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Moritz Nicolas ist in dieser Saison ein Gesicht der Gladbacher Krise. Der 29-Jährige war in der vergangenen Runde noch einer der wenigen echten Lichtblicke am Niederrhein. Mit über 70 Prozent abgewehrten Torschüssen, zahlreichen Glanzparaden und praktisch keinen schwerwiegenden Fehlern war das Fohlen-Eigengewächs ein Garant dafür, dass die Spielzeit nicht im Abstiegs-GAU endete.
Entsprechend sahen viele den Keeper auch im Dunstkreis der Nationalmannschaft. Im Sommer soll es reges Interesse anderer Klubs gegeben haben, vor allem aus der Premier League. Gladbach und Nicolas entschieden sich aber für den weiteren gemeinsamen Weg – mit dem Schlussmann als klare und unumstrittene Nummer eins.
Das große Problem: Nicolas kommt 26/27 bislang längst nicht an seine Form aus der vergangenen Saison heran. In Sachen abgewehrter Torschüsse liegt er gut zehn Prozent hinter seinem Vorjahreswert. Fehler, die zu Gegentoren geführt haben, unterliefen ihm schon einige. Zuletzt in Stuttgart.
Auch der Gegentorschnitt spricht Bände, selbst wenn man Nicolas dafür sicher nicht allein verantwortlich machen kann. Weniger als 1,6 Gegentore pro Spiel waren es 24/25. Nach sieben Spieltagen der neuen Saison sind es über 3,1 pro Partie.
Ist es also Zeit, am Nummer-eins-Status des Keepers zu rütteln? Immerhin steht in Sommer-Neuzugang Daniel Batz (35) ein erfahrener Backup bereit, der in Mainz gezeigt hatte, dass er gutes Bundesliga-Niveau verkörpern kann.
"Moritz ist die Nummer eins und bleibt die auch, da gibt es nichts dran zu rütteln."
Blessin über Nicolas
Der neue Cheftrainer Alexander Blessin will dennoch gar keine Diskussion aufkommen lassen, selbst wenn er offen ließ, ob Batz im DFB-Pokal gegen den KSC (Dienstag, 20:45 Uhr) einen Einsatz bekommt. "Fehler kommen vor, jetzt geht es darum, den Kopf wieder frei zu bekommen. Moritz ist die Nummer eins und bleibt die auch, da gibt es nichts dran zu rütteln. Wir haben eine top, top, top Nummer zwei, aber Mo hat das so lange richtig gut gemacht, deswegen gibt es da momentan gar keine Diskussion", betonte Blessin.
Das sieht auch Sportchef Rouven Schröder so, der sich in Stuttgart auf der Bank mächtig darüber aufgeregt hatte, dass Nicolas bei der Flanke vor dem 2:3-Anschlusstreffer des VfB auf der Linie kleben blieb.
"Man muss sagen, dass wir ohne Moritz am Ende der letzten Saison nicht neun Punkte über dem Strich gestanden hätten. Er hat da 13-mal zu Null gespielt und er ist ein unfassbar toller Junge. Er macht sich jetzt genug Gedanken wegen der Gegentore, aber das verarbeitet er und wir pushen ihn alle. Er hat auch in Stuttgart einige Dinger gehalten, das darf man nicht vergessen – und am Ende haben wir zusammen gewonnen", so Schröder.
Dabei hatte er zwei wichtige Punkte betont: Zum einen zeigte Nicolas auch gegen den VfB wieder einige richtig gute Paraden auf der Linie. Zum anderen darf man die Leistungen der vergangenen Saison nicht vergessen. Der 29-Jährige hat das Potenzial nachgewiesen, einer der besten Bundesliga-Keeper sein zu können.
Gerade aufgrund der sportlichen Lage, die trotz des Sieges in Stuttgart prekär bleibt, ist die Borussia auf einen Schlussmann angewiesen, der auch mal den ein oder anderen Punkt retten kann. So wie Moritz in der vergangenen Saison.