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Mehr als 2.000 Starter aus 114 Nationen, monatelange Vorbereitung und ein großes Ziel vor Augen: Bei der Karate-Weltmeisterschaft der Nachwuchsklassen in Polen stellte Tamara Lehner vom Frieways Karateklub einmal mehr ihr Können unter Beweis. Die Ausnahmesportlerin kämpfte sich mit souveränen Leistungen bis ins Finale und darf sich nun WKF-Vizeweltmeisterin nennen.
Ein Jahr intensiver Vorbereitung mit Trainingslagern und Wettkämpfen rund um den Globus machte sich bezahlt. In den Vorrunden ließ Lehner ihren Gegnerinnen aus Italien, Nordmazedonien und Ungarn keine Chance und setzte sich jeweils klar mit 5:0 durch. Auch im Halbfinale gegen die Ägypterin Hana Tanib behielt sie die Oberhand und sicherte sich damit den Einzug ins Finale.
Dort wartete mit der Japanerin Wakana Ito die große Favoritin auf die Burgenländerin. Die mitgereisten Fans aus dem Burgenland sorgten in der Halle für eine großartige Stimmung. Beide Athletinnen präsentierten in der Finalrunde dieselbe Kata und überzeugten mit technisch fehlerfreien Darbietungen sowie Athletik auf höchstem Niveau.
„Tamara hat alles gegeben und war auf Augenhöhe mit der Japanerin. Bei der letzten WM waren wir noch weit von ihrem Level entfernt. Jetzt, zwei Jahre später, haben wir sie richtig gefordert“, zeigte sich Trainer Balazs Lakner mit der Leistung seiner Sportlerin zufrieden.
Der WKF-Vizeweltmeistertitel ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des burgenländischen Karate-Sports. Lehner hatte bereits mehrere WM-Titel bei Stilrichtungsmeisterschaften gewonnen. Zudem war sie die jüngste Sportlerin, die jemals eine Staatsmeisterschaft in der Allgemeinen Klasse für sich entscheiden konnte. Als erste Österreicherin holte sie außerdem eine Medaille in der Serie A, der zweithöchsten Liga der Allgemeinen Klasse.
Besonders hoch einzuschätzen ist der Erfolg bei einer Weltmeisterschaft der World Karate Federation (WKF). Diese vereint die unterschiedlichen Stilrichtungen und nationalen Verbände unter einem Dach. Eine WKF-Medaille zählt daher zu den großen Zielen im Karate-Sport.
Bereits vor zwei Jahren hatte Lehner bei der WKF-Weltmeisterschaft Bronze gewonnen. Nun steigerte sie sich zu Silber. Das nächste Ziel ist bereits gesteckt: Beim kommenden Anlauf soll es Gold werden.
„Ich bin wahnsinnig glücklich über die Silbermedaille. Mein Trainer und ich haben alles dafür getan, top vorbereitet hier an den Start zu gehen. Ich habe mich gut gefühlt, meine Familie und Freunde waren in der Halle und ich wurde von meinem ganzen Umfeld unterstützt. Dadurch ist es mir gelungen, voll fokussiert auf die Matte zu gehen und meine beste Leistung abzurufen“, freute sich die Vizeweltmeisterin.
Für die weiteren Starterinnen und Starter des Frieways Karateklubs endete der Wettkampf bereits vor dem Finale. In der Kategorie Kata U16 vertraten Emil Zadina und Sophie Strodl Österreich. Für beide war es die erste Weltmeisterschaft. Zadina schaffte es bis in die dritte Runde, für Strodl war der Bewerb bereits nach der ersten Runde beendet.
Auch das Team mit Tamara Lehner, Sophie Strodl und Elena Treun erreichte die zweite Runde.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den erfolgreichen Karateka allerdings nicht: Bereits am kommenden Wochenende geht es in Kärnten bei der Österreichischen Meisterschaft weiter. Danach dürfen sich die Athletinnen und Athleten in den Herbstferien eine wohlverdiente Verschnaufpause gönnen.