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Das 2:2 zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund ist für die Münchner wie eine Niederlage und für den BVB wie ein Sieg. Die konträren Stimmungen passen zur Gemengelage beider Klubs: Bayern erlebt harte, Dortmund smarte Wochen.
„Gemischte Gefühle“ nannte es Bayerns Aushilfs-Cheftrainer Aaron Danks. Das war maximal diplomatisch. „Kein gerechtes Unentschieden“ nannte es Bayerns Aushilfs-Kapitän Joshua Kimmich. Das war maximal frustriert.
Das 2:2 (1:0) im Bundesliga-Klassiker zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund bot zwei klare Erzählstränge: FCB und BVB drifteten in konträre Richtungen ab.
Auf der einen Seite die Münchner, die weiterhin „durch schwierige Wochen gehen“ (Kimmich). Und auf der anderen Seite die Dortmunder, die ungewohnt forsche Töne anschlugen. „Wir sind gut, und wir wissen das“, trommelte Kapitän Nico Schlotterbeck.
Tore von Konrad Laimer (38. Minute) und Dayot Upamecano (66.) reichten den Bayern nicht, weil Serhou Guirassy (60.) und Fabio Silva (89.) jeweils für Dortmund ausglichen.
„Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir genug getan haben, um zu gewinnen“, sagte ein dezent verstimmter Harry Kane, der zweimal am Aluminium gescheitert war – und dabei einen Elfmeter an die Latte gesetzt hatte.
Der Fehlschuss des Weltfußballers taugte als Symbolbild: Offensiv wie defensiv, kollektiv wie individuell, kratzt der FC Bayern im Herbst 2026 nicht auf dem (absurd hohen) Niveau des Vorjahres.
Noch mehr als der Punktverlust belastete den Rekordmeister, dass sich eine missliche, fast gespenstische Serie fortgesetzt hatte: ein Nackenschlag nach dem anderen.
Sportvorstand Max Eberl:
„Momentan fühlt es sich schon ein bisschen heftiger an, was um uns herum passiert. Es ist sehr viel, was wir gerade zu verarbeiten haben. Wir müssen sehr resilient sein. Die Mannschaft ist das bisher in einer unglaublichen Art und Weise.“
Trotzdem wirkt Bayern angeschlagen. Ein Klub leckt seine Wunden. Kimmich fasste es so zusammen: „Jetzt zeigt sich, ob wir ein Team sind. Da müssen wir zusammenstehen.“
Auch in Anbetracht der bleiernen Nebengeräusche beklagte Bayern ein Remis wie eine Niederlage. „Am Ende gehst du mit 2:2 raus, was sich für die sicher besser anfühlt als für uns“, sagte Laimer.
„Die“ stimmten zu. „Es ist mehr so das Gefühl da, dass wir einen Punkt gewonnen haben als zwei verloren“, meinte BVB-Profi Felix Nmecha.
Den Zähler, der einem Quasi-Sieg gleichkam, hatte sich Niko Kovacs Team mit einer couragierten Vorstellung in der Allianz Arena durchaus verdient. Was in den vergangenen Jahren nicht oft geschehen war. Also weder das mit der mutigen Vorstellung in der Allianz Arena. Noch das mit dem Punktgewinn.
„Natürlich haben die dann Elfmeter und Pfostenschuss, aber grundsätzlich haben wir's echt gut gemacht“, bekräftigte Schlotterbeck.
Das gilt für die gesamte Dortmunder Saison. Fünf Siege und drei Remis sprangen nach acht Spieltagen heraus, sechs Gegentore sind Liga-Bestwert. Der BVB labt sich an smarten Wochen, und Abwehrchef Schlotterbeck ließ sich auf eine interessante These ein:
„Ich glaube, dass wir in Deutschland immer noch unterschätzt werden.“
Ungeschlagen und punktgleich mit dem FC Bayern, allein durch das Torverhältnis getrennt, rangieren die Westfalen an der Tabellenspitze. Dürfen sich die Fußballfans tatsächlich auf ein spannendes Meisterschaftsduell einstellen?
„Zu früh“, wehrte Schlotterbeck ab. „Das ist wahrscheinlich die beste Bayern-Mannschaft der letzten 10, 15 Jahre. Was man aber sagen muss: Wir haben dagegengehalten in München. Wir haben das sehr gut gemacht. Wir hatten vor allem endlich mal Ballbesitzphasen auswärts. Und wenn wir so weiterspielen, bin ich guter Dinge, dass wir echt lange irgendwas aufhalten können.“