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Eintracht Frankfurt tritt am Samstag beim Aufsteiger SC Paderborn an. Trainer Hütter nennt die Partie „sehr, sehr wichtig" – und richtungsweisend.
In den zurückliegenden Wochen war so ein wenig was los im Staate Eintracht, personell und strukturell. Hier ein Abriss in Kurzform: Sportvorstand Markus Krösche dankt ab (und heuert jetzt bald bei Milan an), Vordenker Axel Hellmann wird vom Sprecher des Vorstands zu dessen Vorsitzenden bestimmt. Präsident Mathias Beck wird mit 99,5 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt.
Sportdirektor Timmo Hardung wird eingeschränkt und befördert zugleich, Ex-Kapitän Sebastian Rode rückt nahe ans Team heran und sitzt fortan auf der Bank. Im Clubberer Joti Chatzialexiou wird ein neuer Sportchef gefunden. Der 50 Jahre alte Frankfurter soll am 1. Februar seinen Job antreten. Wahrscheinlich aber schon früher, der 1. FC Nürnberg hat seine Nachfolge ja auch schon geregelt. Wird man sehen.
Die Eintracht hat Fakten geschaffen. In einiger Eile. „Wir haben Dampf reingebracht in Sportthemen“, sagt Axel Hellmann. „Es ist einiges passiert. Das gefällt mir gut.“ Er selbst hat vieles angeschoben, der Bequemlichkeit den Kampf angesagt. Viele Mitarbeitende im sportlichen Sektor legen die Ohren an, wenn der Oberboss um die Ecke biegt. Es weht ein anderer Wind im Herzen von Europa.
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Völlig losgelöst von diesen Umwälzungen auf den verschiedenen Ebenen des hessischen Imperiums: Cheftrainer Adi Hütter. Der sagt vor dem Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim Aufsteiger SC Paderborn betont nüchtern: „Seit dem ersten Tag hat sich für mich nichts verändert. Zwischendurch war es ein bisschen stürmisch, aber das gehört dazu. Da muss man den Stahlhelm aufsetzen, und dann muss man durch. Das ist so bei einem großen Verein.“
Dem 56-Jährigen ist seit seinem zweiten Amtsantritt im Sommer gespiegelt worden, „dass wir ein paar Entscheidungen treffen müssen, das habe ich gewusst.“ Das sagt vieles über die exponierte Stellung des Cheftrainers aus. Er ist die Zugmaschine für den Sport, mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet und vor allem: ganz viel Vertrauen. „Das ist sehr groß, das spüre ich.“ Er hat die volle Rückendeckung der Verantwortlichen. Sie sind froh, dass da eine Autorität ist, die aufräumt und für Klarheit sorgt, nach schwammigen Monaten, in denen das ganze Gebilde ins Wanken kam.
„Wir ziehen alle an einem Strang, damit wir mit den richtigen Entscheidungen in die richtige Richtung gehen“, sagt Hütter, der aktuell weit mehr ist als ein leitender Angestellter. Er ist bekennender Eintrachtler, der eine große Gesamtverantwortung für den Verein spürt. Immer in dem Wissen, dass Trainer von Erfolgen, von Ergebnissen abhängig sind.
Das gilt auch für seine Mannschaft, die er nach anfänglichen Schwierigkeiten stabilisiert und auf Kurs gebracht hat. Der Vorarlberger hat das mit der Adi-Hütter-Methode geschafft, die beinhaltet: klare Linie, konsequentes Durchgreifen, harte Hand. Er packt die Dinge mit Kompromisslosigkeit, Eindeutigkeit und Verlässlichkeit an. Und auch den einen oder anderen öffentlichen Tadel für seine Spieler samt deutlicher Zeichensetzung (Can Uzun, Robin Koch).
Paderborn: Noll - ter Horst, Scheller, Hansen - Curda, Castaneda, Obermair - Baack, Vidovic - Pieringer, Marino.
Frankfurt: Atubolu - Knauff, Koch, Brassier, Baum - Onyedika, Aseko - Chaibi, Uzun, Doan - Burkardt.
Schiedsrichter: Dankert.
Der Eintracht fehlt: Götze (Ohrentzündung).
Nicht alle finden das dufte. Der Fußballlehrer hat etwa für seinen Umgang mit seinem Kapitän Robin Koch in Leipzig (Auswechslung zur Halbzeit, „Habe-ihn-erlöst“-Zitat im Nachgang) auch einige Kritik einstecken müssen. „Das stört mich nicht“, sagt Adi Hütter, weil er von seinem Weg überzeugt ist, weil er alles dafür tut, um die Mannschaft aufs Gleis zu setzen. Er weiß, wie das geht.
Adi Hütter leitet kein Team voller Überflieger an, im Gegenteil: Es muss sich vieles (alles) erarbeiten, hart erarbeiten. Mit der Entwicklung ist der Fußballlehrer prinzipiell einverstanden: „Unser Niveau hat sich gesteigert. Die Intensität zeigt mir, dass jeder verstanden hat, worum es geht.“ Wenn das Team aber nachlässt im Hinblick auf Einstellung, Bereitschaft, Willen, dann geht es in die falsche Richtung. Es wird Rückschläge geben, und die Frage ist generell, wie gefestigt das Konstrukt ist. Da ist auch der Trainer gespannt.
Der erste Stresstest, die Belastungsprobe, wartet in Paderborn beim unbequemen Neuling. „Wir müssen ihnen unser Spiel aufzwingen, Charakter und Mentalität zeigen“, fordert der Chefcoach und warnt: „Wenn wir nicht unsere Leistung bringen, werden wir Probleme bekommen. Es wird nichts von selbst laufen, nur weil wir Hamburg zweimal mit 3:1 geschlagen haben – wenn wir so denken, werden wir Schiffbruch erleiden.“ Für Hütter ist daher ganz klar: „Es läuft jetzt bissl besser. Aber es geht schnell in die eine oder andere Richtung. Deshalb ist es ein sehr, sehr wichtiges Spiel, richtungsweisend.“ Wieder einmal.