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Wenn man das letzte Spiel hernimmt, geht der FC Bayern als Favorit in die Champions-League-Partie gegen den FC Arsenal am Mittwoch. Während die Münchner RB Leipzig in der Bundesliga mit 6:1 nach Hause schickten, mühte sich der Premier-League-Meister zu einem 1:0-Sieg bei Nottingham Forest. Doch das wäre natürlich zu einfach gedacht.
Immerhin sind die Londoner amtierender Premier-League-Champion und verpassten den Titel in der Champions League erst im Elfmeterschießen gegen Paris Saint-Germain. Den würden sie in München auch gerne holen, nachdem sie im letzten Jahr an den Franzosen denkbar knapp im Halbfinale gescheitert waren.
Das Duell mit dem FC Arsenal ist nach den norwegischen Wochen in der Königsklasse (Bodö und Stavanger) der erste richtige Prüfstein für die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany. Schon gegen Stavanger ließen die Bayern aber in der Vorwoche Punkte liegen und stehen jetzt schon etwas unter Zugzwang. Gegen die Gunners soll es nicht direkt die nächste Niederlage setzen.
Dass das Team von Trainer Mikel Arteta kein allzu angenehmer Gegner ist, musste der FC Bayern schon in der letzten Saison erleben. Damals traf man sich in der Ligaphase im Emirates Stadium in London. Die Hausherren zeigten beim 3:1 den Münchnern die Grenzen auf. Mit einer sicheren Defensive und blitzschnellen Umschaltmomenten ließen sie Kompanys Bayern dreimal alt aussehen. Also genau die Spielweise, die den FC Bayern auch aktuell immer wieder vor große Probleme stellt.
Die damals unlösbaren Londoner dürften auch am Mittwoch wieder zur schweren Aufgabe werden. Den defensiven Ansatz hat Artetas Mannschaft beibehalten und stellt mit nur fünf Gegentreffern zusammen mit dem Überraschungsteam Brighton die beste Abwehr der Premier League. Drei Gegentore fingen sich die Londoner dabei im Duell mit der Mannschaft von Trainer Fabian Hürzeler, Brighton & Hove Albion. In der Königsklasse schlug Arsenal Neapel auswärts (1:0) und gewann zuhause spät mit 3:0 gegen den OSC Lille.
Alles keine Glanzauftritte, aber für Spektakel steht Artetas Fußball auch nicht. Stattdessen setzt der englische Meister auf Standardsituationen und hat diese nahezu perfektioniert. Arsenal überlädt bewusst den Fünfmeterraum, um den gegnerischen Torhüter zu behindern. Außerdem werden alle Ecken direkt vors Tor geschlagen. Zweitweise resultierten in der vergangenen Saison die Hälfte aller Arsenal-Tore aus Standards. Am Ende der Premier-League-Saison stand ein neuer Rekord. Auch der FC Bayern kassierte in besagtem Spiel das 0:1 nach einer Ecke.
Für das erneute Aufeinandertreffen werden die Münchner sich aber vor allem offensiv schlauer anstellen müssen. Immer wieder verrannten sie sich im Londoner Abwehrbollwerk und wurden ausgekontert. Der "tiefe Block" ist inzwischen eine Art Unwort des Jahres in München, tun sich die Bayern doch regelmäßig gegen tief stehende Mannschaften schwer. Stavanger und Schalke sind nur zwei Beispiele, die gezeigt haben, wie man Kompanys Mannschaft zur Verzweiflung treibt. Und nun kommt ein Team, das diese Spielweise perfektioniert hat und mit absoluten Spitzenspielern umsetzt.
Einer, der Lücken findet, wo eigentlich keine sind, ist Michael Olise. Doch der Unterschiedsspieler wird nach seinem Platzverweis fehlen. Ersetzen dürfte in Lennart Karl, der vor einem Jahr das einzige Münchner Tor erzielte. Von seiner damaligen Form ist der 18-Jährige aktuell aber noch weit entfernt. Es wird also keine einfache Aufgabe für den FC Bayern gegen den FC Arsenal. Gleichzeitig können die Münchner zeigen, was sie aus der Pleite vor einem Jahr gelernt haben.