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Niclas Füllkrug trifft und trifft. Das Thema Nationalmannschaft sieht der Bremer gelassen.
Bei den immer häufiger gestellten Fragen zu seinem möglichen Nationalmannschafts-Comeback blieb Niclas Füllkrug so cool wie vorher vom Elfmeterpunkt. "Ich spiele nicht für eine Nominierung. Ich spiele für Werder", stellte der Torjäger von Werder Bremen nach seinem nächsten Doppelpack beim 3:2 (2:1)-Erfolg beim FSV Mainz 05 klar. Zu einer Rückkehr in die DFB-Auswahl könne er "nichts sagen. Ich weiß ja nichts", beteuerte Füllkrug gelassen: "Wirklich: Es interessiert mich einfach nicht."
Spätestens am 5. November weiß Füllkrug mehr. Dann nominiert Bundestrainer Jürgen Klopp seinen Kader für den Vorrundenabschluss der Nations League in Serbien (13. November) und gegen die Niederlande (16. November). Mit Füllkrug? "Wir haben in Deutschland eine neue Ära eingeläutet, wollen jung und dynamisch sein. Das verstehe ich, wenn das der Fall sein sollte. Und wenn nicht, können wir immer noch darauf reagieren", sagte der 33-Jährige im ZDF-Sportstudio.
Füllkrugs Alter hatte Klopp wenige Tage zuvor zum Thema gemacht. Der Bremer schieße zwar in der Bundesliga ein Tor nach dem anderen, aber er sei 33. "Das ist nicht meine Schuld", sagte Klopp mit einem Schmunzeln: "Wir haben eine Gegenwart, eine mittelfristige Zukunft und eine langfristige Zukunft. In der Gegenwart kann das natürlich funktionieren, mittelfristig unter Umständen auch, langfristig müssen wir mal sehen."
Für Füllkrug sei sein Alter in seiner Karriere "nie ein Thema" gewesen. "Ich glaube, dass der Bundestrainer eine ziemlich klare Aussage getätigt hat. Jeder kann daraus interpretieren, was er interpretieren möchte", sagte Füllkrug. Er konzentriert sich lieber auf seine Kernkompetenz: Tore erzielen.
In Mainz verwandelte er zwei Foulelfmeter nervenstark. Es waren seine Saisontreffer sieben und acht. Füllkrug traf dadurch auch im sechsten Ligaspiel in Folge - dies war in Bremen zuvor nur Rudi Völler gelungen (82/83). Entsprechend verzückt ist Trainer Daniel Thioune. "Er ist unser Leuchtturm - und er leuchtet gerade stark. Er reißt diese Mannschaft mit", sagte Thioune. Füllkrugs Tore bescheren Werder zwölf Punkte nach sieben Spielen und damit den besten Saisonstart seit acht Jahren.
Entsprechend gut ist die Stimmung. Füllkrug feierte nach dem Auswärtssieg barfuß vor den Fans, seine markante Zahnlücke war dabei immer wieder zu sehen. Das kleine Scharmützel mit dem Mainzer Nadiem Amiri war da schon wieder vergessen, ebenso sein Ärger bei seiner Auswechslung. "Lustigerweise war es nicht wegen der Auswechslung, es hat mir einfach zu lange gedauert. Ich hatte früh angezeigt, dass ich heraus musste. Ich habe gemerkt, dass ich nicht mehr bei 100 Prozent war, und wollte, dass in der Phase ein frischer Spieler hereinkommt", sagte Füllkrug.
Die nächste Aufgabe wartet schließlich schon auf ihn. Am Dienstag gastiert Werder im DFB-Pokal bei Füllkrugs Ex-Klub Borussia Dortmund. In der Liga hat er den BVB bereits mit seinem Ausgleichstor in der Nachspielzeit (2:2) geschockt. Seine Torserie will er fortsetzen - auch für Jürgen Klopp.