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Jürgen Klopp hat im Zuge seiner Begründung für die Nominierung von Niclas Füllkrug auch leise Selbstkritik geübt.
Im Zuge von Füllkrugs Torflut beim SV Werder Bremen waren in den vergangenen Wochen die Stimmen nach einer Rückkehr ins DFB-Team immer lauter geworden. Klopp hielt sich hingegen lange bedeckt, betonte in einem viel beachteten Halbzeit-Interview beim Champions-League-Spiel zwischen dem FC Bayern München und Arsenal allerdings: "Niclas Füllkrug ist 33. Das ist nicht meine Schuld!" Der Routinier selbst wünschte sich nach wiederholten Nachfragen hingegen, dass Ruhe in die Thematik einkehre.
"Ich bin jetzt nicht mit all meinen Aussagen, die ich in Halbzeitinterviews getroffen habe, so glücklich", sagte Klopp nun bei DFB.TV im Rahmen der Nominierung für den zweiten Lehrgang seiner Bundestrainer-Laufbahn mit einem Grinsen. Der 59-Jährige ging dabei jedoch nicht selbstironisch auf seine "Schuld"-Aussage, die durchaus für Diskussionen gesorgt hatte, ein. Sondern vielmehr auf seine unglücklichen Aussagen bezüglich Harry Kanes Rolle und Vincent Kompanys System beim deutschen Rekordmeister, das er selbst "nicht verstanden" habe. Anschließend war scharfe Kritik auf Klopp eingeprasselt. Allen voran, weil sein Auftreten nicht an das eines Bundestrainers, sondern eher an das eines TV-Experten erinnert habe. Jene Funktion hatte er noch bei der WM 2026 für Magenta inne.
Zu seinen Aussagen über Füllkrug stehe er jedoch weiterhin, betonte Klopp. Er habe "nur Fakten" aufgezählt. "Dann war er im Sportstudio und ich dachte: Jetzt haben wir so viel übereinander gesprochen, jetzt können wir auch mal miteinander sprechen. Das haben wir getan, weit vor der Nominierung", ergänzte er. Es sei "das erste Mal" gewesen, das beide sich unterhalten hätten. Gleichwohl habe sich das Gespräch so angefühlt, als würde man sich schon länger kennen.
Auch begründete er Füllkrugs Comeback nach über einem Jahr Abstinenz sportlich. "Er hat einen unglaublichen Einfluss auf das Spiel. Nicht nur durch seine Tore. Auch, wie er auftritt. (…) Ich glaube nicht in jeder Phase seiner Karriere konnte er den Einfluss nehmen auf eine Mannschaft - in Bremen ist das so. Wenn man sich zuhause fühlt, dann kann man sehen, was passiert. Das ist generell das Gefühl, dass wir den Spielern geben wollen. Auch wenn wir sie nicht so oft zusammen haben", sagte Klopp.
Füllkrug, der seit seiner Rückkehr nach Bremen zwölf Tore in zehn Pflichtspielen erzielte, ist der aktuell beste deutsche Torschütze in Europas Top-5-Ligen. "Wenn morgen Europameisterschaft wäre, die jetzt nicht stattfindet, würden wir ihn natürlich mitnehmen", betonte Klopp und schob nach: "Unter dem Aspekt war die Nominierung dann relativ leicht."
Füllkrug absolvierte seit seinem Debüt unter Hansi Flick vor ziemlich genau vier Jahren 24 Länderspiele für Deutschland, in denen ihm 14 Tore gelangen. Seine letzten Einsätze hatte er allerdings im Sommer 2025 bei der Endrunde der Nations League. Nominiert wurde er letztmals im September jenen Jahres.
Nicht in den Kader haben es im Vergleich zum letzten Mal hingegen Jonathan Burkardt (Eintracht Frankfurt) und Nick Woltemade (Jonathan Tah). Neben Füllkrug sind Kai Havertz (FC Arsenal) und Burkardts Teamkollege Younes Ebnoutalib für den Sturm vorgesehen. In Gladbachs Jungstar Wael Mohya gibt es zudem ein gänzlich neues Gesicht im DFB-Team.