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Es regt sich Widerstand gegen Russlands Hockey-Rückkehr – von Politikern und Sponsoren
Russia players gather around goaltender Askarov Yaroslav prior to IIHF world junior hockey championship game action against Sweden in Red Deer, Alberta, Sunday, Dec. 26, 2021. (Jonathan Hayward/The Ca ...
Russland hat seit 2021 nicht mehr an IIHF-Events teilgenommen. Bild: keystone

Russland soll noch in dieser Saison an Eishockey-Weltmeisterschaften zurückkehren. Nach dem CAS-Urteil machen Politiker und Sponsoren Druck auf die IIHF.

Die Meldung löste am Freitag Schockwellen in der internationalen Eishockey-Gemeinschaft aus. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hat entschieden, dass der Internationale Eishockeyverband (IIHF) Russland wieder zu den Weltmeisterschaftsturnieren zulassen muss. Im CAS-Urteil ist festgehalten, dass die von der IIHF angeführten Gründe für die Verbannung Russlands – die Sicherheit der Teilnehmer, Zuschauer und freiwilligen Helfer – nicht ausreichend für einen solchen Entscheid seien.

Nach dem CAS-Entscheid müssten die russischen Teams bereits in dieser Saison wieder zu den jeweiligen Weltmeisterschaften zugelassen werden – als erstes bei der U20-WM der Männer Ende Dezember. Aber auch die U18-WM der Frauen im Januar oder die A-WM der Männer im Mai in Deutschland wären betroffen.

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) warnt schon vor den Folgen des Urteils. «Ich möchte keine Schwarzmalerei betreiben. Aber natürlich müssen wir uns mit der Option beschäftigen, dass wir diese WM zurückgeben», sagte DEB-Vorstandschef Frank H. Lutz. Dabei gehe es vor allem um finanzielle Risiken und kurzfristige Änderungen, die der CAS-Entscheid mit sich bringe. Zudem könne er nicht garantieren, dass die russischen Spieler von der deutschen Regierung tatsächlich auch die benötigten Visa erhalten werden.

Widerstand von Politikern und Sponsoren

Eine klare Linie scheint Finnland zu verfolgen. Aussenministerin Elina Valtonen hat angekündigt: «Solange Russland seinen Angriffskrieg in der Ukraine fortführt, werden russische Athleten in Finnland nicht willkommen sein.» Von Dezember 2027 bis Januar 2028 findet in Tampere und Turku die U20-Weltmeisterschaft der Herren statt, wobei zweitere angekündigt hat, sich als Gastgeber zurückzuziehen, falls Russland tatsächlich zurückkehrt. NHL-Insider berichten zudem, dass die kanadische Regierung nicht vorhat, ein russisches Team für die U20-WM im Dezember dieses Jahres in Edmonton und Red Deer zuzulassen.

Zudem scheint die IIHF auch von Sponsoren Druck zu erhalten. Tipsport ist der grösste Wettanbieter Tschechiens, einer der Hauptsponsoren des Eishockeysports in Tschechien und der Slowakei und auch ein offizieller Partner der IIHF‑Weltmeisterschaften. Und diese Firma hat angekündigt, dass sie ihre Marke bei Spielen mit russischer Beteiligung nicht präsentieren will.

Aus Tschechien könnte für den Weltverband noch mehr Ungemach drohen. Hauptsponsor der Eishockey-WM ist seit Jahren der Autohersteller Skoda. Und dass die tschechische Firma, die im Besitz des deutschen VW-Konzerns ist, nicht davor zurückscheut, politisch Stellung zu nehmen, hat sie schon bewiesen. 2021 drohte Skoda an, den Sponsoring-Vertrag mit der IIHF zu annullieren. Damals wollte der Autohersteller nicht, dass die WM in Minsk ausgetragen wird, nachdem die dortige Regierung die damalige Protestbewegung brutal niederschlug.

Ex-Funktionär kritisiert die IIHF

Dass die IIHF überhaupt in diese Lage geraten ist, hat sie selbst zu verschulden – sagt zumindest Szymon Szemberg, der früher als Funktionär bei der IIHF und der Champions Hockey League tätig war. «Fünf Jahre lang hätte die IIHF Zeit gehabt, ihre Statuten und Regeln für den Ausschluss Russlands anzupassen. Sie ist verantwortlich für das Chaos», schreibt Szemberg auf Twitter.

Es sei sogar so gewesen, dass die eigene Disziplinarkommission das IIHF-Council davor gewarnt habe, dass die Begründung für einen Ausschluss Russlands so nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Trotzdem sei nichts passiert. Man hätte sich ein Vorbild am internationalen Curling-Verband nehmen sollen. Dort hat das CAS den Russland-Ausschluss aufrechterhalten, weil die nationalen Verbände geschlossen mit einem Boykott drohten, falls Russland zurückkehrt. Eine ähnliche Begründung wäre auch im Eishockey möglich gewesen – allerdings verpassten es die meisten Verbände, klar Stellung zu beziehen.

Da CAS-Entscheidungen nicht angefochten werden können, sind die Möglichkeiten für die IIHF nach dem Urteil vom Freitag limitiert.

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