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Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot äußert eine ungewöhnliche Bitte: Fans des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, von denen sicherlich auch viele zu seinen Kunden gehören, sollen im Stadion das Smartphone in der Hosentasche lassen und dafür auch noch belohnt werden. Was hinter der Aktion steckt.
Wenn der BVB am Samstagabend um 18.30 Uhr im Westfalenstadion die Eintracht aus Frankfurt empfängt, werden wieder mehr als 80.000 Fans nicht nur das Fußballspiel verfolgen, sondern dabei auch tausendfach die Handys zücken. Eine Vodafone-Umfrage unter 1000 regelmäßigen Stadionbesuchern zeigte bereits im Jahr 2023: 63 Prozent der Zuschauer nutzten ihr Smartphone beim Spiel regelmäßig. Die Zahl dürfte noch weiter gewachsen sein.
Der Telekommunikationskonzern, der Hauptsponsor des BVB ist, stellt aber ebenso fest: „Immer mehr Fans sind von Selfies, Streaming und Social Media auf den Tribünen genervt.“ Das soll sich nun ändern. „Wer beim Fußball ist, sollte den Moment und die Emotionen erleben. Nicht nur den Handy-Bildschirm. Lasst uns die Smartphones im Stadion wieder öfter in der Hosentasche lassen und uns stattdessen auf das konzentrieren, was auf dem Rasen und auf den Tribünen passiert“, appelliert Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot.
Gemeinsam mit der Borussia hat das Düsseldorfer Unternehmen deshalb den „Fan-Modus“ für alle Heimspiele in Dortmund entwickelt, der über die BVB-App eingeschaltet werden kann. Analog zum Flugmodus ist das Handy dann kurzerhand bis zum Spielende gesperrt.
Und damit möglichst viele Zuschauer ungestört auf den Rasen schauen, sollen die Nutzer des „Fan-Modus“ belohnt werden. Solange das Display gesperrt ist, sammeln Fans während der Partie Minute um Minute Punkte, die sie in Sachpreise und Gutscheine einlösen können. Während der Halbzeitpause und mit dem Abpfiff des Spiels endet das Punktesammeln.
BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer unterstützt die neue Aktion. „Der ‚Fan-Modus‘ ist ein starkes Signal: Hier setzt ein globaler Technologiekonzern seine Innovationskraft gezielt dafür ein, das Erlebnis zu schützen, das keine Technologie ersetzen kann“, sagt er. „Dieses Hier und Jetzt ist unersetzlich. Und genau das stellen wir gemeinsam in den Mittelpunkt.“
Bereits im Februar des vergangenen Jahres hatte Vodafone-Manager de Groot im Interview mit unserer Redaktion zu einer „besseren Phone-Life-Balance“ aufgerufen. „Wir dürfen die Schönheit vom echten Leben nicht aus den Augen verlieren, weil wir stundenlang am Handy scrollen“, sagte er. „Ein richtiges Gespräch ist doch viel besser, als sich gegenseitig Nachrichten auf dem Telefon zu schicken.“