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Meinung · Glücksspielwerbung gehört im Fußball längst zum Alltag. Doch mit Playmobils Bundesliga-Blind-Packs hält das Zufallsprinzip auch im Kinderzimmer Einzug. Ein höchst fragwürdiges Geschäftsmodell, findet unser Autor.
Der Fußball ist durchseucht von Glücksspiel. Die Werbung flimmert über Bildschirme, leuchtet von den Banden in den Stadien. Glücksspielanbieter nutzen die Leidenschaft der Fans schamlos aus. Die Folgen sind veheerend: Glücksspielsucht zerstört Existenzen, treibt Menschen in die Verzweiflung und geht mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken einher. Dass auch Kinderspielzeug mit dem Siegel „Bundesliga“ ein Prinzip bedient, das an Glücksspiel erinnert, ist schlicht widerlich.
Natürlich macht nicht jeder Sammler Erfahrungen mit Spielsucht. Und die Idee ist nicht neu. Wer hatte als Kind nicht Panini-Sammelhefte und Spaß daran? Doch die neuen Playmobil-Blind-Packs sind ein besonders dreister Ableger der Geschäftsidee. In jeder Packung steckt gerade einmal eine Figur – welche, bleibt bis zum Öffnen unklar. Ein Sammelalbum, in dem sich die Figuren sinnvoll unterbringen ließen, gibt es nicht. Und dann wäre da noch der Preis: im Schnitt 600 Euro für eine Mannschaft aus Plastik. Absurd.
Doch der Preis ist nur ein Teil des Problems. Die saarländische Landesfachstelle für Glücksspielsucht sieht in den Blind-Packs Mechanismen des simulierten Glücksspiels und warnt vor Langzeitfolgen. Auch das Tausch-Argument des Herstellers überzeugt nur bedingt. Auf einem Schulhof im Saarland interessiert sich wohl kaum ein Kind für den SC Paderborn, wenn sein Herz für die SV Elversberg schlägt. So wird aus dem Zufallsprinzip schnell eine Jagd nach den fehlenden Kickern. Die Konsequenz: kaufen, hoffen, kaufen.
Und genau darin liegt der Skandal: In einer Fußballwelt, in der Glücksspiel längst allgegenwärtig ist, sollten Kinder nicht schon beim Spielen mit Playmobil-Figuren in die Mühlen dieser Branche geraten.