Zurück
Tennis-Shootingstar Rafael Jodar erreicht erstmals die ATP Finals. Entscheidend dafür war in Paris die große Schützenhilfe anderer. Auch Boris Becker reagiert auf den historischen Erfolg des Spaniers.
Damit hatte er wohl selbst kaum noch gerechnet: Rafael Jodar hat sich doch für die ATP Finals qualifiziert, obwohl seine Chancen nach dem frühen Aus beim Masters in Paris stark gesunken waren. Unter anderem Novak Djokovic, Alex de Minaur, Taylor Fritz und Tommy Paul konnten Jodar theoretisch noch im ATP-Race abfangen, wodurch er das Saisonfinale trotz der Absage des Weltranglisten-Zweiten Jannik Sinner verpasst hätte.
Doch dann verlor zunächst de Minaur überraschend gegen Tomás Martín Etcheverry, der in 20 Duellen zuvor noch nie einen Top-10-Spieler besiegt hatte. Auch Rekord-Grand-Slam-Sieger Djokovic unterlag unerwartet dem Australier Rinky Hijikata. Nachdem auch Paul an Ben Shelton gescheitert war, blieb nur noch Fritz als Gefahr für Jodar übrig.
Der US-Amerikaner musste lediglich ein Match noch gewinnen, um das Ticket für die ATP Finals in Turin zu lösen. Mit Carlos Alcaraz stand ihm in jenem Viertelfinale dabei ausgerechnet Jodars Landsmann gegenüber, der im Match aber lange Zeit sehr fehleranfällig agierte. So gewann Fritz den ersten Satz trotz eines Break-Rückstands und der Abwehr von Satzbällen.
Im zweiten Satz lag Fritz dann mit einem Break vorne und hatte zunächst bei Aufschlag von Alcaraz einen Matchball und schließlich sogar bei eigenem Aufschlag noch einen weiteren. Doch Alcaraz wehrte beide ab, drehte den Satz und setzte sich nach zwei Stunden und 45 Minuten mit 6:7 (10:12), 7:5, 6:3 durch.
Somit hat sich Jodar trotz des frühen Ausscheidens den letzten Platz bei den ATP Finals gesichert – und damit Tennis-Geschichte geschrieben. Der 20 Jahre alte Spanier ist der erste Spieler, der sich im Jahr seines Debüts auf der ATP-Tour für das Saisonfinale qualifiziert.
Wie viele Faktoren für diese Qualifikation zusammenkommen mussten, erstaunte auch die deutsche Tennis-Legende Boris Becker, der einen Post mit diesen Fakten teilte und dazu schrieb: „Wow.“
Bereits zuvor hatte Shelton mit seinem Viertelfinalsieg gegen Paul die Qualifikation von Frances Tiafoe perfekt gemacht.
Externer Inhalt Spotify
Wenn du hier klickst, siehst du Spotify-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Spotify dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du .
Shelton setzte sich im US-Duell mit 6:4, 4:6, 6:3 durch und schlug dabei 19 Asse. Für Paul endete damit die Chance auf das Saisonfinale, bei dem Tiafoe wie Jodar sein Debüt geben wird.
Jodar war in Paris in der zweiten Runde an Casper Ruud gescheitert und musste anschließend auf die Ergebnisse seiner Konkurrenten warten. Zu Jahresbeginn hatte der Spanier noch auf Platz 168 der Weltrangliste gestanden.
Sein Tour-Debüt feierte er bei den Australian Open, später gewann er in Marrakesch seinen ersten ATP-Titel und erreichte bei den French Open das Viertelfinale.
Neben Jodar und Tiafoe haben sich Alexander Zverev, Alcaraz, Shelton, Daniil Medvedev, Flavio Cobolli und Arthur Fils für das Turnier vom 15. bis 22. November qualifiziert.
Jannik Sinner steht im Saisonrennen zwar vor Jodar, hat seine Saison aber verletzungsbedingt beendet. Fritz und Alex de Minaur reisen als Ersatzspieler nach Turin.