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Der FC Bayern erlebt eine außergewöhnliche Woche, die weit über Fußball hinausgeht. Selbst über Kanes Ballon-d'Or-Triumph liegt ein Schatten. Die Situation wird zur psychologischen Belastungsprobe.
Aus München berichtet Julian Buhl
Der am Ende doch noch standesgemäß ausgefallene 6:1-Pflichtsieg des FC Bayern in der zweiten Runde des DFB-Pokals am Mittwochabend war schnell abgehakt. Auch der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer und der Pfostenschuss des Zweitligisten, der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte fast zum 2:2 geführt hätte, waren in der Nachbesprechung letztlich nur Randnotizen.
Unmittelbar nach dem Abpfiff drängten bei den Münchnern bereits wieder die wichtigeren Themen in den Vordergrund, die schon die Schlagzeilen einer außergewöhnlichen Woche bestimmt hatten. Harry Kanes Triumph am Montag in London beim Ballon d'Or gehörte da zweifellos dazu.
Doch selbst diese Karrierekrönung konnten die Bayern in diesen turbulenten Tagen nur gedämpft feiern. Überschattet wurden die Tage schließlich von zwei alles andere als erfreulichen Vorfällen: dem privaten Schicksalsschlag, der Joshua Kimmich mit dem Tod seines Vaters getroffen hat, sowie dem Zusammenbruch von Chefcoach Vincent Kompany auf dem Trainingsplatz.
Immerhin im zweiten Fall konnten die Münchner nun neben der medizinischen Diagnose zumindest eine positive Entwicklung verkünden. Wie Sportvorstand Max Eberl schon vor dem Pokalspiel im ARD-Interview mitteilte, wurde bei den Untersuchungen im Münchner Klinikum Rechts der Isar bei dem 40-Jährigen eine Hirnhautreizung festgestellt – und keine Hirnhautentzündung, die im Vergleich als deutlich besorgniserregender einzustufen gewesen wäre.
"Das Wichtigste und schönste Zeichen ist, dass er heute aus dem Krankenhaus entlassen wurde und jetzt erst mal wieder zu Hause ist", führte Eberl nach der Partie in den Katakomben aus. "Das ist für uns erstmal die größte und schönste Nachricht heute am ganzen Tag." Jetzt, wo man wisse, um was es sich genau handelt, könne man Kompany dementsprechend behandeln. "Die Therapie bedeutet Ruhe", sagte Eberl und kündigte an: "Das wird die nächsten Tage auf jeden Fall so sein."
Das Weiterkommen seiner Mannschaft im DFB-Pokal werde ihren Trainer "weiter unterstützen, schnell wieder zurückzukommen und zu genesen". Der letzte Punkt, betonte Eberl, sei aber "erstmal das Allerwichtigste".