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Warum Alex Marquez 2026 nicht an seine Glanzsaison anknüpfen kann

Nach seiner starken MotoGP-Saison 2025 kommt Alex Marquez in diesem Jahr nur schwer in Fahrt - Gresini sieht die Gründe dafür vor allem in seiner Verletzung

(Motorsport-Total.com) - Alex Marquez erlebt in der aktuellen MotoGP-Saison eine ganz andere Situation als im vergangenen Jahr. Nachdem der Gresini-Pilot 2025 große Erfolge gefeiert hatte, sollte er dank des Werksmaterials von Ducati daran anknüpfen. Doch dieses Jahr ist bislang nicht so gelaufen wie erhofft.

Alex Marquez sucht noch immer nach seiner Vorjahresform auf der Ducati Zoom

Nachdem sich Marquez als einer der konstantesten Fahrer im Feld etabliert und im vergangenen Jahr an 17 von 22 Rennwochenenden mindestens einmal einen Platz unter den Top 2 belegt hatte, erlebt er in dieser Saison deutliche Leistungsschwankungen.

Bei nur noch fünf ausstehenden Rennwochenenden liegt er mit 172 Punkten abgeschlagen auf dem achten Platz der Weltmeisterschaft. Damit hat er weniger als halb so viele Punkte gesammelt wie sein älterer Bruder Marc Marquez. Der Rückstand auf Fabio Di Giannantonio vom VR46-Team, der wie Alex eine GP26 fährt und nach der Sommerpause ebenfalls mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, beträgt 73 Punkte.

Gresini ist jedoch weiterhin davon überzeugt, dass der 30-Jährige nichts von seiner bekannten Geschwindigkeit eingebüßt hat. Stattdessen glaubt das Team, dass ihn weiterhin eine angeschlagene rechte Schulter ausbremst. In Barcelona im Mai hatte er sich bei einer Kollision mit Pedro Acosta das Schlüsselbein gebrochen.

"Wir wissen, dass es nach erfolgreichen Jahren schwierig werden kann, in den darauffolgenden Jahren dieselben Ergebnisse zu wiederholen", erklärt Teammanager Michele Masini gegenüber Motorsport.com, einer Partneseite von Motorsport-Total.com.

"In diesem Jahr hatten wir irgendwann eine sehr gute Basis und eine sehr gute Geschwindigkeit, ähnlich wie im vergangenen Jahr", zieht der Italiener den Vergleich zu 2025. "Dann hatten wir in Barcelona einen schweren Sturz, bei dem er sich eine schwere Verletzung zuzog, die ihn für einige Rennen außer Gefecht setzte."

"In manchen Jahren braucht man auch etwas Glück, um Ergebnisse einzufahren und konstant zu bleiben. Oft vergessen wir, dass Verletzungen zum Rennsport dazugehören."

"Bislang hatten wir etwas Pech. Trotzdem bin ich von seiner Geschwindigkeit wirklich beeindruckt und freue mich darüber, denn er hat sie nie verloren. Nach seiner Verletzung kam er zurück und zeigte, dass das Tempo noch da war. Allerdings stimmt es, dass er nach der Verletzung mit seiner rechten Schulter noch nicht wieder bei 100 Prozent ist. Um ein MotoGP-Motorrad zu fahren, muss man das sein."

"Wenn man beispielsweise momentan nur bei 95 Prozent ist, fehlt einem etwas. Wir werden aber versuchen, an jedem Rennwochenende das Maximum herauszuholen, um gute Ergebnisse nach Hause zu bringen", bleibt der Gresini-Mann zuversichtlich.

Schwieriger Saisonstart und Verletzung

Marquez geriet bereits zu Beginn der Saison ins Hintertreffen, da die GP26 nicht optimal zu seinem Fahrstil passte. Dadurch hatte er das Gefühl, die letzten 20 Prozent des Leistungspotenzials des Motorrads nicht ausschöpfen zu können. Gleichzeitig verschärfte die Überlegenheit von Aprilia gegenüber Ducati seine Probleme. Nach den ersten drei Überseerennen standen für ihn gerade einmal 28 Punkte zu Buche.

Als die Weltmeisterschaft nach Europa zurückkehrte, fanden Gresini und Marquez schließlich die richtige Abstimmung. Mit einer dominanten Vorstellung in Jerez, wo er das Hauptrennen gewann, beendeten sie die Siegesserie von Aprilia.

Diese verbesserte Form schien sich auch in den folgenden Rennen fortzusetzen: Marquez gewann den Sprint in Barcelona und kämpfte im Grand Prix mit Pedro Acosta um den Sieg.

Dann wurde Acostas KTM auf der Gegengeraden plötzlich langsamer, weil ein elektrisches Problem auftrat. Marquez blieb kaum Zeit, um auszuweichen. Er wurde bei hoher Geschwindigkeit von der Strecke geschleudert und schlug mit großer Wucht auf dem Boden auf. Dabei brach sich Marquez das Schlüsselbein.

Bei diesem schweren Sturz in Barcelona zog sich Alex Marquez die Verletzung zu Zoom

Er musste anschließend die Rennen in Mugello und Balaton Park auslassen. Anhaltende Probleme zwangen ihn zudem dazu, seinen geplanten Wiedereinstieg in Brünn abzubrechen. Erst beim Grand Prix der Niederlande, zwei Rennwochenenden vor der Sommerpause, konnte er wieder ein Sonntagsrennen bestreiten.

Seitdem hat der jüngere Marquez in der MotoGP sowohl Höhen als auch Tiefen erlebt. Die Konstanz, die ihn 2025 zu einem Titelkandidaten gemacht hatte, konnte er bislang jedoch nicht wieder erreichen. In der zweiten Saisonhälfte wurde der Rennkalender noch anspruchsvoller: Die letzten zehn Rennen verteilen sich auf lediglich 14 Rennwochenenden. Die körperliche Belastung nahm dadurch weiter zu.

"Mit meiner Schulter habe ich immer noch ein paar Probleme", räumte Marquez in Mandalika ein. "ls ich nach der Verletzung zurückkam, war es noch nicht so schlimm."

"Es gab jeweils ein Rennen, dann eine Woche Pause, wieder ein Rennen und eine Woche Pause. Das war relativ einfach. Aber ab Misano, eigentlich schon in Österreich, hatte ich große Schwierigkeiten. In Japan war es wegen des langen Flugs und allem, was dazugehört, noch schwieriger", so der Spanier.

"Und hier in Indonesien ist es noch schlimmer. Deshalb versuchen wir, etwas mit unseren körperlichen Kräften zu haushalten und die Schulter nicht zu sehr zu reizen."

Wiederholte Fehler bei Alex Marquez

Seit seiner Rückkehr hat Marrquez auch mehrere Fehler gemacht, die für ihn eher untypisch sind. Beim Deutschland-Grand-Prix führte er seinen Sturz aus einer sicheren zweiten Position hinter Marc Marquez auf seine eigene "Überheblichkeit" zurück.

Auch beim Neustart der Saison nach der Sommerpause war der Gresini-Pilot in Silverstone der schnellste Ducati-Fahrer. Seine Chancen auf einen Podiumsplatz machte er jedoch durch einen Fehler zunichte, den er selbst als "inakzeptabel" bezeichnete.

Zuletzt wurde das Rennwochenende in Motegi zu einem kompletten Desaster. Gleich zweimal unterlief ihm beim Schalten derselbe Fehler: Er schaltete hoch, obwohl er vor der Kurve hätte herunterschalten müssen. Masini betont, dass es im Verlauf einer MotoGP-Karriere auch darum gehe, Rückschläge zu überwinden.

"Entscheidend ist, dass ein Fahrer und sein Team gemeinsam in der Lage sein müssen, sich manchmal neu auszurichten", sagt der Gresini-Teammanager und erklärt: "Hin und wieder muss man mit unterschiedlichen Bedingungen zurechtkommen, die das gesamte Rennwochenende beeinflussen können."

"Nach einem Sturz muss ein Fahrer manchmal auch mental einen Schritt zurücktreten, sich neu sortieren und verstehen, was passiert ist. Es ist aber ebenso normal, dass man während einer Saison auch ein besonders schwieriges Wochenende erlebt."

Marc Marquez bleibt Ducatis Messlatte

Die jüngsten Leistungen von Alex Marquez spiegeln einen größeren Trend innerhalb des Ducati-Lagers wider. Der Abstand zwischen Marc Marquez und den übrigen Ducati-Fahrern hat sich in der zweiten Saisonhälfte deutlich vergrößert. Seit der Fortsetzung der Saison in Silverstone hat Marc Marquez dank dreier Doppelsiege und eines weiteren Sprintsieges beeindruckende 163 Punkte gesammelt.

Fotostrecke: Die Karriere-Highlights von Alex Marquez

Alex Marquez ist in diesem Zeitraum der zweiterfolgreichste Ducati-Pilot. Seine 85 Punkte entsprechen allerdings nur etwas mehr als der Hälfte der Ausbeute seines Bruders.

Gresini ist dennoch überzeugt, dass Alex Marquez auch im Vergleich zu Marc ein ähnliches Niveau wie 2025 hätte erreichen können, wenn er vollständig fit gewesen wäre. "Ich muss sagen, dass er vor dem Rennwochenende in Barcelona auf diesem Niveau war. Zeitweise war er sogar schneller als Marc", betont Masini.

"Wenn ich an die Zeit vor der Verletzung denke, muss ich sagen, dass er im Duell mit Marc auf demselben Niveau wie im vergangenen Jahr war. In der zweiten Saisonhälfte müssen wir uns weiterhin mit den Folgen dieser Verletzung auseinandersetzen."

"Aber es stimmt, dass wir bei Ducati weiterhin Marc als Maßstab nehmen, da sich einige unserer Ziele im Laufe dieser Saison geändert haben. Wir möchten trotzdem weiter Druck machen, denn wir müssen bestimmte Ziele erreichen, und das sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung der Meisterschaft."

Trotz seiner wechselhaften Leistungen und vermeidbarer Fehler hat Alex Marquez während seiner Schulterverletzung einige starke Ergebnisse erzielt. Im Sprint von Aragon belegte er einen überzeugenden zweiten Platz. Beim Grand Prix von San Marino setzte er Marc Marquez spät im Rennen noch einmal unter Druck und kämpfte um den Sieg, auch wenn Marc letztlich die Oberhand behielt.

Angesichts der Schwierigkeiten, mit denen auch Fabio Di Giannantonio und Francesco Bagnaia auf der GP26 zu kämpfen hatten, liefert Alex Marquez weiterhin respektable Ergebnisse. Allerdings ist der Abstand zur Spitze nach wie vor zu groß.

Auch wenn sich das Kapitel Gresini für ihn nach vier gemeinsamen Jahren schließt, möchte das Team die Zusammenarbeit mit einem positiven Abschluss beenden. Nach einer schwierigen Zeit bei Honda hatte der Spanier bei der italienischen Mannschaft seine Karriere neu aufgebaut. Jetzt zieht es ihn in ein Werksteam.

Masini ist weiterhin überzeugt, dass Alex seine grundlegende Geschwindigkeit nicht verloren hat. "Ich schätze seine Stärke und seine Entschlossenheit, wieder an die Spitze zurückzukehren und das höchstmögliche Niveau zu erreichen", sagt er.

"Nach jeder Session und nach jedem Rennen hat er weiterhin alles getan, was für seine Genesung notwendig war. Es stimmt, dass uns diese Rennen an direkt aufeinanderfolgenden Wochenenden bei der Erholung nicht besonders helfen. Trotzdem arbeitet er weiter daran, wieder schnell zu sein, und das funktioniert."

"Wir werden versuchen, an jedem Rennwochenende das Maximum herauszuholen, um gute Ergebnisse zu erzielen. Ich bin wirklich stolz auf ihn. Jetzt stehen uns noch die letzten Rennen mit diesem Team bevor. Wir wollen alles zusammenbringen und noch viele gute Ergebnisse erreichen", ist Masini überzeugt.

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