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Tennis-Ikone Boris Becker würde sich von Alexander Zverev nach dessen Sprung an die Spitze der Weltrangliste mehr Nahbarkeit wünschen.
Dass die Fans in allen drei Grand-Slam-Finals von Zverev in diesem Jahr überwiegend dessen Gegner unterstützten, habe "Gründe" und sei "nicht gut", sagte Becker im Spiegel-Interview.
"Er muss vielleicht ein bisschen mehr zulassen. Ich habe ihn privat erlebt, er hat Charme, er ist witzig, er ist in Ordnung. Aber vielleicht sieht er das nicht als wichtig genug an", spekuliert Becker.
Wenn es für Zverev wichtig sei, "dass er mehr respektiert wird und vielleicht sogar geliebt, vor allem in seinem Heimatland Deutschland, dann muss er etwas dafür tun", sagte Becker: "Er hat jetzt einen anderen Status. Er ist die Nummer eins der Welt. Da hat man eine andere Bedeutung und eine andere Verantwortung, und man wird anders wahrgenommen."
Der 29 Jahre alte Zverev ist seit Montag als erster Deutscher seit Becker 1991 die Nummer eins der Tenniswelt. Doch während Becker in den 80er- und 90er-Jahren die Herzen der Sportfans eroberte, tut sich Zverev damit deutlich schwerer.
Becker kann nur vermuten, woran das liegt. "Seine Eltern kommen aus Russland, er spricht auf dem Platz russisch mit seiner Box. Politisch äußert er sich überhaupt nicht zum Krieg in der Ukraine, was ich persönlich verstehe, aber es kommt natürlich nicht so gut an", so Becker.
Auch Zverevs "Gold-Kettchen als Glücksbringer" sowie sein laut Becker oft "schroffer" Umgang mit deutschen Journalisten seien mögliche Gründe. Zu den Vorwürfen wegen häuslicher Gewalt gegen Zverev sagte Becker: "Das wurde vor Gericht gelöst. Ich bin weder ein Richter noch ein Ankläger, aber man hätte es im Nachhinein mit bestimmten PR-Maßnahmen besser erklären können."