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Zwei erfolgreiche Reisen und ambivalente Halbzeiten in der Liga

Zwei Youth-League-Siege, ein torloses Revierderby und jede Menge spannende Personalien: Bei der U19 von Borussia Dortmund war in den vergangenen Wochen einiges geboten. Notizen über die letzten Auftritte, vielversprechende Talente und bemerkenswerte Entwicklungen.

Eine Jubeltraube um Torschützen Justin Hoy, der mit seinem Trikot mit der Nummer 10 in der Mitte steht.
Bild: Borussia Dortmund

Die Länderspielpause war lang. Viel zu lang. Viele vermissen die Enge und das Summen der Tribüne. Meine größte Sehnsucht war es, wieder zwischen Scouts, Eltern und schmierigen Beratern zu sitzen und der jüngeren Generation beim Kicken zuzuschauen. Die Unterbrechung des Spielbetriebs wurde von Felix Hirschnagl und seinem Team aber auch für die Ansetzung eines Freundschaftsspiels gegen den Gegner genutzt, der letztes Jahr das Ende in der Youth League bedeutete.

Alkmaar (H) – Testspiel

Ergebnis nicht bekannt, weder auf der Website noch auf Fussball.de.

Aufstellung: Wehrbein – König, Kaymak, Ritter, Adje – Fahrenhorst, Bojang, Faust – Tunkel, Najdi, Hoy

12.10.2026

Bodø-Kader: Wie im letzten Spiel gegen Villarreal spielen auch gegen die Norweger wieder Aaron Held, Luke Fahrenhorst, Tim Degener und Fadi Zarqelain in der Youth League mit. Ebenfalls dazu kommen Niclas Goldberg und Georgios Zisopoulos aus der U17.

Die Liste der Spieler, die nicht im Kader sind, ist lang:

  • Julien Froese
  • Semih Kaymak
  • Marwan Mirza
  • Amine Lettifi
  • Jan-Luca Riedl
  • Luis Alaze

(Dazu auch noch die Langzeitverletzten: Peniel Poba, Johann Jaensch, Mats Brauckmann.)

Interessant sind die Personalien Jan-Luca Riedl und Enzo dos Santos. Beide waren nicht unter den Verletzten geführt, standen aber auch nicht im Kader. Eine Versetzung in den Kader der U23 ist selbstredend immer möglich, aber zuletzt waren sie auch dort nicht zu finden. Bei beiden Spielern ist es allerdings auch schwierig, eine klare Zugehörigkeit zu einem Kader zu finden.

Bodø/Glimt (A) 0:5 (0:2)

Aufstellung: Held – Vogt, Zisopoulos (66. König), Ritter, Adje (66. Burkhardt) – Degener, Fahrenhorst, Faust – Zarqelain, Gardarsson (66. Najdi), Hoy (74. Goldberg)

Tore: 0:1 Gardarsson (28.); 0:2 Hoy (35., Foulelfmeter); 0:3 Gardarsson (55.); 0:4 Degener (79.); 0:5 Fahrenhorst (89., Handelfmeter)

Während das Spiel gegen Villarreal noch sowohl live als auch on demand verfügbar war, war das Spiel in Bodø in jeglicher Hinsicht von der Öffentlichkeit abgeschottet – sofern man nicht vor Ort war. Folglich bin ich hier auf die Worte von Auswärtsfahrern angewiesen. Die von mir Befragten waren sich aber einig, dass Borussia das Spiel nach allen Regeln der Kunst dominierte. Um eine Quelle zu zitieren: Einbahnstraßenfußball.

Die gesamte Mannschaft inklusive Auswechselspieler jubeln in die Kamera nach dem Auswärtssieg.
Kollektiver Jubel nach dem Auswärtssieg am Polarkreis. · Schwatzgelb.de

RW Oberhausen (H) 5:1 (0:1)

Aufstellung: Wehrbein – Riedl (46. Vogt), Ritter (46. Fahrenhorst), Kanté, Kaymak – König, Faust (46. Gardarsson), Goldberg – Najdi, Burkhardt, Hagemann (46. Hoy)

Tore: 0:1 Pasek (8.); 1:1 Hoy (56.); 2:1 Najdi (64.); 3:1 Goldberg (66.); 4:1 Gardarsson (75.); 5:1 Goldberg (82.)

  • Zögerlicher Beginn. König wieder auf der Sechs, Riedl als RV. Ritter zieht heute im Streichholzziehen der Linksfüße den Kürzeren und spielt als RIV. Meiner Erinnerung nach erster U19-Startelfeinsatz für U17-Spieler Niclas Goldberg.
  • Burkhardt wieder als falsche Neun. Lässt sich gewohnt tief fallen. In den ersten Minuten ein paar Szenen, in denen er Fortschritte gegen körperbetonte Gegner zeigt.
  • Dortmund presst im 4-2-4 mit Faust und Burkhardt in erster Linie.
  • Kanté lässt sich einmal mehr hinterlaufen. Stellungsspiel ist noch ein großer Verbesserungspunkt.
  • Aufbau teilweise behäbig. Wenig Vertikalspiel in der ersten Halbzeit.
  • Kanté in der ersten Halbzeit leider ein Unsicherheitsfaktor. Sowohl mit als auch gegen den Ball.
  • Wenig klare Torchancen. Schön von den Profis abgeschaut.
  • König verschätzt sich völlig im Zweikampf. Hätte gut und gerne das 0:2 sein können.
  • Sehr, sehr schöne Bewegung von Najdi vor dem Ausgleich. Dass der Ball dann am Ende zu Hoy kommt, ist viel Zufall, aber ein großer Teil des Angriffs war sehr ansehnlich.
  • Burkhardt öffnet die Räume, sie werden nur noch zu wenig von den beiden Flügeln oder Achtern belaufen.
  • Eine Position weiter hinten hat Burkhardt dann doch noch deutlich mehr Probleme mit der Physis seiner Gegenspieler.
  • Najdi hat Blut gerochen und versucht denselben Trick gleich ein zweites Mal, diesmal mit deutlich weniger Erfolg.
  • Gardarsson ist in der Luft halt schon eine absolute Macht.
  • Hoy trifft im Passspiel in den ersten Minuten ein paar zu viele Entscheidungen, bei denen man hinterher sagt: „Da wäre mehr drin gewesen.“
  • Najdi staubt nach einer Gardarsson-Chance ab. Hervorheben möchte ich aber den eröffnenden Pass von Burkhardt. Er zieht drei Gegenspieler auf sich, nachdem er sich ein wenig in den Rücken fallen lässt, und eröffnet dann mit einem Kontakt das Spiel, indem er Kaymak auf die Reise schickt.
  • Tag der Abstauber. Goldberg trifft beim Debüt!
  • Hoy hat frustrierende Momente, in denen er das Tempo rausnimmt, wenn er es anziehen sollte, oder lieber ins 1-gegen-1 geht, obwohl das Abspiel die bessere Option gewesen wäre.
  • Fahrenhorst sehr präsent auf der Sechs. Überragend in der Spieleröffnung.
  • König rettet das vermeintliche 3:2 auf der Linie.
  • König wird bei einem langen Ball, bei dem er 1-gegen-1 als letzter Mann agieren muss, erst abgekocht und holt sich den Ball dann doch per riskanter Grätsche zurück.
  • Es ist einfach eine andere Mannschaft mit Bjarki Gardarsson. Die Strafraumpräsenz ist einfach nicht zu vergleichen. Allen ersten drei Toren ging entweder voraus, dass er Gegner band, oder sie wurden durch einen Torabschluss von ihm eingeleitet.
  • Semih Kaymak mit einigen überraschend starken Pässen in der Spieleröffnung.
  • Sehr viel in der zweiten Hälfte geht über die linke Seite. Hoy hat das Spiel definitiv belebt.

Auch Baku (A) war wieder leider ein schwarzes Loch, also keine Informationen zum Spielgeschehen. Einzig das 0:1 von Riedl, der verschossene Elfmeter von Hoy (82.) und die Entscheidung durch Ahmad Najdi sind durch das Video vom BVB zu sehen.

Aufstellung: Held – Riedl (86. König), Ritter, Reggiani (46. Zisopoulos), Adje (63. Kaymak) – Fahrenhorst, Degener (75. Najdi), Faust (63. Burkhardt) – Zarqelain, Gardarsson, Hoy

Tore: 0:1 Riedl (74.); 0:2 Najdi (88.)

Schalke (A) 0:0

Aufstellung: Froese – Vogt, König, Kanté, Kaymak – Burkhardt, Fahrenhorst, Hoy – Najdi, Gardarsson, Hagemann

Tore: Keine.

Bank: Wehrbein, Zisopoulus, Faust, Adje, Goldberg, Tepic

  • Guter Antritt von Najdi. Mit einem besseren Pass ist das ein sicheres Tor. Ball verhungert aber.
  • Sehr intelligente Grätsche von Kaymak.
  • Viel Gefahr über außen. Oft bis zur Grundlinie durchgebrochen.
  • Niklas König wird ein wenig zum neuen Tim Degener. Schweizer Taschenmesser, das auf AV, IV und der Sechs spielen kann.
  • Überragender langer Ball von Fahrenhorst auf Najdi vor dem Elfmeter.
  • Hoy verschießt den zweiten Elfmeter hintereinander.
  • Im letzten Drittel fehlt es an Genauigkeit. Schalke wird nur selten gefährlich, aber aus der spielerischen Überlegenheit kann kein Kapital geschlagen werden.
  • Das Tempo von Ahmad Najdi ist wirklich bemerkenswert.

25.10.2026

Miguel Adje war ein Spieler, der mir durch sein Tempo auf der linken Abwehrseite immer wieder positiv aufgefallen ist und der hier auch oft erwähnt wurde. Der BVB scheint da Ähnliches beobachtet zu haben und hat ihn mit einer Vertragsverlängerung belohnt.

Duisburg (H) 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Gardarsson (43.); 1:1 Rinke (63.); 2:1 Mohamadou (85.)

Wehrbein – Vogt (35. Gardarsson), Zisopoulos, Kanté (76. Ritter), Adje (35. Kaymak) – König, Faust (76. Mohamadou), Burkhardt – Hagemann (35. Fahrenhorst), Najdi, Hoy

  • Levin Vogt hat herausragende Spielintelligenz. Kaum ein Spieler macht mir konstant so viel Spaß beim Zuschauen.
  • Adje spielt einen fatalen Rückpass. Ein wahrer D-Jugend-„Ich spiel einfach mal blind in die Mitte“-Ball. Sehr stark gerettet von Zisopoulos.
  • Levin. F*******. Vogt. Stark im 1-gegen-1 verteidigt.
  • Duisburg sehr vertikal in seinem Spiel. Die Pässe in die Tiefe bereiten Dortmund Probleme.
  • Niklas König mit ungewohnten technischen Fehlern.
  • Allgemein einfach viele Abspielfehler in der ersten Hälfte.
  • Nächster Bock. Diesmal Zisopoulos. Burkhardt hat am Ende den Fuß dazwischen.
  • Dreifachwechsel in der ersten Hälfte. Fahrenhorst, Gardarsson und Kaymak für Adje, Vogt und Hagemann.
  • Bei Adje und Hagemann kann ich es nachvollziehen.
  • Bei Vogt scheine ich ein völlig anderes Spiel gesehen zu haben.
  • Najdi fortan auf RW, König als RV. Fahrenhorst übernimmt die Sechs, Gardarsson gewohnt vorne drin.
  • Langer Ball. König hat Probleme bei der Ballannahme, Gegner springt dazwischen, König kann ihn aber noch am Abschluss hindern.
  • Erster gefährlicher Abschluss von Fahrenhorst nach einer Eckballvariante. Offensiv bis dahin sehr mau.
  • Der Stecker geht ins Leere, aber stark nachgesetzt von Faust.
  • Till Burkhardt steigert sich. Nach wechselhaftem Saisonstart endlich angekommen.
  • Bjarki Gardarsson. Wow. Tolle Schusstechnik beim 1:0 (direkter Freistoß aus 25 Metern).
  • Dennoch. Wieder keine sonderlich gute erste Halbzeit.
  • Gardarsson kriegt vom Keeper einen Schlag ab, über den der ein oder andere Ackerkämpfer stolz gewesen wäre. Voll auf die Zwölf.
  • Stark verarbeitet von Gardarsson, schönes Dribbling mit anschließender Hereingabe von Hoy. Abschluss aber wieder übers Tor.
  • Luke Fahrenhorst ist zu gut für die U19.
  • Ausgleich. Kaymak ein wenig zögerlich, weil er gleich zwei Gegenspieler hat. Zisopoulos verliert in der Mitte das Kopfballduell, auch wenn man da über Aufstützen reden kann.
  • Hamzatah Mohamadou. Wow. Just wow. Nach einer Verletzung so zurückzukommen und direkt den Siegtreffer zu schießen. Was ein Talent.

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