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Sebastian Vettel: Red Bull wollte, dass ich Webber zum WM-Titel verhelfe

Auf dem Schlussspurt der Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 wollte Red Bull, so die Erzählung von Sebastian Vettel, alles auf Mark Webber setzen

(Motorsport-Total.com) - Glaubt man Sebastian Vettel, dann war der Weg zu seiner ersten Weltmeisterschaft für Red Bull alles andere als vorgezeichnet. Schließlich sei man bei den Roten Bullen kurz vor dem Saisonfinale 2010 dazu bereit gewesen, Teamkollege Mark Webber den Vorzug zu gewähren. Dessen Meisterschaftschancen sahen zeitweise deutlich besser aus als die des damals 23-jährigen Heppenheimers.

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Sebastian Vettel und Mark Webber kämpften 2010 um die Formel-1-WM Zoom Download

Die Formel-1-Saison 2010 zeichnete sich vor allem durch einen spektakulären Fünfkampf um die Fahrer-Weltmeisterschaft aus. Sebastian Vettel, Mark Webber, Lewis Hamilton, Jenson Button und Fernando Alonso konnten sich im Lauf des Jahres als Top-Kandidaten um die Krone des Grand-Prix-Sports etablieren.

Trotz des mit Abstand schnellsten Autos der Saison konnte Red Bull den Gewinn der Fahrer-Weltmeisterschaft keineswegs garantieren. Schließlich hatte das in Milton Keynes beheimatete Team sowohl mit technischen Problemen als auch mit Fahrfehlern der eigenen Piloten zu kämpfen.

Vettel und Webber als erbitterte Red-Bull-Rivalen

Zudem war das Verhältnis zwischen Vettel und Webber bereits äußerst angespannt. Spätestens die Kollision beim Großen Preis der Türkei, für die Teammitglieder wie Dr. Helmut Marko vor allem Webber die Schuld zugesprochen hatten, hatte das interne Klima im Kampf um die Krone keineswegs entspannt. Öffentlich war vielerorts der Eindruck entstanden, Red Bull würde den aus dem eigenen Junior-Kader stammenden Vettel als Weltmeister bevorzugen.

Umso interessanter ist dessen Perspektive in der ARD-Doku "Being Sebastian Vettel". Hier erzählt der Heppenheimer, was nach dem Grand Prix von Südkorea, dem drittletzten Rennen des Jahres, hinter den Kulissen stattfand. Denn nachdem Teamkollege Webber seinen RB6 im strömenden Regen von Yeongam verloren hatte und das Rennen aufgeben musste, standen die Sterne für Vettel herausragend.

Unter anderen Vorzeichen hätte der Heppenheimer das Rennen gewinnen und sich erstmals in der Saison 2010 die WM-Führung sichern können. Wenige Runden vor dem Ende schied allerdings auch Vettel aus, seinerseits mit einem Motorschaden.

Stallregie zugunsten von Mark Webber?

Den Frust über das Aus und die womöglich verlorene Weltmeisterschaft vor dem üblichen Debrief an einem Fußball auszulassen dürfte womöglich die Kommunikation des späteren Weltmeisters gerettet haben, so zumindest seine Sicht der Dinge.

"Dann kam das Rennen in Brasilien", erzählt Vettel in der Doku. "Dort zogen mich dann Dr. Marko und Christian Horner, also der Teamchef, zur Seite und sagten an dem Samstag: 'Okay, du stehst jetzt vorne, aber wir wollen, dass der Mark gewinnt, weil er hat mehr Punkte in der WM.'"

Für den Grand Prix von Brasilien, den vorletzten Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2010, hatte sich Vettel hinter Nico Hülkenberg die zweite Startposition gesichert. Zwar lag Vettel in der Fahrerwertung hinter Alonso und Webber, doch mathematisch hatte der Heppenheimer weiterhin eine kleine Chance auf den Titel. Dementsprechend hielt sich sein Enthusiasmus beim Vorschlag seiner Vorgesetzten in Grenzen.

"Uff, [...], also ich habe an meine eigenen Chancen geglaubt und habe dann gesagt: 'Okay, wir reden morgen.' [Ich] habe darüber geschlafen und habe dann gesagt zu den Dreien: 'Ich bin der absolute Teamplayer.'"

"'Wenn sich irgendeine Situation ergibt, wo ich nicht mehr kann, fahre ich sofort rüber und mache Platz'", so Vettel in der Doku. "'Aber ich bin selber noch im Rennen. Und solange ich selber noch im Rennen bin, fahre ich mein eigenes Rennen.'"

Diese Attitüde sollte sich letztlich auszahlen. Den Großen Preis von Brasilien konnte Vettel für sich entscheiden, während für Webber nur der zweite Platz übrig blieb. Den Konstrukteurs-Titel hatte Red Bull damit bereits ein Rennen vor Saisonende fixiert.

Angespannte Diskussionen vor Abu Dhabi 2010

Trotzdem lag Vettel vor dem Saisonfinale in der Wertung noch hinter Webber und Alonso. Wenig überraschend führte die Gesamtsituation bei den Roten Bullen zu hitzigen Diskussionen, die Vettel in der Doku skizziert.

"Mark hatte dann nochmal nachgefragt: 'Was ist damit und wie machen wir es hier und Strategie hier und da?'", erzählt der Weltmeister von 2010. "Und irgendwann kam dann das Wort zu mir und die Frage: 'Was denkst du denn hier mit dem Ganzen?'"

Die Formel-1-Karriere von Sebastian Vettel

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Diskussionen über Millionen an Möglichkeiten, wie das Rennen zu Ende gehen könnte, schmeckten dem Heppenheimer auch nicht unbedingt. "Da dachte ich mir schon: 'Ja, was ein Quark'", so seine Worte.

"Natürlich, es gibt diese Möglichkeiten, aber es wird schon zu Ende gehen. Also, darüber brauchen wir uns keine Sorgen machen."

"Und irgendwann kam die Frage zu mir und ich habe dann gesagt: 'Ja, für mich [...] ist es ganz einfach: Ich will das Rennen gewinnen und der Rest ist nicht in meiner Hand.'"

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Letztlich spielten strategische Fehler der Konkurrenz aus Maranello und der mangelnde Speed seines Teamkollegen Vettel in die Hand. Sowohl den Großen Preis von Abu Dhabi als auch die Fahrer-Weltmeisterschaft 2010 konnte er für sich entscheiden und der bis dahin jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte werden.

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