport: „Er ist ja Mitte der 1990er-Jahre in der Formel 1 gefahren, und ich kann mich erinnern, dass ich ihn damals gesehen habe.“
Auf den Ex-Kollegen gestoßen ist Vettel aber nicht über den Motorsport, sondern über ein Buch: „Darin ging es um viele Projekte, wie man den Planeten wieder auf Kurs bringen und die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Und er war eines der Beispiele, weil er Agroforstwirtschaft betreibt.“
Das Prinzip erklärte Vettel so: „Man pflanzt Bäume, aber zwischen den Bäumen baut man seine Kulturen an. Statt Monokultur, bei der eine einzige Art nebeneinandersteht wie eine Armee aus Soldaten, mischt man alles. Man nutzt die Verbindung zwischen den Bäumen und den Pflanzen, die man anbauen will, damit beide davon profitieren. Also habe ich Kontakt aufgenommen und ihn besucht. Das war sehr, sehr cool“, sagte Vettel.
Podcast-Moderator Tom Clarkson warf ein, Diniz sei der größte Eierproduzent Brasiliens. Ganz so ist es aber nicht: Die Fazenda da Toca gilt als größter Produzent von Bio-Eiern des Landes. Dazu kommen Bio-Milch, Getreide und Agroforstflächen.
„Die Farm wächst, und er versucht, im Kreislauf zu wirtschaften“, sagte Vettel. „Wir haben damals auch über den Regenwald gesprochen und darüber, dass er illegal zerstört und Land beansprucht wird. Das liegt ihm sehr am Herzen.“
In der Formel 1 hatte Diniz den Ruf eines Paydrivers. Sein Vater Abilio Diniz besaß die große brasilianische Supermarktkette Pao de Acucar. Bei Arrows soll das Sponsorgeld, das Diniz mitbrachte, auf rund 13 Millionen US-Dollar geschätzt worden sein. Im Jahr 2000 kaufte die Familie sogar 40 Prozent am Prost-Team.
Sportlich blieb Diniz eher ein Mann für das Mittelfeld. In Erinnerung ist vor allem der Große Preis von Argentinien 1996: Nach einem Boxenstopp schloss ein Ventil am Tank nicht richtig, Benzin lief aus, und sein Ligier fing während der Fahrt Feuer. Diniz kam unverletzt aus dem Auto.
Seine zehn WM-Punkte sammelte er zwischen 1996 und 1999. Seine besten Ergebnisse waren Platz fünf beim Großen Preis von Luxemburg 1997 und beim Großen Preis von Belgien 1998.
Nach dem Karriereende in der Formel 1 kehrte Diniz nach Brasilien zurück. Er stieg ins Familienunternehmen ein und organisierte von 2002 bis 2006 die brasilianische Formel Renault 2.0. Heute steht für ihn die Landwirtschaft im Mittelpunkt.