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16 Jahre, ein Tag: Ilicevic stellt Moukokos Bundesliga-Rekord ein

Niko Ilicevic steht einen Tag nach seinem 16. Geburtstag im Kader von Eintracht Frankfurt gegen den HSV. Ob der Trainer ihn einwechselt, hängt laut Hütter von der Spielsituation ab.

Nun, da der große Tag immer näher rückt, hat sich manch einer im Frankfurter Fußball-Kosmos folgendes Wunschszenario zurechtgelegt: Kurz vor Schluss wird Niko Ilicevic im sonntäglichen Bundesliga-Spiel gegen den Hamburger SV eingewechselt. Alles deutet auf eine Nullnummer hin. Dann schnappt sich der Teenager den Ball, ein Dribbling hier, eine Finte da und ab dafür – unhaltbar in den Winkel. Der späte Siegtreffer, natürlich. Fall von kam, sah, traf und siegte. Beim Debüt, mit 16 Jahren – und einem Tag.

Hallo – ich wäre dann 16: Nico Ilicevic.
Hallo – ich wäre dann 16: Niko Ilicevic. © IMAGO/Jürgen Kessler

Okay, mag zu dick aufgetragen sein, kitschig obendrein, aber unterstreicht, welche Fantasien dieser Niko Ilicevic weckt, welche Erwartungen mit ihm und seinem möglichen Bundesligaeinstand verknüpft sind. Ilicevic, der im Alter von sieben Jahren zur Eintracht wechselte und spielerisch und als deutlich Jüngster die jeweiligen Jahrgänge nahm, trauen sie in Frankfurt vieles, wenn nicht alles zu.

Ilicevic vor Eintracht-Debüt

Weil der Offensivspieler mit dem feinen linken Fuß trotz seines zarten Alters unheimlich viel mitbringt. Tempo, Technik, Unbekümmertheit, Spielwitz, eine erstaunliche Reife. Nicht verwunderlich, dass die Eintracht ihr Ausnahmetalent im Sommer mit einem langfristigen Profivertrag ausgestattet hat. Die Konkurrenz, darunter einige europäische Top-Klubs, schläft ja nicht.

Zum Spiel

Eintracht: Atubolu - Baum, Koch, Brassier, Kosugi - Onyedika, Aseko - Chaibi, Uzun - Ebnoutalib, Burkardt

Hamburg: Heuer Fernandes - Nandja, Bornauw, Omari - El Ouahdi, Sambi Lokonga, Muheim, Wolfe - Adeline, Grönbaek - Daka

Schiedsrichter: Florian Exner

Der Eintracht fehlt: keiner

Nun steht dieser Hochbegabte am Ball vor einem ganz besonderen Wochenende. Am Samstag feiert er 16. Geburtstag. Ein kleiner Meilenstein im Leben eines Heranwachsenden, für Ilicevic zugleich der Türöffner in die Welt des Männerfußballs. Genau einen Tag später wäre er laut der DFB-Regularien offiziell spielberechtigt und könnte gegen den HSV (17.30 Uhr) auflaufen.

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Der „Absolut Eintracht-Newsletter“ - ein Muss für SGE-Fans © Plietsch/Imago

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Dann würde er den Rekord von Youssoufa Moukoko einstellen und wäre gemeinsam mit dem Ex-BVB-Wunderkind der jüngste Bundesliga-Profi aller Zeiten. Und das ausgerechnet noch gegen den HSV, Ex-Klub seines Onkels und früheren Mittelfeldprofis Ivo Ilicevic. Muss nur noch der Trainer mitspielen. Nicht wahr, Herr Hütter?

„Er wird 16 Jahre alt. Zum Feiern wird er aber nicht kommen“, sagt der Übungsleiter grinsend. Also keine große Sause, dafür die Aussicht auf einen ganz großen Moment der noch jungen Karriere, vielleicht sogar einen historischen. Im Spieltagskader wird der gebürtige Goldbacher stehen. Ob Niko Ilicevic, Spitzname „Gigi“, dann tatsächlich „das Oval betreten wird“, wie es der Trainer ausdrückt, sei eine andere Hausnummer. Hängt von der Spielsituation ab, logisch.

Hütter befindet sich in der Causa Ilicevic im Zwiespalt. Einerseits ist ihm bewusst, welch „außergewöhnlichen Kicker“ er da in seinen Reihen hat. Einer, der abseits der fußballerischen Qualitäten gelernt hat, körperlich dagegenzuhalten. Trotzdem oder gerade deshalb sieht es der Trainer als seine Pflicht, behutsam und geduldig mit dem Jungen umzugehen.

Als 16-Jähriger einem Bundesliga-Kader anzugehören, sei an sich schon außergewöhnlich. Erste Einsatzminuten hin oder her, „Gigi soll es einfach genießen“. Über allem, betonte Hütter mit Nachdruck, stehe ohnehin, wie und dass man den HSV schlage.

HSV ohne Sechs

HSV-Trainer Merlin Polzin sieht Teil zwei des Frankfurt-Doppelpacks mit Spannung entgegen: „Du weißt, dass der Gegner darauf reagieren wird, was du am Dienstag vorhattest. Das macht es spannend und herausfordernd.“ Herausfordernd bleibt auch die Personalsituation: Sechs Leistungsträger fallen definitiv aus.

Die Erkenntnisse aus dem Pokal- und vor dem Ligaspiel, dem zweiten Duell binnen fünf Tagen im Schnelldurchlauf: erste Hälfte zu fahrig, zu viele und zu einfache Möglichkeiten des Gegners zugelassen. Nach der Pause sehr gut und sehr effizient. Schlussfolgerung: „So dominant müssen wir auch am Sonntag auftreten.“

Dann wieder mit dem zuletzt angeschlagenen Verteidiger Lilian Brassier, mit Fares Chaibi, dessen Fleiß, Mentalität und verbesserte Körpersprache Hütter auffällig oft in der Pressekonferenz hervorhob. Sowie mit den Außenverteidigern Elias Baum und Keita Kosugi, die in Hamburg ebenfalls einen guten Job machten. Ganz anders als Nnamdi Collins. „Ich werde ihn nicht fallen lassen, er zeigt immer großen Einsatz und probiert viel“, sagt Hütter zwar.

Gelungen ist dem 22-Jährigen aber zuletzt sehr wenig. Collins wird sich vermutlich auf der Bank wiederfinden. Dort ist er immerhin in prominenter Gesellschaft. Sebastian Rode, Ex-Kapitän, Identifikationsfigur und aktuell Trainee-Absolvent, wird erstmals in seiner neuen Rolle als Bindeglied das Team unterstützen. „Es passiert früher als erwartet, aber es war mein Wunsch, dass er zu uns kommt“, sagt Hütter.

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