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Beim 0:2 in Bochum beklagt der Mainzer Sportdirektor Niko Bungert einen „kollektiven Ausfall“. Bevor die Bayern kommen, sollten die Rheinhessen zumindest in Elversberg ihre Auswärtsstärke beibehalten.
Traditionen muss man pflegen – unter dieses Motto hätte der FSV Mainz 05 sein DFB-Pokalspiel beim VfL Bochum stellen können. Zum vierten Mal hintereinander verabschiedeten sich die Rheinhessen am Dienstagabend schon in der zweiten Runde aus dem Wettbewerb, zum siebten Mal seit der Saison 2016/17. Und beim dritten Aufeinandertreffen mit dem Ruhrpottklub verließen die Mainzer den Platz zum dritten Mal als Verlierer.
Die 0:2-Niederlage stand nicht nur in krassem Gegensatz zu jener Serie aus der Meisterschaft, auf die sie am Bruchweg zu Recht stolz sind. Sondern, und das wog noch schwerer, mit diesem Auftritt blieben sie selbst weit hinter den Leistungen in den Heimspielen zurück, die sie eines nach dem anderen vergeigt haben. Brauchten sie zu Hause zuletzt stets eine halbe Stunde Anlaufzeit, um ins Spiel zu finden, reichten diesmal die gesamten 90 Minuten plus der zehnminütigen Nachspielzeit nicht aus.
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„Es ist schwierig, die passenden Worte für unser Spiel zu finden“, sagte Urs Fischer zu Beginn seines Statements in der Pressekonferenz. Die Stichworte, die der Mainzer Trainer dann auflistete, fassten den Auftritt seiner Mannschaft dennoch gut zusammen: „Ängstlich, keine Power, keine Dynamik, unpräzise, die Überzeugung fehlte von der ersten Minute an.“
Das Aus kam tatsächlich nicht unglücklich zustande, sondern war das Resultat abermals gravierender Fehler im Defensivverhalten sowie einer diesmal ideenlosen Offensive. Die (Halb-)Chancen, die sich die mit Paul Nebel und Silva Widmer statt Nadiem Amiri (Knieprobleme) und Anthony Caci (Bank) angetretenen Mainzer erarbeiteten, hätte jeder an den Fingern einer Hand abzählen können.
Die Bochumer erspielten sich nach ausgeglichener erster Hälfte aber mehr und mehr ein Übergewicht. Und das mit einer Führung im Rücken, für die sie sich die bislang in Mainzer Heimspielen auftretende Schwäche in der Rückwärtsbewegung zunutze machten. Ganze 27 Sekunden benötigten sie nach dem Seitenwechsel, um den Favoriten zu überrumpeln: ein weiter Diagonalpass auf die linke Seite, einer ins Zentrum. Christian setzte sich unter anderem gegen Potulski durch, und seinen Schuss fälschte Mwene zu einer Bogenlampe ab, die sich hinter Schwolow ins Tor senkte.
„Wie wir das Gegentor bekommen, ist auch unglücklich“, sagte Fischer, „aber Bochum wollte es mehr, und wir hatten kein Rezept.“
Zu keinem Zeitpunkt vermittelten die Mainzer den Eindruck, als ob sie eine Verlängerung erreichen könnten. Flanken aus dem Halbfeld ohne Wucht und Genauigkeit waren das einzige Mittel, mit dem sie die VfL-Hintermannschaft zu knacken versuchten – so viel Ideenarmut konnte keinen Erfolg nach sich ziehen. Sportdirektor Niko Bungert sprach von einem „kollektiven Ausfall“, Fischer von einem „ganz schlechten Spiel, aber das muss man so akzeptieren. Es gilt, wieder aufzustehen und am Freitag in Elversberg vieles, sehr vieles besser zu machen.“
Die Partie, die den neunten Bundesligaspieltag eröffnet, wird zu einer Art Duell der Frustrierten – schließlich verabschiedeten sich mit einem 0:2 gegen Darmstadt 98 auch die Saarländer aus dem Pokalwettbewerb. In der Liga stehen sie ungeachtet der jüngsten 0:4-Niederlage in Leipzig als bester Aufsteiger da, als Tabellenachter mit zehn Punkten liegen sie gleichauf mit den siebtplatzierten Mainzern.
Für die Rheinhessen, bei denen Robin Zentner nach sechswöchiger Pause wegen einer Handverletzung wieder ins Tor rücken könnte – in Bochum saß er zumindest auf der Bank –, wird es wichtig sein, ihre makellose Auswärtsbilanz in der Liga fortzuschreiben: zum einen um die Pokalpleite aus den Köpfen zu bekommen, zum anderen, weil sie am darauffolgenden Wochenende den FC Bayern empfangen.