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Hätte, hätte, hätte … Marco Bezzecchi und Raul Fernandez in der Rempel-Kollision nach dem Sprint-Start vor weniger als zwei Wochen auf Lombok nicht wertvolle Punkte verschenkt – insbesondere Bezzecchi hätte sich bereits beim letzten Australien-GP auf Phillip Island zurück in den Titelkampf bringen können. Nach der Nullnummer auf Lombok über die kurze Distanz und die maximale Ausbeute am Sonntag fehlen nun dennoch 46 Zähler auf jene Position, die Bezzecchi beim Brasilien-GP übernommen und nach der Verletzung auf dem Sachsenring wieder hatte abgeben müssen.
Vor dem Phillip-Island-GP zeigt sich der Italiener erleichtert und angespannt zugleich: «Seit dem Sachsenring habe ich wieder auf den GP-Sieg hingearbeitet – und es in Indonesien endlich geschafft. Mir selbst bedeutet das sehr viel, das erreicht zu haben. Jetzt geht es an die nächste Aufgabe und Australien wird sehr wichtig.»
Überpräsent – die Tatsache, dass sich die MotoGP von Phillip Island verabschieden wird. Auch Marco Bezzecchi kommentierte das Insel-Finale. «Auch wenn ich erst eine kurze Karriere in der Motorrad-WM habe, sind meine Emotionen immer sehr stark, wenn ich «Phillip Island» höre und erlebe – erst recht auf dem MotoGP-Bike. Es gibt hier mehr Eindrücke und Erinnerungen als an anderen Orten.»
Der WM-Dritte weiter, der 2025 im Sprint dominierte und trotz einer doppelten Long-Lap auch im GP aufs Podest fuhr: «Wenn ich an diese Strecke denke, dann kommen sofort etliche Bilder. Es gab hier so viele außergewöhnliche Rennen. Valentinos Rennen gegen sich selbst, Jacks und Peccos Foto-Finish und unzählige großartige Zweikämpfe. Ich denke auch, schöne und besondere Rennen, die gibt es auch speziell auf schönen Strecken. Für mich ist es ein Privileg, hier zu fahren.»
Zum ernsten Thema des WM-Kampfs. Auf Phillip trafen sich bereits die vier Aprilia-Racer – in Mandalika hatten die RS-GP-Piloten im Großen Preis die Ränge 1–4 belegt – mit dem Teamstrategen zu einer Lagebesprechung. Ging es dabei auch um Verhaltensregeln und eine mögliche Aprilia-Taktik? Schließlich würde ein WM-Titel den größten Erfolg für Aprilia bedeuten. Bezzecchi spielte die Frage mit italienischer Gesprächskultur herunter: «Das war kein Meeting – wir haben zusammen einige Kaffee getrunken. So wie wir es immer machen. Es gibt bei jedem GP einen Austausch mit Trackhouse, denn es macht ja Sinn, dass sich die Aprilia-Piloten abstimmen.»
Marco Bezzecchi ist sich bewusst, hier könnte die entscheidende Aprilia-Stärke im Saisonendspurt liegen. Denn während Ducati alle Karten auf Marc Marquez setzen muss, hat Aprilia vier Siegfahrer in der Aufstellung. Siehe Indonesien. Auf dem Papier spricht auch in Australien alles für Bezzecchi, Martin und Co. – doch Phillip Island ist bekanntlich immer für Überraschungen gut.