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(Motorsport-Total.com) - Nach dem Grand Prix von Mexiko hat sich Kimi Antonelli in die Geschichtsbücher als jüngster Formel-1-Weltmeister der Geschichte eingetragen. Der Italiener löste damit Sebastian Vettel ab, der bereits in Monza erklärt hatte, er würde sich riesig für Antonelli freuen, wenn dieser den Rekord breche - schließlich seien Rekorde genau dafür da.
Max Verstappen kann Kimi Antonelli zum WM-Titel gratulieren Zoom
Unter dem aktuellen Reglement für die Superlizenz wird es eine immense Herausforderung sein, Antonellis Rekordmarke (20 Jahre, zwei Monate und sieben Tage) jemals noch weiter zu unterbieten, da dies praktisch bedeuten würde, dass jemand noch im Teenie-Alter seinen ersten WM-Titel einfahren müsste.
Das alles unterstreicht, wie außergewöhnlich Antonellis Leistung ist. Dennoch gab Max Verstappen kurz vor der Titelentscheidung des Italieners eine recht nüchterne Antwort auf die Frage, was den Mercedes-Schützling eigentlich von den meisten anderen jungen Fahrern unterscheide: "Mehr Talent."
Auf die Nachfrage, ob es wirklich so einfach sei, entgegnet der viermalige Weltmeister: "Nun, das hilft auf jeden Fall schon mal gewaltig. Und natürlich hatte er von klein auf die richtige Führung durch seinen Vater. Sein Papa versteht viel mehr vom Rennsport als der durchschnittliche Vater - und wenn dein Sohn dann noch mit extrem viel Talent gesegnet ist, ist das schon die halbe Miete."
Neben der Führung durch Marco Antonelli spielt naturgemäß auch das Vertrauen und die Unterstützung von Mercedes eine zentrale Rolle - ein Punkt, den Antonelli selbst regelmäßig hervorhebt.
Motorsportchef Toto Wolff stand stets hinter seinem Schützling, selbst in den schwierigen Phasen des vergangenen Jahres. Und mit dem erfahrenen Peter Bonnington an seiner Seite an der Ingenieursfront könnte sich Antonelli kaum ein besseres Umfeld wünschen.
Als Verstappen gefragt wird, welche Eigenschaft Antonelli mit 20 Jahren besitze, die er selbst damals nicht hatte, sorgt der Niederländer mit stocksteifer Miene für Lacher: "Nun ... er spricht Italienisch."
Abgesehen davon, dass Verstappens Italienisch-Wortschatz bedeutend überschaubarer ist, betont der Red-Bull-Pilot, dass sich die beiden Situationen nicht wirklich vergleichen lassen:
"Ich bin mit 17 in die Formel 1 gekommen und bin sehr lange kein Auto gefahren, mit dem ich um die Weltmeisterschaft kämpfen konnte. Das war natürlich das größte Problem. Aber dass Kimi in diesem Alter bereits so abliefert, ist extrem beeindruckend."
Mit diesen Worten spielt Verstappen naturgemäß auf seinen Einstieg bei Toro Rosso und noch mehr auf seine ersten Jahre bei Red Bull an, die vor allem wegen des unterlegenen Renault-Motors extrem zäh waren.
Dadurch konnte Verstappen lange Zeit nur um einzelne Rennsiege fahren und hatte erst 2021 - in seiner siebten Formel-1-Saison - zum ersten Mal das Material zur Verfügung, um im Titelkampf ein Wort mitzureden.
Obwohl die Jahre davor wegen des fehlenden konkurrenzfähigen Materials verständlicherweise frustrierend waren, gaben sie dem Niederländer die Möglichkeit, sich abseits des ganz großen Scheinwerferlichts zu entwickeln. Laut Verstappen hatte Antonelli diese Chance nicht, da er direkt bei einem Topteam eingestiegen ist.
"Ich glaube, das letzte Jahr war an manchen Stellen nicht einfach für ihn. Aber klar, genau daraus lernt man eben auch, und solche Erfahrungen muss man machen, um zu wachsen. Das ist in einer Rookie-Saison völlig normal."
"Wenn du für ein Topteam fährst, wird alles viel genauer unter die Lupe genommen. Du kannst dich nicht wirklich im Verborgenen entwickeln. Aber er hat das mit Blick auf dieses Jahr hervorragend gemeistert. Er war von Beginn dieser Saison an voll da."
Neben Antonellis Qualitäten als Rennfahrer schätzt Verstappen einen ganz anderen Aspekt noch höher ein: wie sich der 20-jährige Italiener als Mensch gibt und wie unberührt er scheinbar vom Ruhm bleibt. Antonelli ist geerdet - und das ist laut Verstappen das, was er am meisten an ihm schätzt.
"Er ist einfach ein ganz normaler Typ. Er führt sich nicht auf wie ein Rock- oder Superstar. Er ist einfach absolut authentisch. Er hat das Herz am rechten Fleck, und das schätze ich wirklich sehr an ihm."