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Auch mit 41 Jahren will LeBron James weiterhin Basketball spielen. Ehrgeiz und Verlangen sind sein Antrieb, die Philadelphia 76ers legen alle Titelträume in seine Hände.
Philadelphia. Je älter, desto besser? Die Weisheit, die für einen guten Rotwein gilt, hat in der Welt des Sports nicht immer Bestand. Zwar glänzen Ausnahmekönner wie Cristiano Ronaldo oder auch US-Basketballikone LeBron James immer noch, sie sind auch jederzeit in der Lage, spielentscheidende Aktionen zu setzen, doch ihr Bild hat im Lauf der Jahre eben Kratzer davongetragen. Nicht immer spielt der Körper mit, manchmal hat der eigene Geist auch andere Vorstellungen oder Reisepläne. Beide aber denken nicht ans Aufhören und darum schielt Amerikas Basketball-Branche ab Mittwoch (in New York, 01.00 Uhr, Sky) und dem Start der neuen NBA-Saison nach Philadelphia. Denn dort ist Evergreen James nun gelandet.
Als James im Herbst 2003 in der NBA angefangen hat, war manch Topstar der Gegenwart, etwa Victor Wembanyama (San Antonio), noch gar nicht geboren. Einstige Mitspieler sind längst in Pension, wurden Unternehmer, Kunstsammler oder versuchen sich als TV-Experten. James dribbelt weiter und will mit den 76ers in den vielleicht letzten beiden Saisonen seiner Karriere noch ein Glanzlicht setzen, den fünften NBA-Titel gewinnen.
Als erster NBA-Profi überhaupt bestreitet „King James“ seine 24. Spielzeit. Er verließ Los Angeles und zog an die Ostküste, weil er hier die größere Chance auf den Titel sah. Neben Titelverteidiger New York Knicks gelten die Boston Celtics, die Detroit Pistons sowie mit Abstrichen die Orlando Magic um den deutschen Weltmeister Franz Wagner oder Miami Heat (Starzugang Giannis Antetokounmpo) als Finalanwärter. Und eben die 76ers, denen der Veteran Beine machen soll. Mit Jaylen Brown, Center Joel Embiid (sehr oft Muskelprobleme) und Aufbauspieler Tyrese Maxey hat „Philly“ das Potenzial für den ganz großen Wurf.
Zurückzublicken, ehe man Neues startet, das ist auch im US-Sport, der seine Statistiken liebt, ein probater Ansatz, um alles verständlicher zu machen. Es spielt nun ein Milliardär in Philadelphia, der mit vorerst 43.440 erzielten Punkten bereits die absolute Nummer 1 in der besten Basketballliga der Welt ist. 1622 Spiele sind auch unübertroffen. James gewann 2012 und 2013 an der Seite von Dwyane Wade zwei Meisterschaften mit Miami sowie 2020 die „Corona-Liga“ mit den LA Lakers. Sein bedeutendster Coup ist das Meisterstück, das er 2016 mit den Cleveland Cavaliers vollbrachte. Er führte den Klub aus seiner Heimatstadt zum Titel.
Vergleiche mit Michael Jordan, er gewann mit den Chicago Bulls in den 1990er-Jahren sechs Titel, drängen sich fortlaufend auf. James verlor sechs Finalteilnahmen. Der „King“ hat viel mehr Punkte erzielt als Jordan (32.292), das gelang beiläufig mit viel mehr gespielten Partien. Aber in den 1980er- und 1990er-Jahren war NBA-Basketball auch noch ein ganz anderes Spiel.
Brutaler in der Defense, für damalige Verhältnisse einzigartigen, aber doch monoton anmutenden Systemen (High-Low-Post; Pick and Roll; Triangle). Jetzt ist Tempo Trumpf, sind Würfe jenseits der Dreierlinie Usus – und mittendrin bekommt James, der täglich bis zu zehn Stunden zur Regeneration schläft, den Ball. Ob das die Eigentümer rund um Hollywood-Star Will Smith („Prinz von Bel Air“) vom dritten NBA-Sieg nach 1955, 1967 und 1983 (mit Julius Erving) träumen lässt?
Österreichs Beitrag ist auch in dieser Saison der Wiener Jakob Pöltl (Toronto Raptors). Der 31-jährige Center (2,13 Meter groß) litt zuletzt unter massiven Rückenproblemen, er bestreitet sein elftes NBA-Jahr.
(fin)