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Darmstadt 98 kassiert 0:4 beim KSC – und läuft zwölf Kilometer weniger
18.10.2026, Baden-Württemberg, Karlsruhe: Fußball, Männer, 2. Bundesliga, Karlsruher SC - Darmstadt 98, 8. Spieltag, BBBank Wildpark. Der Darmstädter Patric Pfeiffer kniet nach der Niederlage auf dem Rasen. Das Spiel endete 4:0. Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Kniefall: Patric Pfeiffer schiebt Frust. © Uli Deck/dpa

Der SV Darmstadt 98 rutscht auf den vorletzten Tabellenplatz ab. Sogar der sonst so zuverlässige Keeper Marcel Schuhen patzt - und übt dann zurecht harte Kritik.

Mit einer von vorn bis hinten indiskutablen Leistung hat sich der SV Darmstadt 98 beim Karlsruher SC eine 0:4-Klatsche abgeholt. Die Südhessen rutschten damit auf den vorletzten Tabellenplatz der Zweiten Fußball-Bundesliga ab. Vor allem die läuferische Vorstellung glich einem Offenbarungseid. Laut Sky hatten die fleißigen Gastgeber zum Schluss ein volles Dutzend Kilometer mehr abgespult als die faulen Lilien.

„Wir waren weder individuell noch als Mannschaft da“, monierte Trainer Florian Kohfeldt nach einer „sehr, sehr guten Trainingswoche“. Das ständige Auf und Ab „müssen wir dringend abstellen. Es ist das schlimmste Gefühl, wenn du nicht weißt, was kommt, wenn du ins Stadion fährst.“

Die Tore fielen wie reife Äpfel in dieser Jahreszeit: Shio Fukuda (6. Minute), Marvin Wanitzek (13.), Christoph Kobald (50.) und Kevin Wiethaup (65.) machten die Begegnung vor fast 28.000 Zuschauern im Wildparkstadion zu einer klaren Angelegenheit. Die Gäste blamierten sich bis auf die Knochen. Vor allem bei KSC-Kapitän Wanitzek konnten sie sich kostenlosen Anschauungsunterricht in Sachen Fleiß und Präzision holen. Was auf der anderen Seite ein Darmstädter Profi wie Marco Richter sich an Ballverlusten leistete, war der krasse Gegensatz.

Späte Auswechslungen

Erstaunlich, dass Trainer Florian Kohfeldt seine überforderte erste Elf bis zur 72. Minute auf dem Feld beließ. Schwach auch die Innenverteidigung, in der Fast-Zwei-Meter-Mann Patric Pfeiffer zwei entscheidende Kopfballduelle vor Gegentreffern verlor und der Mehr-als-Zwei-Meter-Mann Aleksandar Vukotic sich zweimal vor Gegentoren völlig falsch zum Gegenspieler verhielt. Das kleine Einmaleins des Profifußballs konnte so natürlich nicht gelöst werden.

Lulatsch Vukotic fiel nur einmal auf, als er sich völlig ohne Not in ein Scharmützel außerhalb der Kreidelinien begab, an dem er ursprünglich überhaupt nicht beteiligt war und dafür völlig zurecht die Gelbe Karte sah. So viel Engagement hätte man lieber auf dem Spielfeld gesehen, auf dem die Lilien sich jedoch lieber verkrümelten.

Traurig aus Sicht der Lilien-Fans gestalteten sich auch die Angriffsbemühungen, wenn man von Mühe überhaupt sprechen konnte. Milan Smit und Ho-jae Lee blieben bis auf eine jeweils missglückte Aktion frei vorm gegnerischen Tor nahezu unsichtbar. Ein gescheites Zusammenspiel der beiden blieb wieder einmal aus. So bringt das nichts als Doppelspitze, mit der die Badener null Mühe hatten.

Im zentralen Mittelfeld spielten sich die Darmstädter Kai Klefisch und Hiroki Akiyama zwar mitunter das Bällchen ganz nett hin und wieder her, konnten die vorher auf Platz 17 harrenden Karlsruher so aber nicht aus deren Gleichgewicht bringen. Hinzu kam, dass der sonst so zuverlässige Darmstädter Keeper Marcel Schuhen vor dem zweiten Gegentor patzte. Das sieht man selten vom Kapitän, der das Gesamtbild so nach unten abrundete.

Damit bleibt Darmstadt seit 15 Auswärtsspielen und fast einem Jahr in der Fremde ohne Sieg. Schuhen nahm das zweite Tor auf seine Kappe, fügte aber auch richtig in aller Härte an: „Das war energetisch, inhaltlich, physisch, alles was dazu gehört, ein katastrophaler Auftritt von uns.“ Kai Klefisch fügte hinzu: „Es war blamabel. Eine Nicht-Leistung.“

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