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Leroy Sané und Ilkay Gündogan spielen bei Galatasaray nur eine Nebenrolle. Der eine beschimpfte zuletzt einen Kameramann, der andere reagierte dünnhäutig auf Reporterfragen. Was bei den beiden deutschen Profis schiefläuft.
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Gedankenverloren stand Leroy Sané da. Bedröppelt stützte er die Hände in die Hüfte und schaute mit leerem Blick ins weite Rund des Büyüksehir-Stadions in der türkischen Stadt Konya. Dass seine Mannschaft gerade mit 4:0 bei Konyaspor gewonnen und damit die Tabellenführung in der ersten türkischen Liga verteidigt hatte, konnte man dem Gemüt des 80-maligen deutschen Nationalspielers am vergangenen Freitag nicht entnehmen.
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Erst recht nicht, als der 30-Jährige von Galatasaray gegenüber dem Kameramann, der die Bilder von ihm auf dem Platz einfing, plötzlich ausfällig wurde. „Verpiss dich mit der Kamera“, sagte der ehemalige Spieler des FC Bayern München auf Englisch. Die Aussage war live im TV zu hören.
Bei Sané entlud sich wohl der Frust, den er nicht nur während des Spiels, sondern über die komplette bisherige Saison aufgebaut hatte. Beim Sieg gegen Konyaspor saß der Deutsche zu Beginn der Partie, wie so häufig in dieser Spielzeit, zunächst auf der Bank. Der Außenstürmer wurde erst eingewechselt, als die Messe beim Stand von 4:0 schon gelesen war. In 30 Minuten Spielzeit gelang Sané erneut keine gefährliche Aktion. Der Linksfuß steht nach zehn Ligaspielen bei null Toren und null Assists.
Auch in der Champions League, dort trifft Galatasaray an diesem Dienstag (18.45 Uhr, DAZN) im Heimspiel auf den VfB Stuttgart, gelang Sané noch kein Scorerpunkt. Dabei war der Flügelspieler im Sommer 2025 unter viel Bohei aus München in die Türkei gewechselt. Bei seiner Ankunft in Istanbul wurde er von Tausenden Fans überschwänglich gefeiert.
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Sané ließ sieben Ligatore und fünf Assists in seiner Premierensaison folgen. Galatasaray wurde Meister. In der Champions League zogen die Gelb-Roten ins Achtelfinale ein. Sané spielte in den entscheidenden Auftritten aber nur eine Nebenrolle. Im Achtelfinale gegen den FC Liverpool kam er in Hin- und Rückspiel lediglich 45 Minuten zum Einsatz.
Insgesamt erlebt Sané also eine enttäuschende Zeit in der Türkei. Seine Stärken wie Tempo, Dribbelstärke und Abschluss mit dem linken Fuß kommen kaum zur Geltung. Stattdessen werden ihm, wie auch seit Jahren in Deutschland, das lustlos wirkende Auftreten und fehlende Körperspannung vorgeworfen. Rafael Leao und Yunus Akgün haben auf den Außenpositionen die Nase vorn. Die türkische Sportzeitung „Fanatik“ berichtete bereits darüber, dass der Verein darüber nachdenke, Sané in diesem Winter abgeben zu wollen.
Der türkische Ex-Fußballprofi und TV-Experte Sinan Engin kritisierte Sané kürzlich heftig: „Er sollte sich schämen. Wäre ich sein Kollege, würde ich ihm in der Kabine an die Gurgel gehen und fragen: ,Willst du uns eigentlich helfen? Ich bin vom Laufen völlig fertig!‘“ Sané dagegen gibt sich kämpferisch „Ich arbeite jeden Tag hart dafür, zurück auf mein Top-Level zu kommen und das zu liefern, was ihr verdient“, schrieb er zuletzt auf Instagram in Richtung der Gala-Fans.
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Neben Sané steht ein weiterer deutscher Spieler am Bosporus auf dem Abstellgleis. Ilkay Gündogan, nach 82 Länderspielen nach der Heim-EM 2024 aus der Nationalmannschaft zurückgetreten, kommt noch seltener zum Einsatz. Der ehemalige Spieler von Manchester City und Ex-DFB-Kapitän ist zwar bereits 36 Jahre alt, hätte sich aber mehr Spielminuten gewünscht als die insgesamt 74 in bisher 13 Partien.
Dünnhäutig reagierte der zentrale Mittelfeldspieler Mitte Oktober vor dem Spiel bei seinem Ex-Klub FC Barcelona. Angesprochen von einem Reporter, ob er für die Partie bereit sei, antwortete Gündogan: „Ich spiele doch gar nicht, warum sollte ich also bereit sein?“ Zu diesem Zeitpunkt konnte er allerdings noch gar nicht wissen, dass ihn Trainer Okan Buruk nicht einsetzen würde.
Noch in der vergangenen Meistersaison war Gündogan eine wichtige Stütze im defensiven Mittelfeld. Mittlerweile haben ihm jüngere Spieler den Rang abgelaufen. Wechselgerüchten im Winter schob der 36-Jährige dennoch einen Riegel vor. „Ich möchte auch über den Winter hinaus hierbleiben und alles geben, um mit Galatasaray eine weitere Meisterschaft zu gewinnen.“
Gündogan ist wie Sané also weiter zuversichtlich, in der laufenden Spielzeit noch eine bedeutendere Rolle zu spielen für Galatasaray. Vielleicht gelingt das ja schon in der Champions League gegen den deutschen Vertreter Stuttgart. Gerade Sané dürfte in dem Fall wieder positiver auf die Nähe eines Kameramanns reagieren als noch am vergangenen Freitag.