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Nichts war es mit dem erhofften Top-10-Ergebnis für Nico Hülkenberg im Qualifying der Formel 1 in Austin. Selbst dass der bestrafte Gabriel Bortoleto zum Windschattendienst verpflichtet wurde, reichte nicht, und resultiert unweigerlich in Fragezeichen, auch bei beiden Fahrern.
"Es war enttäuschend ehrlich gesagt, wir dachten wir hätten die Pace, um weiterzukommen", bedauert Audi-Rennleiter Allan McNish auf F1TV. Hülkenberg verpasste als Zwölfter den Q3-Einzug letztendlich um genau eine Zehntel. Weil er sich in seinem zweiten Q2-Versuch nicht mehr hatte verbessern können. Bis zu dem Punkt war es gut gelaufen, Q1 hatten beide Fahrer unter den Top-10 beendet, und in Q2 hätte es eigentlich in der Theorie dank des Windschatten-Plans noch besser werden müssen.
Bei Gabriel Bortoleto stand nämlich schon vorab fest, dass er nach zahlreichen über das Wochenende verteilten Wechseln von Motor-Komponenten - am Samstag kamen zu Batterie und Steuereinheit noch Verbrennungsmotor, Turbo, Auspuff und MGU-K hinzu - mit einer Grid-Strafe vom Ende des Feldes starten muss, egal, was er im Qualifying erreichen würde. Nachdem beide also in Q2 gekommen waren, bekam Bortoleto den Auftrag, Hülkenberg auf der langen Geraden Windschatten zu geben.
Das funktionierte auf beiden Q2-Versuchen. Mit dem ersten platzierte sich Hülkenberg temporär auf dem achten Platz an der Spitze des Mittelfeldes. Aber im zweiten Versuch konnten alle noch einmal nachlegen. Alle bis auf Hülkenberg, der sich mit einem sichtlich zu instabilen Heck in der zweiten Rundenhälfte in den Sektoren 2 und 3 nicht verbessern konnte, und daher bis auf den zwölften Platz durchgereicht wurde.
"Ich denke, die anderen haben sich minimal mehr verbessert, besonders die Racing Bulls", überlegt Hülkenberg. "Die finden immer Zeit in Q2, und das können wir nicht wirklich kontern. Es fehlte uns nur ein Zehntel, aber wenn wir uns das anschauen, dann fehlt es uns auf den Geraden."
Teamkollege Bortoleto ist trotzdem verwundert, dass es für seinen Teamkollegen so ausging: "Sofern die anderen nicht gerade einen magischen Knopf haben, mit dem sie von Q1 auf Q2 mehr Grip in ihrem Auto aktivieren, dachte ich, dass Q3 definitiv möglich sein würde. So hat es sich für mich angefühlt." In Q1 war Bortoleto noch auf einen starken siebten Rang gefahren, 72 Tausendstel schneller als Hülkenberg.
"Basierend auf meiner Einschätzung aus Q1 war Q3 möglich, aber meine Runde war sehr gut", stellt Bortoleto fest. Vielleicht war seine letzte Q1-Runde, die zugleich wegen seines strafbedingten ungewöhnlichen Fahrplans seine letzte ernsthafte Runde des Tages war, einfach perfekt: "Ich weiß nicht, ob das dann nur meine Runde war oder ob es die Umstände waren, ob andere Leute keine Runde zusammenbekommen haben."
Die Racing Bulls schafften es jedenfalls in Q2, und sowohl Liam Lawson als auch Arvid Lindblad, und obendrauf noch der Alpine von Pierre Gasly. Sie alle gingen vorbei an Hülkenberg. Da auch Lindblad eine Motorstrafe hat, wird Hülkenberg in der Startaufstellung zumindest auf den elften Platz vorrücken. Nah genug an den Punkten, um mit der üblicherweise starken Rennpace des Audi bei hohem Reifenverschleiß und Unsicherheiten bezüglich einem oder zwei Stopps etwas ausrichten zu können.
"Es könnte ein aufregendes Rennen mit unterschiedlichen strategischen Ansätzen werden", prognostiziert Hülkenberg. Bortoleto hingegen wird von Startplatz 22 einfach schauen, ob ihm das Rennglück zur Hilfe kommt: "Natürlich ist es von ganz hinten nicht leicht, aber Überholen ist hier möglich, und ich glaube, dass es für uns Chancen gibt. Wir müssen bereit sein, sie zu ergreifen, wann auch immer sie kommen."