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Viel Arbeit investiert und Punkt erkämpft
Hannover 96 und  1. FC Heidenheim trennen sich mit leistungsgerechtem Unentschieden
Die mitgereisten 96-Fans sehen eine am Ende leistungsgerechte Punkteteilung. © Lars Kaletta

Hildesheim – Nach zuletzt drei Auswärts-Pleiten holte Fußball-Zweitligist Hannover 96 am Sonntag ein 2:2 (1:0) beim 1. FC Heidenheim. Die „Roten“ lagen zunächst zurück, drehten das Spiel aber in kurzer Zeit zu einer 2:1-Führung, die aber genauso schnell wieder weg war. Bei Heidenheim rankte sich zunächst viel um Frank Schmidt. Mitte der Woche hatte das FCH-Urgestein bekanntgegeben, dass er nach 20 Jahren zumindest vorerst als Trainer aufhört.

96 begann wieder mit einer Dreierkette in der Defensive. Benjamin Källman agierte als einzige Spitze vor Husseyn Chakroun und Stefan Thordarson. Im Blickpunkt stand aber zunächst nach wenigen Sekunden Torwart Leo Weinkauf, der einen Ball aufreizend lässig ins Toraus gehen lassen wollte, dabei aber Heidenheims Marcel Costly unterschätzte, der den Ball aus spitzem Winkel ins Tor schoss – allerdings war das Spielgerät vorher tatsächlich im Aus, also kein Tor.

Die Partie nahm alsbald Fahrt auf, Laufintensität kennzeichnete sie. 96 – begleitet von 1500 Fans – schaltete mehrfach schnell um in die Offensive. So auch nach zwölf Minuten, als Källman rechts durchging, nach links rüber legte, wo Chakroun aus sechs Metern links am FCH-Gehäuse vorbeibugsierte – fast unmöglich, in dieser Situation nicht zu treffen. Ein Beleg mehr dafür, wie es um die Chancenverwertung bei den „Roten“ bestellt.

Hannover hatte auch danach tatsächlich mehr vom Spiel. Einen Schrägschuss von der linken Seite verpassten Källman und Thordarson (35.). Kurz danach zog Franz Roggow aus 15 Metern von halblinks ab, FCH-Keeper Thomas Dähne wehrte zur Ecke und verletzte sich dabei offenbar am kleinen Finger (36.). Die Führung fiel aber auf der anderen Seite Fast wie aus dem Nichts. Einen Freistoß von Paul Hennrich fälschte Jean Hugonet ab zu Tim Siersleben, der aus fünf Metern zum 1:0 (42.) einköpfte. Auch dies wieder passend zum aktuellen 96-Zustand.

„Auf geht’s, Hannover, kämpfen und siegen“, feuern die Fans die 96er an. Mit etwas Verspätung liefert das Team von Trainer Sandro Wagner. Der Isländer Thordarson zog aus 16 Metern ab, rechts unten schlug es ein zum 1:1 (55.). Und fünf Minuten später hatte Thordarson die Führung auf dem Fuß, doch sein Schuss zischte drüber. 180 Sekunden später war sie dann perfekt: Ecke von Marcel Hartel, Hugonet köpft die Kugel wuchtig unter die Latte zum 2:1 für 96 (63.). Aber die FCH-Antwort folgte prompt, als der Georgier Budu Zivzivadse eine Flanke von Christian Conteh per Kopf zum 2:2 (66.) „reinstreichelt“. In der Folge gewann Heidenheim Oberwasser, hatte durch Christian Contehs Schlenzer (73. und 79.) weitere Chancen. Unverständlicherweise zog sich 96 zurück, sodass der FCH nun das Match bestimmte, das in der zweiten Hälfte sehr an Attraktivität gewann.

Es blieb weiter eng und spannend: Pech für 96, dass der eingewechselte Ime Okon per Kopf nach Hartel-Freistoßflanke nur den rechten Pfosten traf (86.). Und Mustapha Bundus strich aus spitzem Winkel am langen Pfosten vorbei. So endete die Partie nach einer aufregenden zweiten Halbzeit mit einem 2:2. Für Hannover ein kleiner Schritt nach vorn – auch nach dem ganzen Theater um die Trennung von Geschäftsführer Jonas Boldt.

„Wir haben in den vergangenen Wochen sehr viel Arbeit investiert, und ich freue mich, dass man langsam sieht: Die Rezeptur ist gut. Jetzt müssen wir schauen, dass wir die Ergebnisse noch mehr auf unsere Seite drehen“, sagte 96-Trainer Sandro Wagner. FCH-Coach Frank Schmid bilanzierte: „Am Ende ist es ein leistungsgerechtes Ergebnis - kein langweiliges Spiel, aber auch kein Topspiel, weil beide Mannschaften zu viel zugelassen haben.“ haz/gsd

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